
Drei Bergsteiger sterben bei 400-Meter-Sturz an der Nordwand des Gran Paradiso
Die Leichen von drei Bergsteigern wurden auf etwa 3.600 Metern an der Nordwand des Gran Paradiso gefunden, nachdem sie am Freitag von einem Gipfelversuch nicht zurückgekehrt waren. Zwei der Toten sind Italiener, der dritte wurde noch nicht identifiziert.
Der Unfall
Drei Alpinisten, die am frühen 12. Juni zum Gipfel des Gran Paradiso aufbrachen, kehrten nie zurück. Ihre Leichen wurden später auf etwa 3.600 Metern an der Nordwand des Berges gefunden, nur wenige Meter vom 4.061 Meter hohen Gipfel entfernt. Nach Angaben des italienischen Rettungsdienstes stürzte die Gruppe beim Aufstieg an der Nordwand in die Tiefe. Einem Bericht zufolge betrug der Sturz etwa 400 Meter.
Rettungseinsatz
Ein Anruf ging kurz nach 19:30 Uhr am Freitagabend im Notrufzentrum von Aosta ein, als die Bergsteiger nicht zurückgekehrt waren. Sie hatten in der Federico-Chabod-Hütte (2.750 m) im Valsavarenche übernachtet und ihren Aufstieg gegen 3 Uhr morgens begonnen. Hubschrauber der alpinen Rettung des Aostatals und der Finanzpolizei in Entreves leiteten sofort eine Suche ein. Mithilfe eines GPS-Signals, das einer der Bergsteiger aktiviert hatte, konnte der Ort der Leichen genau bestimmt werden.
- Bergsteiger verlassen die Rifugio Federico Chabod (2.750 m)
- Alarm ausgelöst, nachdem die Gruppe nicht zurückkehrt
- Rettungskräfte finden Leichen auf etwa 3.600 m an der Nordwand
Der Gran Paradiso
Der Gran Paradiso liegt im gleichnamigen Nationalpark im Nordwesten Italiens und gilt als einer der zugänglichsten Viertausender der Alpen. Dennoch betonen Führer die Notwendigkeit einer hervorragenden körperlichen Verfassung, solider technischer Fähigkeiten und Vertrautheit mit dem Hochgebirgsgelände. Der Aufstieg wird als „ziemlich schwierig (obere Stufe)“ bis „schwierig (untere Stufe)“ eingestuft.
Vorherige Tragödie
Weniger als zwei Wochen vor diesem Vorfall ereignete sich ein weiterer tödlicher Unfall an derselben Nordwand. Am 30. Mai stürzte Andrea Villa, ein 54-jähriger Bergsteiger aus Como, ungesichert vor den Augen seines Bruders und eines weiteren Kletterpartners 500 Meter in die Tiefe. Er starb noch am Unfallort. Die aktuellen Opfer, von denen zwei italienische Staatsbürger sind, warten auf die formelle Identifizierung durch die Bergrettung von Cervinia.


