
BBVA-Präsident bestreitet Absprachen bei Hypotheken – Spaniens Wettbewerbsbehörde ermittelt gegen sechs Großbanken
Carlos Torres, Präsident der BBVA, erklärte, die Bank passe ihre Hypothekenpreise nicht aufgrund öffentlicher Äußerungen von Wettbewerbern an, nachdem Spaniens Wettbewerbsbehörde eine Untersuchung möglicher Absprachen unter den sechs größten Kreditinstituten eingeleitet hat.
Die Untersuchung
Die spanische Nationale Kommission für Märkte und Wettbewerb (CNMC) hat letzte Woche ein formelles Verfahren gegen die sechs größten Banken des Landes – Banco Santander, BBVA, CaixaBank, Banco Sabadell, Bankinter und Unicaja – wegen möglicher wettbewerbswidriger Praktiken auf dem Markt für Festzinshypotheken eingeleitet. Die Regulierungsbehörde prüft, ob Aussagen leitender Angestellter über die künftige Preisstrategie es Rivalen ermöglicht haben, das Verhalten der jeweils anderen vorherzusehen, was den Wettbewerb effektiv geschwächt hätte. Die von Cani Fernández geleitete CNMC argumentiert, dass solche öffentlichen Erklärungen gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen haben könnten.
Torres wehrt sich
Auf einem Sommerseminar des Wirtschaftsjournalistenverbandes APIE und der Universidad Internacional Menéndez Pelayo in Santander wies BBVA-Präsident Carlos Torres die Grundlage der Untersuchung zurück.
Er betonte, dass die Hypothekenangebote der Bank auf internen Wertschöpfungsmodellen, risikoadjustierter Rentabilität und der gesamten Kundenbeziehung basierten, nicht auf Signalen von Wettbewerbern.Wir haben unsere Geschäftspolitik nicht aufgrund von dem geändert, was wir auf Pressekonferenzen hören.
Torres räumte ein, dass sich das Verfahren noch in einem frühen Stadium befinde, betonte jedoch, dass die BBVA stets korrekt gehandelt habe.
Er verteidigte zudem die transparente Kommunikationspolitik der Bank und erklärte, dass diese weiterhin vollständig den Vorschriften entspreche.Wir sind fest entschlossen, die Regeln einzuhalten, und wir haben zu jeder Zeit korrekt gehandelt, und das wird sich zeigen, wenn dieses Verfahren abgeschlossen ist.
Ein ‚äußerst wettbewerbsintensiver‘ Markt
Der BBVA-Vorsitzende zeichnete das Bild eines hart umkämpften spanischen Hypothekenmarktes und wies darauf hin, dass die durchschnittlichen Festzinssätze in Spanien bei 2,8 % liegen, verglichen mit 3,8 % in Deutschland – eine Kluft, die er als Beleg für einen intensiven Wettbewerb bezeichnete, zumal sich die deutsche Regierung günstiger verschuldet. Er fügte hinzu, dass Spanien die drittniedrigsten Hypothekenzinsen in der Europäischen Union habe.
Torres argumentierte, dass Kunden von Finanzierungsbedingungen profitieren, die deutlich attraktiver seien als die in Ländern wie Frankreich, den Niederlanden oder Deutschland.Hypotheken in Spanien genießen außergewöhnliche Konditionen.
Weitere Anmerkungen zur Produktivität
Über das Hypothekenthema hinaus nutzte Torres seine Eröffnungsrede, um auf die Produktivitätsherausforderung hinzuweisen, vor der sowohl Spanien als auch Europa stehen. Er bezeichnete künstliche Intelligenz als eine Basistechnologie mit einem transformativen Potenzial, das mit der Dampfmaschine oder der Elektrizität vergleichbar sei, kognitive Fähigkeiten verstärken und komplexe Prozesse vereinfachen könne. Die eigene KI-Strategie der BBVA mit dem Namen ‚The Frame‘, so sagte er, habe die Programmiereffizienz um 50 % gesteigert und die Registrierungszeit für Versicherungsschäden um 80 % verkürzt.


