
78-Jähriger stirbt in Polizeigewahrsam im 20. Pariser Arrondissement; IGPN leitet Ermittlungen ein
Ein 78-jähriger Mann, der wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt festgenommen worden war, wurde tot in seiner Zelle im Polizeikommissariat des 20. Arrondissements aufgefunden. Die Polizeiaufsichtsbehörde ermittelt nun zum zweiten Todesfall auf dieser Wache in diesem Jahr.
Die Umstände des Todes
Ein 78-jähriger Mann ist am Mittwoch, dem 1. Juli 2026, im Polizeigewahrsam des Kommissariats des 20. Pariser Arrondissements gestorben. Er war am Vortag gegen 7 Uhr morgens unter dem Verdacht der häuslichen Gewalt festgenommen worden. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte den Tod am Donnerstag und gab bekannt, dass die Generalinspektion der Nationalpolizei (IGPN) mit den Ermittlungen beauftragt wurde. Beamte meldeten, sie hätten den Mann gegen 10:40 Uhr bewusstlos in seiner Zelle aufgefunden, nachdem frühere Kontrollen nichts Auffälliges ergeben hatten. Wiederbelebungsversuche, unter anderem mit einem Defibrillator, blieben erfolglos. Ein Arzt traf um 11:00 Uhr ein und stellte den Tod fest.
Es wurde eine Notfallversorgung mit einem Defibrillator durchgeführt. Der erforderliche Arzt traf um 11 Uhr ein und stellte den Tod fest.
Ablauf der Inhaftierung
Der Mann wurde am Dienstag, den 30. Juni, gegen 7 Uhr in Gewahrsam genommen. Eine medizinische Untersuchung am Mittag ergab, dass sein Gesundheitszustand mit einer Inhaftierung vereinbar war. Er wurde zudem von einem Psychiater untersucht, der keine besonderen Auffälligkeiten feststellte. Seine Prostatamedikamente wurden im Laufe des Tages zweimal verabreicht. Nach der Verlängerung der Untersuchungshaft wurde am frühen Dienstagabend eine zweite medizinische Untersuchung durchgeführt. Am Mittwochmorgen stellten Beamte, die zwischen 7 und 8 Uhr das Frühstück verteilten, und eine weitere Kontrolle um 9 Uhr nichts Ungewöhnliches fest. Die Temperatur auf der Wache betrug zum Zeitpunkt des Vorfalls 26 °C.
- Mann wegen häuslicher Gewalt festgenommen, in Gewahrsam des 20. Arrondissements
- Mittägliche ärztliche Untersuchung stellt Haftfähigkeit fest; Psychiater findet keine Probleme
- Zweite medizinische Untersuchung am frühen Abend nach Verlängerung der Haft
- Polizei verteilt Frühstück; keine Auffälligkeiten beobachtet
- Kontrolle um 9 Uhr meldet keine Probleme
- Beamte finden ihn bewusstlos in der Zelle; Notfallversorgung mit Defibrillator scheitert
- Arzt trifft ein, stellt den Tod fest
Vorwürfe häuslicher Gewalt
Die Ermittlungen, die zu seiner Festnahme führten, begannen im Januar 2025, als die Ehefrau des Mannes den Sozialdiensten mitteilte, sie habe über fünfzig Jahre lang Misshandlungen durch ihren Ehemann erlitten. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte, der Mann habe auch Schusswaffen zu Hause aufbewahrt. In späteren Anhörungen gaben die Kinder des Paares an, von ihrem Vater zusätzlich zur psychischen Misshandlung auch sexuell missbraucht worden zu sein.
Aus den Anhörungen ging hervor, dass die Kinder des Paares zusätzlich zur psychischen Misshandlung auch sexuellen Missbrauch durch ihren Vater angegeben hatten.
Zweiter Todesfall auf der Wache
Es ist der zweite Todesfall im Polizeigewahrsam des Kommissariats des 20. Arrondissements in den letzten Monaten. Im Januar 2026 starb El Hacen Diarra, ein 35-jähriger Mauretanier, in derselben Einrichtung. Seine Familie behauptet, er sei vor seinem Tod in eine gewalttätige Auseinandersetzung mit Beamten verwickelt gewesen. Der Verein Paris Aide aux Victimes wurde gebeten, die Familie des jüngsten Opfers zu informieren und zu unterstützen.
Ermittlungen
Eine Autopsie wurde angeordnet, um die Todesursache des Mannes zu klären. Die IGPN führt eine parallele Untersuchung der Umstände des Todesfalls durch. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat keine weiteren Details zum Gesundheitszustand oder zu möglichen beitragenden Faktoren veröffentlicht.


