
Katamaran-Fähre kentert vor Nordzypern mit 267 Personen an Bord, 159 gerettet, Tote gemeldet
Ein Hochgeschwindigkeits-Katamaran mit 267 Personen an Bord ist am Sonntag drei Seemeilen vor Kyrenia auf dem Weg in die Türkei gekentert und hat eine Rettungsaktion von Marine und Küstenwache ausgelöst, bei der 159 Insassen gerettet wurden.
Wassereinbruch und Kentern vor Kyrenia
Am Sonntag, den 30. August 2026, kenterte die Hochgeschwindigkeits-Katamaran-Fähre Express, betrieben von Filo Denizcilik unter der Marke Filo Jet, im Mittelmeer vor der Nordküste Zyperns. Das unter türkischer Flagge fahrende Schiff war vom Hafen Kyrenia (Girne) aus in Richtung des südtürkischen Hafens Taşucu unterwegs. Wasser begann, den vorderen Teil des Katamarans zwischen zwei und siebeneinhalb Kilometern (ungefähr drei bis vier Seemeilen) von der Küste entfernt, nahe dem Diana Beach, zu fluten. Nachdem der Wassereinbruch bemerkt wurde, versuchte der Kapitän, die Fähre zu wenden, um zum Hafen von Kyrenia zurückzukehren. Das Schiff verlor während der Wende die Stabilität, kenterte und sank. Mehrere Passagiere wurden mit Schwimmwesten ins Meer geschleudert, während Dutzende Überlebende auf den gekenterten Rumpf kletterten und auf Rettung warteten.
Koordinierte maritime Rettungsaktion
Die Seenotrettungsbehörden leiteten einen Notfalleinsatz ein, nachdem kurz nach der Abfahrt ein Notsignal empfangen wurde. Vier Schiffe des Küstenwachkommandos wurden sofort zusammen mit dem kommerziellen Passagierschiff Akgünler 3 entsandt. Das Küstenwachkommando verstärkte den Einsatz mit fünf weiteren Schiffen und zwei Hubschraubern, während das türkische Marinekommando sechs Marineschiffe im Suchgebiet einsetzte. Private Boote und lokale Fischerboote halfen ebenfalls bei der Bergung von Überlebenden aus dem Wasser. Rettungskräfte brachten 159 gerettete Passagiere und Besatzungsmitglieder zum Hafen von Girne, wo wartende Krankenwagen Verletzte in örtliche Krankenhäuser transportierten.
- Türkische Marineschiffe
- 6 Einheiten
- Zusätzliche Küstenwachschiffe
- 5 Einheiten
- Anfängliche Küstenwachschiffe der TRNZ
- 4 Einheiten
- Küstenwachhubschrauber
- 2 Einheiten
Opfer und Passagierliste
Laut von Schifffahrts- und Verkehrsbeamten veröffentlichten Manifestzahlen befanden sich insgesamt 267 Personen an Bord der Fähre, bestehend aus 259 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern. Der nordzyprische Premierminister Ünal Üstel und der türkische Botschafter in Nikosia, Ali Murat Başçeri, bestätigten, dass das Kentern Todesopfer forderte, während Suchteams weiterhin den Seekorridor nach verbliebenen Insassen absuchten. Der nordzyprische Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr, Erhan Arıklı, bestätigte, dass 159 Menschen geborgen wurden, und erläuterte den Stand der Ermittlungen.
Einer unserer Passagiere ist gestorben; ich kann keine genaue Zahl nennen. Wir versuchen, die Passagiere zu retten. Wir untersuchen, was passiert ist. Die Ursache des Vorfalls ist im Moment noch unbekannt.
- Passagiere
- 259 Personen
- Besatzungsmitglieder
- 8 Personen
Strukturelle Untersuchungen und offizielle Reaktionen
Nach dem Unfall wurden Bedenken hinsichtlich der Seetüchtigkeit und des Materialzustands des alternden Schiffs laut. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass die Glasfaserstruktur des Katamarans unter dem Gewicht des eindringenden Wassers erheblichen Schaden erlitt und der Rumpf auseinanderbrach. Der Bürgermeister von Kyrenia, Murat Şenkul, bezeichnete den Notfall als schwerwiegend, während die Gemeindedienste mit den Hafenbehörden zusammenarbeiteten, um die eintreffenden Überlebenden zu versorgen. In Ankara erklärten der türkische Vizepräsident Cevdet Yılmaz und der AK-Parteisprecher Ömer Çelik, dass alle verfügbaren staatlichen Kapazitäten zur Unterstützung der Seeeinsätze bereitgestellt wurden. Die Seesicherheitsbehörden haben eine Untersuchung der Ursache der plötzlichen Flutung und des Kenterns eingeleitet.


