
Schüsse auf Techno-Rave in Aarau: 22-jährige Italienerin tot, fünf Verletzte
Eine 22-jährige Italienerin wurde getötet und fünf Menschen wurden verletzt, als auf einer elektronischen Musikveranstaltung auf der Rennbahn Schachen in Aarau (Schweiz) das Feuer eröffnet wurde. Die Polizei fahndet international nach dem Täter.
Schüsse auf der Rennbahn Schachen
In der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 02:30 Uhr brach auf einer elektronischen Musikveranstaltung auf der Rennbahn Schachen in Aarau (Kanton Aargau) eine Schießerei aus. Zu dem Rave waren im Laufe des Abends zwischen 3.000 und 3.500 Besucher gekommen, nach dem letzten Konzert um 02:00 Uhr hatte sich die Menge jedoch deutlich gelichtet. Zeugen berichteten, die ersten Schüsse seien zunächst für Feuerwerk gehalten worden, bevor Panik ausbrach und die Teilnehmer sich zu Boden warfen. Insgesamt wurden sechs Menschen von Kugeln getroffen. Die Kantonspolizei bestätigte, dass die 22-jährige Italienerin Maria Spinelli am Ort des Geschehens starb, während fünf weitere Besucher verletzt wurden, mehrere von ihnen schwer.
- Letztes Konzert endet auf dem Rave auf der Rennbahn Schachen
- Schüsse fallen, Maria Spinelli getötet, fünf weitere verletzt
- Kantonale Katastropheneinheiten und ein Armeehubschrauber sichern das Gebiet
- Polizei bringt über 100 Zeugen zur Befragung in eine Turnhalle
Hintergrund des Opfers
Maria Spinelli wurde in Atri in der Provinz Teramo geboren und lebte mit ihrer Familie in Città Sant'Angelo in der Provinz Pescara. Sie absolvierte das Hotelfachinstitut Zolli in Silvi und war vor etwa einem Monat in die Schweiz gezogen, um als Kellnerin zu arbeiten. Spinelli hätte am 26. Oktober ihren 23. Geburtstag gefeiert. Ihre Familie in den Abruzzen ist lokal bekannt, ihr Cousin Loris Spinelli ist ein professioneller Rennfahrer mit Sitz in den Vereinigten Staaten. Nach der Schießerei veröffentlichte der italienische Künstler DJ Tekibo eine Würdigung, in der er um eine enge Freundin trauerte. Die Polizei bestätigte, dass jede medizinische Hilfe zu spät kam, um ihr Leben zu retten.
Internationale Ermittlungen und Fahndung
Die Behörden des Kantons Aargau setzten Rettungskräfte, die kantonale Katastropheneinheit und einen Schweizer Militärhubschrauber zur Sicherung des Veranstaltungsorts ein. Beamte brachten mehr als 100 noch auf der Rennbahn anwesende Personen in eine nahegelegene Turnhalle zur formellen Befragung, während Ermittler Handyvideos und Fotos sicherstellten, die in der Nacht aufgenommen worden waren. Die Kantonspolizei prüft mehrere mögliche Motive, darunter Terrorismus, eine eskalierende persönliche Auseinandersetzung oder einen gezielten Anschlag. Von der Schweizer Zeitung Blick zitierte Zeugen beschrieben die verwendeten Waffen als Sturmgewehre oder Maschinengewehre. Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden erklärten, der oder die Täter hätten das Gebiet verlassen, was grenzüberschreitende Suchaktionen unter Beteiligung der deutschen Polizei und bereits eingetroffener italienischer Polizeikräfte auslöste.
Diplomatische Reaktionen und Kondolenzbekundungen
Das italienische Außenministerium aktivierte seine Kriseneinheit sowie die italienische Botschaft in Bern und das Generalkonsulat in Basel, um Unterstützung zu leisten und zu überprüfen, ob sich unter den Verletzten zwei italienische Staatsbürger befinden. Der Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis, Chef des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, telefonierte mit dem italienischen Außenminister Antonio Tajani, um offizielle Kondolenz zu übermitteln und volle Unterstützung bei den Ermittlungen zuzusichern. Auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und regionale Amtsträger in Mittelitalien äußerten sich zu der Schießerei.
Der Präsident der Region Abruzzen, Marco Marsilio, veröffentlichte eine Stellungnahme, in der er sein Beileid ausdrückte und Rechenschaft forderte:
In diesem Moment unermesslichen Schmerzes steht die Region Abruzzen ihrer Familie, ihren Freunden und den Gemeinden von Atri und Città Sant'Angelo, die von diesem dramatischen Ereignis tief betroffen sind, mit Zuneigung und Mitgefühl nahe. Unsere Gedanken gelten auch den anderen Verletzten und allen Beteiligten. Wir hoffen, dass die Schweizer Behörden vollständiges Licht auf das Geschehene werfen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen können.


