
Italienische Polizei ermittelt wegen mutmaßlichem Mord-Suizid eines ehemaligen Paares auf A1-Viadukt bei Florenz
Beamte entdeckten die Leichen eines 36-jährigen Mannes und einer 45-jährigen Frau unter dem Alteta-Viadukt in Barberino del Mugello, nachdem die Frau den Notdienst kontaktiert hatte.
Entdeckung am Alteta-Viadukt
Am frühen Nachmittag des 3. September 2026 leiteten die italienischen Behörden einen Notfalleinsatz entlang der Autobahn A1 in der nördlichen Toskana ein. Streifen der Verkehrspolizei (Polizia Stradale) wurden nach Meldungen über ein verlassenes Fahrzeug auf dem Seitenstreifen zwischen Croci di Calenzano und Barberino del Mugello entsandt. Das Fahrzeug stand nahe dem Alteta-Viadukt, an der Abzweigung, wo die A1 Panoramica von der A1 Direttissima in Richtung Norden nach Bologna abzweigt. Bei der Untersuchung des Bereichs unter der Brückenkonstruktion fanden die Einsatzkräfte die Leiche eines 36-jährigen Mannes und, in geringer Entfernung, die Leiche einer 45-jährigen Frau. Rettungskräfte des 118-Dienstes erreichten den Ort kurz darauf und bestätigten den Tod beider Personen.
Ermittlungen wegen mutmaßlichen Mord-Suizids
Das Polizeipräsidium von Florenz (Questura di Firenze) und der diensthabende Staatsanwalt leiteten Ermittlungen ein, die den Vorfall als mutmaßlichen Mord-Suizid behandeln. Erste Erkenntnisse der Ermittler deuten darauf hin, dass es sich bei den beiden Opfern um ehemalige Partner handelte, deren persönliche Beziehung vor kurzem beendet worden war. Die Ermittler vermuten, dass der 36-jährige Mann seine 45-jährige Ex-Partnerin über die Viaduktbrüstung warf, bevor er selbst von der Konstruktion sprang, was zu einem Sturz aus mehr als zehn Metern Höhe führte. Forensische Teams und der diensthabende Staatsanwalt führten Untersuchungen am Tatort um das Fahrzeug und unter dem Viadukt durch, um physische Beweise zu sammeln und die letzten Momente des Vorfalls zu rekonstruieren. Die Ermittler erklärten, dass endgültige Schlussfolgerungen von vollständigen forensischen Auswertungen und Obduktionen abhängen.
Notrufe und Standortermittlung
Vor ihrem Tod versuchte die 45-jährige Frau, Hilfe zu erlangen, indem sie während der Fahrt externe Kontakte erreichte. Sie wählte die einheitliche europäische Notrufnummer 112 und kontaktierte einen Bekannten, um zu melden, dass sie sich in unmittelbarer Gefahr befand. Während ihres Notrufgesprächs mit der Polizeieinsatzzentrale gab sie Echtzeitbeschreibungen und Standortdetails, um den Einsatzkräften das Auffinden zu erleichtern. Die Einsatzkräfte leiteten eine zellulare Notruf-Ortung ein, um die geografischen Koordinaten des Mobiltelefons entlang des Autobahnkorridors zu ermitteln. Trotz der Ortungsbemühungen fanden die Polizeibeamten bei ihrem Eintreffen in dem angegebenen Autobahnabschnitt das Fahrzeug bereits verlassen und die beiden Leichen unter der Brücke vor.
- Die 45-jährige Frau kontaktiert die 112 und einen Bekannten mit Standortdetails, während sie sich in Not befindet.
- Die Polizia Stradale leitet eine Handyortung ein und findet ein leeres Fahrzeug auf dem Seitenstreifen der A1.
- Beamte entdecken die Leichen des 36-jährigen Mannes und der 45-jährigen Frau unter dem Alteta-Viadukt.
- Autostrade per l'Italia sperrt die A1 Panoramica zwischen der Anschlussstelle Direttissima und Roncobilaccio.
Verkehrsmaßnahmen und Einsatztätigkeiten
Der Notfalleinsatz erforderte die koordinierte Anwesenheit der Polizia Stradale, der kommunalen Feuerwehr (Vigili del Fuoco), der forensischen Spurensicherung und von technischem Personal des Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia. Um die medizinische Versorgung, rechtliche Ermittlungen und die forensische Dokumentation zu erleichtern, schlossen die Autobahnbetreiber den nordwärtigen Abschnitt der A1 Panoramica. Die Straßensperrung wurde gegen 15:30 Uhr auf dem Abschnitt zwischen der Anschlussstelle zur A1 Direttissima und Roncobilaccio verhängt. Die Verkehrsbehörden meldeten erhebliche Transitverzögerungen im Großraum Florenz, während Forensiker und Rechtsmediziner die Beweissicherung abschlossen.

