
Trump reicht 10-Milliarden-Dollar-Verleumdungsklage gegen Wall Street Journal wegen Epstein-Geburtstagskarte erneut ein
Präsident Donald Trump hat eine 10-Milliarden-Dollar-Verleumdungsklage gegen das Wall Street Journal erneut eingereicht. Er wirft der Zeitung vor, seinen Ruf mit einem Artikel von 2025 über eine anzügliche Geburtstagskarte, die er angeblich an Jeffrey Epstein geschickt habe, geschädigt zu haben.
Die erneute Klage
Präsident Donald Trump hat am Mittwoch eine Verleumdungsklage mit einer Schadensersatzforderung von mindestens 10 Milliarden Dollar gegen das Wall Street Journal erneut eingereicht, wegen dessen Berichterstattung über seine angeblichen Verbindungen zu Jeffrey Epstein. Der Schritt erfolgt, nachdem ein Richter eine frühere Version der Klage im April wegen rechtlicher Mängel abgewiesen hatte. Die Klage, eingereicht beim Bundesgericht in Miami, ist eine von mehreren, die Trump persönlich gegen Nachrichtenorganisationen angestrengt hat – Teil dessen, was Kritiker als breite Druckkampagne gegen die Medien bezeichnen.
Der umstrittene Artikel
Der Fall dreht sich um einen Artikel vom Juli 2025, der eine Geburtstagskarte beschreibt, die dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu dessen 50. Geburtstag im Jahr 2003 geschickt worden sein soll. Das Journal berichtete, die Karte zeigte die Umrisse eines Frauenkörpers, wobei Trumps Unterschrift auf Höhe der intimen Stellen platziert war. Die Nachricht endete angeblich mit den Worten: „Happy birthday – und möge jeder Tag ein weiteres wunderbares Geheimnis sein.“ Trump hat bestritten, die Karte oder die Zeichnung verfasst zu haben, und bezeichnet sie als Fälschung.
Die Karte ist gefälscht.
Rechtliche Hürden und der ‚Actual Malice‘-Standard
Bezirksrichter Darrin P. Gayles, ein von Obama ernannter Richter, wies Trumps erste Klage im April ab. Der Richter stellte fest, dass Trump den für Verleumdungsfällen bei öffentlichen Personen erforderlichen „actual malice“-Standard nicht erfüllt hatte, der den Nachweis verlangt, dass der Beklagte eine Aussage veröffentlicht hat, von der er wusste oder hätte wissen müssen, dass sie falsch war. Das Gericht erklärte, dass bestimmte Kriterien für die Zulassung der Klage „bei weitem“ nicht erfüllt seien. In der geänderten Klage argumentieren Trumps Anwälte nun, dass das Journal zum Zeitpunkt der Veröffentlichung „rücksichtslos missachtet habe, ob die verleumderischen Aussagen wahr waren“.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben die Beklagten rücksichtslos missachtet, ob die verleumderischen Aussagen wahr waren, und/oder sie haben die Entdeckung der Wahrheit bewusst vermieden.
Benannte Beklagte
Die erneute Klage nennt die Muttergesellschaft des Journal, Dow Jones, Rupert Murdoch, News-Corp-CEO Robert Thomson sowie die Journalisten Khadeeja Safdar und Joe Palazzolo, die den Bericht verfasst haben. Trumps Anwälte behaupten, die Beklagten hätten es versäumt, den Brief oder die angebliche Zeichnung in ihre Berichterstattung aufzunehmen, und hätten keine ausreichenden Beweise dafür vorgelegt, dass Trump der Urheber sei. Die Klage führt an, dass diese Mängel darauf zurückzuführen seien, dass „kein authentischer Brief oder keine authentische Zeichnung existiert“, und behauptet, die gesamte Geschichte sei erfunden, um Trump zu „verleumden“.
Breitere Medien-Druckkampagne
Die Klage ist Teil eines Musters, bei dem das Weiße Haus kritische Medien durch Klagen und enorme Schadensersatzforderungen unter starken Druck setzt. Trump hat derzeit Klagen gegen die New York Times (15 Milliarden Dollar für unfaire Berichterstattung), die BBC (10 Milliarden Dollar für suggestive Bearbeitung einer Rede) und die Des Moines Register (wegen Veröffentlichung einer für Trump ungünstigen Umfrage) anhängig. Er legte auch einen Rechtsstreit mit CBS News bei, wegen der Bearbeitung eines Interviews mit Kamala Harris, und ABC News erklärte sich bereit, 15 Millionen Dollar zu zahlen, nachdem ein Moderator das Wort „Vergewaltigung“ verwendet hatte, wo „sexueller Missbrauch“ hätte stehen sollen.
Wir vertrauen voll und ganz auf die Gründlichkeit und Genauigkeit der Berichterstattung des WSJ und werden die Klage energisch abwehren.
Die Epstein-Verbindung
Epstein starb 2019 in einer New Yorker Gefängniszelle. Sein Fall erzeugte Verschwörungstheorien, die in Trumps Basis beliebt sind, die glauben, die Regierung habe Epsteins Verbindungen zu den Reichen und Mächtigen vertuscht. Trump hat gesagt, er habe sich von Epstein getrennt, bevor die rechtlichen Probleme des Finanziers 2006 öffentlich wurden, und betont, sie seien nur oberflächlich bekannt gewesen und hätten sich wegen eines Geschäftsstreits entzweit. Diese Woche berichtete CNN auch, dass das US-Justizministerium eine Untersuchung gegen E. Jean Carroll, heute 82, wegen angeblichen Meineids in ihrer Aussage eingeleitet habe, die zu Trumps Haftung für sexuellen Missbrauch in den 1990er Jahren führte.


