
Trump droht Frankreich vor G7-Gipfel mit 100-prozentigem Weinzoll
US-Präsident Donald Trump hat Frankreich nur wenige Stunden vor Beginn des G7-Gipfels in Évian am Montag mit einem 100-prozentigen Zoll auf sämtlichen Champagner und Wein gedroht, sollte Paris seine Digitalsteuer nicht abschaffen.
Die Zollandrohung
US-Präsident Donald Trump nutzte ein Interview mit der New York Post, um Frankreich ein scharfes Ultimatum zu stellen.
Die Forderung ist eine direkte Botschaft an Präsident Emmanuel Macron, der ab Montag das jährliche G7-Treffen ausrichtet. Trump betonte, der französische Staatschef könne die Strafe abwenden, indem er die 3-prozentige Abgabe streiche.Ich habe ihn gebeten, keine Abgaben auf amerikanische Unternehmen zu erheben. Wenn sie das tun, habe ich keine andere Wahl, als einen 100-prozentigen Zoll auf sämtlichen Champagner und Wein aus Frankreich zu erheben.
Macron müsste nur die Mehrwertsteuer abschaffen, dann stünde er nicht unter diesem Druck.
Die umstrittene Digitalsteuer
Frankreich führte 2019 eine 3-prozentige Abgabe auf im Land generierte Umsätze aus digitalen Dienstleistungen ein. Die Steuer zielt auf Unternehmen ab, deren französischer Umsatz 25 Millionen Euro übersteigt und deren weltweiter Umsatz bei über 750 Millionen Euro liegt, was vor allem amerikanische Technologiekonzerne wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft trifft. Washington lehnt solche Abgaben seit Langem ab und betrachtet sie als diskriminierende Belastung für US-Firmen.
- Frankreich führt 3% Digitalsteuer für große Tech-Unternehmen ein.
- Trump droht mit 200% Zoll auf französischen Wein, nachdem Paris den Beitritt zu seinem Friedensrat ablehnt.
- Trump fordert die Abschaffung der Digitalsteuer und droht im Interview mit der New York Post mit 100% Zoll auf französischen Wein.
- G7-Gipfel beginnt in Évian, um einen Tag verschoben wegen Trumps 80. Geburtstag.
- Trump und Macron nehmen am Abendessen in Versailles anlässlich 250 Jahre amerikanischer Unabhängigkeit teil.
- EU wird voraussichtlich diese Woche das Zollabkommen von 2025 finalisieren; US-Drohung könnte Ratifizierung gefährden.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die französischen Exporte von Wein und Spirituosen in die Vereinigten Staaten haben einen Wert von mehr als 2 Mrd. USD pro Jahr; 21 Prozent der Auslandslieferungen des Sektors gehen auf den amerikanischen Markt. Derzeit unterliegen diese Importe einem Zoll von 15 Prozent. Ein 100-prozentiger Aufschlag wäre ein schwerer Schlag für die Produzenten von Champagner, Bordeaux und Cognac. EU-weit beliefen sich die Exporte alkoholischer Getränke in die USA laut Eurostat-Daten im Jahr 2024 auf rund 9 Mrd. Euro.
G7-Hintergrund
Die Konfrontation findet statt, während Trump zur französischen Stadt Évian am Genfer See zum G7-Gipfel reist. Der Beginn des Treffens wurde um einen Tag verschoben, damit der Präsident seinen 80. Geburtstag im Weißen Haus feiern konnte – ein Ereignis, bei dem auch Mixed-Martial-Arts-Kämpfe stattfanden. Trump nahm später Macrons Einladung zu einem abschließenden Bankett am Mittwoch im Schloss Versailles an, das auch den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit würdigt. Der französische Staatschef wird darauf bedacht sein, seinen amerikanischen Amtskollegen einzubinden: Trump hatte den G7-Gipfel 2025 in Kanada vorzeitig verlassen.
Breitere handelswirtschaftliche Folgen
Die Handelspolitik liegt in der Zuständigkeit der EU, daher würden Strafzölle gegen Frankreich wahrscheinlich eine Reaktion des gesamten Blocks auslösen. Der Konflikt droht einen transatlantischen Handelsstreit neu zu entfachen, gerade als europäische Beamte die Fertigstellung eines 2025 ausgehandelten Zollabkommens vorbereiteten. Trump hatte bereits im Januar mit einem 200-prozentigen Zoll auf französischen Wein gedroht, nachdem Frankreich sich geweigert hatte, seinem vorgeschlagenen Friedensrat zur Beilegung internationaler Konflikte beizutreten.


