
Überlebende nach 72 Stunden geborgen – Zahl der Toten bei Erdbeben in Venezuela steigt auf 1.430, Retter kämpfen gegen die Zeit
Drei Tage nach einem schweren Doppelbeben an der venezolanischen Zentralküste ziehen Rettungsteams aus 24 Ländern immer noch Überlebende aus eingestürzten Gebäuden, während der erste Rückführungsflug mit 96 Evakuierten in Madrid landete.
Rettungsbemühungen werden intensiviert
Mehr als 72 Stunden nach den Erdbeben am Mittwoch arbeiten internationale und lokale Retter unermüdlich an instabilen Trümmern im Küstenstaat La Guaira. Eine fast drei Tage lang mit einem dreijährigen Kind eingeschlossene Familie wurde befreit, ein elfjähriger Junge wurde aus einem eingestürzten Gebäude in Caraballeda geborgen, und ein Baby wurde von einem US-Team lebend ausgegraben. Retter der spanischen militärischen Notfalleinheit bargen ebenfalls eine Person, die im Wohnkomplex Vistamar verschüttet war, während die Madrider Elite-Rettungsgruppe Ericam eine Frau und ihre beiden Enkelkinder lokalisierte. Die Helfer berichten von langsamen Fortschritten, da viele Gebäude aus den 1950er-Jahren instabil sind und schwere Maschinen nicht überall eingesetzt werden können.
In diesen Stunden ist jedes Leben Hoffnung für Venezuela.
- Zwei Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 erschüttern die zentrale Küste Venezuelas.
- Ein US-Rettungsteam rettet ein Baby aus den Trümmern.
- Das spanische ERICAM-Team rettet eine Frau und ihre beiden Enkelkinder.
- Ein elfjähriger Junge wird nach fast 72 Stunden unter Trümmern in Caraballeda gerettet.
- Erster spanischer Rückführungsflug landet mit 96 Evakuierten auf dem Luftwaffenstützpunkt Torrejón.
Internationale Hilfe fließt
Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez bestätigte, dass 24 Länder 521 Tonnen Hilfsgüter, 86 Hundestaffeln und über 2.741 Such-, Rettungs- und Unterstützungskräfte entsandt haben. Die Gesamtzahl der ausländischen Retter vor Ort übersteigt 1.600. Zivilschutz, Feuerwehr, nationale und internationale Rettungsspezialisten, Sicherheitskräfte und medizinisches Personal sind in ganz La Guaira im Einsatz. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei 1.430, 3.238 Menschen sind verletzt und 3.142 Familien obdachlos. Neun spanische Staatsangehörige befinden sich unter den Toten, 131 Menschen werden noch vermisst.
Gemeinden mobilisieren sich – Behörden abwesend
In Vierteln von Caracas wie El Junquito organisierten die Bewohner eigene Rettungsaktionen. Der Nachbar Roberto Durán teilte EFE mit, dass Kinderschreie sie auf Überlebende aufmerksam gemacht hätten, die unter Trümmern eingeschlossen waren. Die Anwohnerin Mayberlin Quintero sagte, die Behörden seien nicht gekommen, aber Freiwillige aus anderen Teilen der Hauptstadt seien mit Decken, Lebensmitteln und Medikamenten eingetroffen. Der 22-jährige Universitätsstudent Santiago, der seit Mittwoch ununterbrochen im Einsatz ist, beschrieb ein Freiwilligennetzwerk namens „Pónte las pilas“, das über soziale Medien Bedarfe wie Taschenlampen, Spitzhacken und Schaufeln koordiniert. Er sagte, die Polizei und die Nationalgarde seien in Caracas kaum zu sehen gewesen, und der Einsatz beruhe auf der Solidarität der Bürger.
Leider haben wir gestern beim Räumen von Trümmern eine tote Person im Gebäude gefunden. Zuvor waren drei oder vier weitere herausgeholt worden, und wir wissen nicht, ob sie lebend oder tot waren.
Rückführung aus Caracas beginnt
Ein A330 der spanischen Luftwaffe kehrte am Sonntag zum Luftwaffenstützpunkt Torrejón bei Madrid zurück und brachte 96 Evakuierte aus acht Ländern. Der Flug, der mit 59 militärischen Notfallkräften, Ingenieuren und acht Hundestaffeln gestartet war, brachte 76 spanische Staatsbürger sowie Staatsangehörige aus Frankreich, Italien, Portugal, Belgien, der Slowakei, Venezuela und Argentinien zurück. Außenminister José Manuel Albares gab die genaue Aufstellung bekannt, und ein weiterer von der spanischen Entwicklungsagentur AECID koordinierter Flug startete am Samstag mit zusätzlichen Teams zur Katastrophenbewertung und -koordination.
Hier sind die Behörden nicht gekommen, aber viele Menschen sind gekommen, um zu helfen. Gestern gab es viel Hilfe mit Lebensmitteln, Medikamenten, Krankenschwestern. Sie haben den Kindern sehr geholfen.


