
Fünf Tote, zwei Schwerverletzte bei Explosion in südkoreanischer Raketenfabrik — dritter tödlicher Unfall am Standort Hanwha Aerospace seit 2018
Eine Explosion in einem Werk von Hanwha Aerospace in Daejeon, Südkorea, tötete am Montagmorgen mindestens fünf Arbeiter und verletzte zwei weitere schwer – der dritte tödliche Unfall an der Anlage innerhalb von acht Jahren.
Eine heftige Explosion erschütterte am Montagmorgen eine Fabrik von Hanwha Aerospace in Daejeon, Südkorea, bei der mindestens fünf Arbeiter getötet und zwei weitere schwer verletzt wurden. Die Explosion ereignete sich gegen 11:00 Uhr Ortszeit auf dem Forschungs- und Entwicklungsgelände des Rüstungskonzerns, das auf Raketentriebwerke, Feststofftreibstoffe und taktische Lenkwaffen spezialisiert ist. Dunkle Rauchwolken stiegen aus dem Gebäude auf, während die Rettungskräfte zum Ort des Geschehens eilten.
Opfer und Rettungsmaßnahmen
Von den sieben Arbeitern, die zum Zeitpunkt der Explosion anwesend waren, starben fünf, zwei konnten sich selbstständig in Sicherheit bringen. Ein Überlebender erlitt Verbrennungen an großen Teilen seines Körpers und schwebt weiterhin in Lebensgefahr, so ein Bezirksbeamter in Yuseong. Das intensive Feuer verhinderte zunächst, dass die Behörden die Toten identifizieren konnten. Südkoreas Premierminister Kim Min Seok ordnete an, dass sämtliches verfügbares Personal und Gerät für die laufenden Rettungs- und Bergungsarbeiten mobilisiert werden, wobei die Behörden warnten, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte.
Sämtliches verfügbares Notfallpersonal und -gerät muss für die laufenden Rettungsmaßnahmen mobilisiert werden.
Eine Serie tödlicher Unfälle
Das Werk in Daejeon hat nun in den letzten Jahren drei tödliche Explosionen erlebt. Im Mai 2018 starben fünf Menschen bei einer Explosion in derselben Anlage, im Februar 2019 wurden drei weitere Arbeiter getötet. Laut dem südkoreanischen Online-Portal News1 wird die jüngste Explosion – wie die beiden vorherigen Vorfälle – mit Arbeitsprozessen im Zusammenhang mit Raketenantriebssystemen in Verbindung gebracht, was jedoch nicht offiziell bestätigt wurde.
- Explosion tötet fünf Menschen in der Anlage in Daejeon
- Zweite Explosion tötet drei Menschen im selben Werk
- Dritte Explosion tötet fünf Arbeiter und verletzt zwei weitere schwer
Ermittlungen und mögliche Ursache
Während die genaue Ursache noch ungeklärt ist, deuten erste Berichte darauf hin, dass die Explosion während Reinigungsarbeiten im Zusammenhang mit Sprengstoffen oder Geräten zur Herstellung von Raketentreibstoff stattgefunden haben könnte. Die Feuerwehr benötigte etwa zwei Stunden, um die Flammen zu löschen. Die Löscharbeiten wurden Berichten zufolge dadurch erschwert, dass die Grundrisse der Fabrik als Staatsgeheimnis eingestuft sind. Hanwha Aerospace gab eine Erklärung heraus, in der das Unternehmen tiefe Trauer bekundete und eine gründliche Untersuchung zusagte.
Wir sind zutiefst schockiert und von Trauer überwältigt angesichts des tragischen Unfalls heute Morgen [...], der das Leben von fünf unserer geschätzten Kollegen forderte.
Strategische Bedeutung des Standorts
Die Hanwha-Aerospace-Anlage in Daejeon, etwa 150 Kilometer südlich von Seoul gelegen, gilt als Eckpfeiler der südkoreanischen Verteidigungsindustrie. Das Werk konzentriert sich auf Forschung und Entwicklung und umfasst fortschrittliche Waffentechnologien, Raketensysteme und Feststoffraketentriebwerke. Das Unternehmen ist ein wichtiger Akteur bei der Produktion von Artilleriesystemen, Lenkwaffen und Luftfahrtkomponenten für das südkoreanische Militär.


