
Frankreich meldet 1.000 zusätzliche Todesfälle, während historische Hitzewelle nach Osten zieht und Temperaturrekorde von Deutschland bis Dänemark bricht
Rekordtemperaturen breiten sich am Sonntag nach Mitteleuropa aus, nachdem eine einwöchige Hitzewelle im Westen Hunderte Todesopfer gefordert hatte. Frankreich meldet 1.000 zusätzliche Todesfälle, und in Deutschland, Dänemark und Tschechien wurden Allzeithochs gebrochen.
Rekordtemperaturen ziehen nach Osten
Am Samstag stellte Deutschland einen neuen vorläufigen Allzeithochwert von 41.5°C in Moeckern-Drewitz auf und übertraf damit den am Vortag aufgestellten Rekord von 41.3°C. Die Tschechische Republik verzeichnete bis zu 40.9°C nördlich von Prag und übertraf damit ihren bisherigen nationalen Rekord, während Dänemark 37°C nördlich von Aarhus maß – der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1874. In Polen brach 38.9°C den Juni-Rekord, während für den Westen am Sonntag 42°C vorhergesagt wurden. In der Slowakei wurden die ersten drei aufeinanderfolgenden Tage über 40°C seit 1871 erwartet.
Der Rekord von gestern wird mit Sicherheit erneut gebrochen.
Die Nacht brachte kaum Abkühlung. Die Tiefsttemperaturen blieben an mehr als 100 tschechischen Stationen über 20°C, und das deutsche Bautzen meldete ein Minimum von 29.4°C.
Zahl der Todesopfer im Westen steigt, während Hitze nachlässt
Die französische Gesundheitsbehörde meldete am Sonntag 1.000 zusätzliche Todesfälle zwischen dem 24. und 27. Juni, wobei die Sterblichkeitsrate voraussichtlich weiter steigen wird, sobald Daten aus Pflegeheimen einbezogen werden. Die meisten Opfer waren ältere Menschen. Spanien verzeichnete in dieser Woche 327 hitzebedingte Todesfälle, während Italien mindestens fünf Todesopfer durch die Hitze zu beklagen hatte. In Frankreich wurden mindestens 40 Ertrinkungsfälle gemeldet, und zwei Kinder starben in einem Auto.
Gesundheitsministerin Stéphanie Rist warnte, dass die gesundheitlichen Auswirkungen noch lange nach dem Temperaturabfall anhalten könnten.
Die Episode ist noch nicht vorbei.
Infrastruktur und Alltag getroffen
Europas Infrastruktur gab unter der Belastung nach. Das Schweizer Kernkraftwerk Beznau wurde abgeschaltet, weil die Aare zu warm zur Kühlung war. Der ungarische Reaktor Paks drosselte seine Leistung, als die Donau sich erwärmte. In Deutschland riet die Deutsche Bahn von nicht notwendigen Reisen ab, und die Berliner Polizei setzte Wasserwerfer ein, um überhitzte Einwohner zu besprühen. Frankreich verlängerte die Sommerschlussverkäufe, während Schulen, Museen und Veranstaltungen im Freien auf dem ganzen Kontinent eingeschränkt wurden. Die polnische Sicherheitsbehörde verschickte Notfall-SMS und Städte richteten Wasservorhänge ein.
Diese Hitze ist kein angenehmes Sommerwetter. Es ist eine Gesundheitskrise.
Klimawandel vervielfacht das Risiko
Wissenschaftler sagten, dass die am 20. Juni begonnene Hitzewelle ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel praktisch unmöglich gewesen wäre. Die Nachttemperaturen dieser Woche wurden im Vergleich zu vor zwei Jahrzehnten 100-mal wahrscheinlicher. Dieses Muster deckt sich mit der Tatsache, dass sich Europa in den letzten 30 Jahren schneller erwärmt hat als jeder andere Kontinent.
- Frankreich (Übersterblichkeit)
- 1000 Todesfälle
- Spanien
- 327 Todesfälle
- Italien
- 5 Todesfälle


