
Elf Tote bei Fallschirmflugzeug-Absturz bei Nancy – Pilot soll von Häusern weg gesteuert haben
Eine Pilatus PC-6 mit fünf Tandem-Fallschirmspringern, deren Ausbildern und einem Piloten stürzte am Sonntag, den 28. Juni, kurz nach dem Start in Tomblaine, Meurthe-et-Moselle, ab und tötete alle 11 Menschen an Bord. Augenzeugen zufolge steuerte der Pilot die abstürzende Maschine bewusst von einer Autoschlange und einem Wohngebiet weg.
Was geschah
Am Sonntag, den 28. Juni 2026, stürzte eine vom Fallschirmunternehmen Tandemotion betriebene Propellermaschine vom Typ Pilatus PC-6 nahe dem Flugplatz Nancy-Essey in Tomblaine ab. Das Flugzeug war gerade zu einem Tandem-Sprungflug gestartet und beförderte fünf Anfänger, fünf Ausbilder und den Piloten. Gegen 11:00 Uhr beobachteten Zeugen, wie die Maschine an Leistung verlor und schnell sank. Sie prallte auf einen grasbewachsenen Hügel nahe einer Departementsstraße und ging in Flammen auf. Alle 11 Insassen kamen ums Leben.
Die Pilatus PC-6 ist ein leistungsstarkes, sehr reaktionsschnelles Flugzeug. Unfälle sind ganz besonders selten.
Ermittlungen beginnen
Das Bureau of Enquiry and Analysis for Civil Aviation Safety (BEA) entsandte am Montag, den 29. Juni, fünf Ermittler zum Unfallort, unterstützt von einer Drohne zur Kartierung der Absturzstelle. Das in Deutschland zugelassene Flugzeug hatte keinen Flugdatenschreiber an Bord; das BEA wird sich auf Radarspuren, Funkverkehr und Zeugenvideos stützen, um den Flugverlauf zu rekonstruieren. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Bertrand Vilmer, ein Luftfahrtexperte, der das Pariser Berufungsgericht berät, wies darauf hin, dass das Cockpit während der Hitzewelle ungewöhnlich heiß gewesen sein dürfte und das Flugzeug sein maximales Abfluggewicht erreicht habe.
Bei solchen Temperaturen fünf Tandems in eine Pilatus zu setzen, ist blanker Unsinn.
Augenzeugenberichte
Ein 48-jähriger Autofahrer beschrieb, wie das Flugzeug in kaum drei Metern Höhe direkt auf sein Auto zukam. Er glaubt, der Pilot habe gehandelt, um den Verkehr und eine nahegelegene Wohnsiedlung zu schützen. „Er ist mit der Nase voran auf eine kleine Grasanhöhe zu gesteuert“, sagte der Zeuge der L'Est Républicain. Er und ein anderer Fahrer versuchten, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu löschen, konnten die Opfer jedoch nicht erreichen. Der Bürgermeister von Tomblaine, Hervé Féron, sagte gegenüber TF1, die Szene sei „wie eine Art Sarg unter freiem Himmel“ gewesen und der erste Polizist, den er sah, habe geweint.
Überlebende und Beinahe-Unfälle
Claire Critelli, 25, hatte ihren Fallschirmsprung knapp eine Stunde vor dem Absturz absolviert und feierte in einem Restaurant, als sie die Nachricht erfuhr. Sie beschrieb die Einweisung und die Sicherheitsmaßnahmen als gründlich und sagte, sie habe sich sicher gefühlt: „Es ist ziemlich traumatisch, weil man sich den Ausbildern nah fühlt … man denkt, es hätte ich sein können.“ Eine andere Frau, Hélène, hatte denselben Flug gebucht, aber 24 Stunden früher umgebucht. Sie sagte gegenüber BFMTV, das Team sei professionell und beruhigend gewesen.
Eine sehr gute Erinnerung wird plötzlich schrecklich.
Das Flugzeug und die Reaktion
Die Pilatus PC-6, angetrieben von einer Pratt & Whitney PT6-Turbine, gilt als eines der zuverlässigsten Flugzeuge in der allgemeinen Luftfahrt. Gérard David, ein Ausbilder mit über 18.000 Flugstunden, sagte, ein reiner mechanischer Motorausfall sei „praktisch unbekannt“, ein Ausfall eines Zubehörteils wie des Propellerreglers sei jedoch möglich. Bis Montagmorgen wurde im Nancy-Stadion ein Trauerraum eingerichtet. Der Absturz ist der tödlichste Unfall in der Geschichte der französischen allgemeinen Luftfahrt.

