Sicherheit · Minna

Nigerianisches Gremium: Häftlinge starben in Minna an Überfüllung und Vernachlässigung durch Beamte

Der Untersuchungsausschuss macht Überfüllung, schlechte Belüftung und ignorierte Hilferufe verantwortlich und empfiehlt Suspendierungen sowie Entschädigungen für die Hinterbliebenen. Berichte nennen 33 oder 37 Tote.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von BBC, N-tv, The Independent und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Minna · Nigeria
Wie es dazu kam
  1. 17.09.Häftlinge sterben in der Nacht des 17. September in einer Arrestzelle in Minna
  2. 27.10.Der Untersuchungsausschuss legt seine Ergebnisse vor, der Innenminister akzeptiert seine Empfehlungen

Was der Ausschuss feststellte

Das von der nigerianischen Regierung eingesetzte Untersuchungsgremium ist zu dem Schluss gekommen, dass die Häftlinge in der Nacht des 17. September in einer Arrestzelle in Minna, der Hauptstadt des Bundesstaates Niger, starben. Die Angaben zur Zahl der Toten gehen auseinander. BBC und N-tv nannten 33, Europa Press und The Independent 37, und Notícias ao Minuto wies darauf hin, dass auch die erste offizielle Zählung 37 betragen habe, bevor der Ausschuss die Zahl auf 33 korrigierte. Europa Press zufolge starben die Männer an Erstickung infolge von Überfüllung, nicht an der Krankheit, die die Beamten zunächst angeführt hatten. Die BBC berichtete, forensische und medizinische Beweise deuteten auf akutes Atemversagen im Zusammenhang mit langer Haft hin, verschärft durch Hitzestress und Dehydrierung.

Die Zustände in der Zelle

Der Ausschuss erklärte, in einer etwa 20 Quadratmeter großen Zelle seien rund 50 Häftlinge untergebracht gewesen, ohne fließendes Wasser, ohne funktionierende Toilette und mit zu wenig Essen, Trinkwasser und Luftzufuhr, so die BBC. The Independent nannte dieselbe Grundfläche und gab an, alle Häftlinge seien männlich gewesen. Erwachsene und Minderjährige waren gemeinsam untergebracht, und einige Häftlinge wurden über die zulässige Haftdauer hinaus festgehalten. Der Ausschuss stellte fest, dass für die Razzia kein genehmigter Einsatzbefehl, keine ordnungsgemäße Planung und keine Absprache mit der Mining Marshals Unit bestanden habe. Die Untersuchung ergab zudem, dass die Bergbaustätten, an denen die Männer gearbeitet hatten, lizenziert waren.

Ignorierte Hilferufe und eine gereinigte Halle

Die Beamten ignorierten Berichten zufolge wiederholte Hilferufe, obwohl ein medizinischer Mitarbeiter Bedenken wegen der Zustände geäußert hatte, so die BBC. Überlebende berichteten AFP, zitiert von Notícias ao Minuto, die Häftlinge hätten geschrien, dass Menschen stürben, doch die Wachen hätten ihnen nicht geglaubt. Die BBC berichtete außerdem, die Arresthalle sei vor dem Eintreffen der Ermittler gereinigt worden, was Bedenken weckte, ob Beweise möglicherweise beeinträchtigt werden sollten. Jonathan Kure, der das Ermittlungsteam leitete, beschrieb die Rufe aus der Zelle mit diesen Worten:

„Die Häftlinge schlugen immer wieder gegen Zellentüren und Wände, riefen um Hilfe und flehten um Wasser.“

Jonathan Kure

Kure sagte weiter, die Haftbedingungen kämen grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung gleich. Er fügte hinzu, die Tragödie zeige die Folgen einer systemischen Missachtung von Haftstandards.

„Die Tragödie zeigt die Folgen einer systemischen Missachtung von Haftstandards, Aufsichtspflichten und des Wohlergehens von Personen in Gewahrsam.“

Jonathan Kure

Suspendierungen und Entschädigung

Innenminister Olubunmi Tunji-Ojo akzeptierte Europa Press zufolge die Empfehlungen des Ausschusses und ordnete die sofortige Suspendierung der Beamten an, die das Haftzentrum gereinigt hatten. N-tv berichtete, das Ministerium habe einen Kommandeur der paramilitärischen Einheit NSCDC suspendiert, während The Independent meldete, der Kommandant des Bundesstaates Niger sei zusammen mit weiteren Beamten suspendiert worden. Die BBC berichtete, der Bericht werde dem Generalstaatsanwalt des Bundes zur weiteren rechtlichen Prüfung zugeleitet, und Tunji-Ojo habe gesagt, die Verantwortlichen würden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Der Ausschuss empfahl 30 Millionen Naira (etwa 16.683 Pfund bzw. 22.285 US-Dollar) für jede Familie der Opfer und 10 Millionen Naira für jeden Überlebenden. The Independent nannte 41 Überlebende.

Proteste und der weitere Kontext

Die Todesfälle lösten in Minna wütende Proteste aus, die N-tv als stadtweit beschrieb, und Notícias ao Minuto berichtete, die Polizei habe Waffen eingesetzt, um Demonstranten auseinanderzutreiben. Europa Press und N-tv gaben die Zahl der Minderjährigen unter den Toten mit 14 an, Notícias ao Minuto und Le Monde mit etwa zehn. Der Bundesstaat Niger ist reich an Bodenschätzen und zieht viele Goldsucher an, die meisten von ihnen suchen N-tv zufolge illegal, und kriminelle Banden verlangten häufig einen Anteil an dem geförderten Metall. The Independent berichtete, illegaler Bergbau in Nigeria werde durch fehlende Regulierung und schwache Durchsetzung befeuert.

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