
Thirty Meter Telescope-Konsortium wählt Hawaii statt Spaniens Eine-Milliarde-Euro-Angebot für La Palma
Das TMT International Observatory lehnte ein spanisches Finanzierungspaket in Höhe von einer Milliarde Euro ab und bestätigte Hawaii als Standort für das 30-Meter-Optikteleskop.
Konsortium wählt Hawaii statt Roque de los Muchachos
Am Freitagnachmittag, dem 18. September 2026, lehnte das internationale Konsortium, das das Thirty Meter Telescope (TMT) betreibt, die Insel La Palma offiziell ab und wählte Hawaii als Standort für das Observatorium. Der Cabildo de La Palma wurde über die Entscheidung informiert, nachdem er eine Mitteilung über das Instituto de Astrofísica de Canarias erhalten hatte. Die Entscheidung beendet einen Standortbewertungsprozess, der sich über mindestens zehn Jahre erstreckte. Ursprünglich war das Projekt für Hawaii geplant, doch anhaltender Widerstand der einheimischen Bevölkerung veranlasste die internationalen Verantwortlichen, das Observatorium Roque de los Muchachos als Alternativstandort in Betracht zu ziehen. Die geplante Einrichtung mit einem 30 Meter durchmessenden Hauptspiegel ist als größtes optisches und Infrarotteleskop der Nordhalbkugel konzipiert, um das Universum mit hoher Präzision zu beobachten.
Finanzielle Zusagen und Standortvorbereitung
Um die Installation auf La Palma zu sichern, legten die spanische Regierung und die Europäische Investitionsbank (EIB) ein gemeinsames Finanzierungsangebot vor, das bis zu 1.000 Millionen Euro mobilisieren kann. Die finanzielle Aufteilung sah 400 Millionen Euro direkt vom Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Universitäten sowie ein Darlehen in Höhe von 600 Millionen Euro vor, das von der Europäischen Investitionsbank geprüft wurde.
- Spanisches Ministerium für Wissenschaft
- 400 Mio. EUR
- Darlehen der Europäischen Investitionsbank
- 600 Mio. EUR
Neben den finanziellen Mitteln präsentierte die spanische Kandidatur einen integrierten technischen Plan, der sich auf den Standort Roque de los Muchachos konzentrierte. Die spanischen Behörden betonten, dass die technischen Vorbereitungen bereits abgeschlossen seien, darunter fertige technische Studien, Umweltprüfungen und erforderliche Verwaltungsgenehmigungen. Das Angebot umfasste auch einen langfristigen Governance-Rahmen, der die Rechte, operativen Rollen und Beteiligung aller internationalen Konsortiumsmitglieder während der gesamten Betriebsdauer des Instruments schützen und gleichzeitig qualifizierte Arbeitsplätze und technologische Investitionen auf der Insel schaffen soll.
Reaktion der spanischen Regierung und Wissenschaftsdiplomatie
Die spanische Regierung bedauerte die Entscheidung und erklärte, die Verwaltung habe alle verfügbaren institutionellen Wege, Finanzierungsmechanismen und wissenschaftsdiplomatischen Mittel ausgeschöpft, um das Angebot zu unterstützen. Beamte des Ministeriums für Wissenschaft, Innovation und Universitäten erklärten, dass die Kanarischen Inseln außergewöhnliche atmosphärische Bedingungen für die optische und Infrarotastronomie bieten.
Wir haben eine wissenschaftlich und technisch solide Kandidatur vorgelegt, intensive wissenschaftsdiplomatische Arbeit geleistet und ein außergewöhnliches finanzielles Engagement auf den Tisch gelegt, das die Mobilisierung von bis zu 1.000 Millionen Euro durch die spanische Regierung und die Europäische Investitionsbank vorsah.
Beamte des Ministeriums stellten fest, dass Spanien zwar das formelle Votum des Konsortiums respektiere, die Regierung die endgültige Wahl jedoch angesichts der wissenschaftlichen Bereitschaft der Insel nicht teile.
Der kanarische Himmel ist außergewöhnlich für die Astronomie, und La Palma bot außergewöhnliche Bedingungen, um dieses Projekt zu beherbergen. Aber wir respektieren die Entscheidung des internationalen Konsortiums, auch wenn wir sie nicht teilen.
Position des Konsortiums und Astronomie auf den Kanarischen Inseln
Das TMT International Observatory gab keine spezifischen technischen oder finanziellen Gründe für die Ablehnung des Angebots von La Palma und die Wahl Hawaiis bekannt. In seiner formellen Antwort dankte die Organisation den spanischen Behörden für ihr Angebot und bekundete Interesse an einer offenen Kommunikation über künftige wissenschaftliche Partnerschaften. Spanische Regierungsquellen versicherten, dass das Ergebnis die laufende staatliche Unterstützung für groß angelegte Forschungsinfrastrukturen in der Region nicht ändern werde.
Die Entscheidung über das TMT ändert nichts an unserem Engagement für die Kanarischen Inseln, das Instituto de Astrofísica de Canarias oder große wissenschaftliche Infrastrukturen.
Beamte bestätigten, dass Spanien weiterhin Astronomieprojekte auf dem gesamten Archipel finanzieren werde, um die Kanarischen Inseln als internationales Zentrum für Astrophysik zu erhalten.


