Entdeckungen · La Paz, Yungas und Caranavi
Wissenschaftler identifizieren Leopardus tilcayo als neue Wildkatzenart in Bolivien
Forschende haben Leopardus tilcayo, eine 1,4 Kilogramm schwere Katze aus den Yungas-Nebelwäldern, formal beschrieben – die erste neu benannte Wildkatzenart seit 1923.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Reuters, The New York Times, BFMTV und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die formale Benennung von Leopardus tilcayo am 17. September 2026 markiert die erste neu katalogisierte Wildkatzenart seit der uruguayischen Pampaskatze im Jahr 1923.
Die Art wiegt 1,4 Kilogramm, ist 46 Zentimeter lang und bewohnt Yungas-Nebelwälder in Höhenlagen zwischen 1.500 und 2.000 Metern.
Die Art weicht in Schädelmerkmalen und Fellmusterung von der Südlichen Tigerkatze ab, was auf eine eigenständige Evolutionslinie hindeutet.
- 1923Beschreibung der uruguayischen Pampaskatze, der letzten zuvor benannten Wildkatzenart
- 2017Tigrino kommt nach einem Leben als Haustier im Senda-Verde-Tierschutzzentrum an
- 2019Biologin Paola Nogales-Ascarrunz stellt morphologische Unterschiede zu bekannten Tigerkatzen fest
- 17.09.Current Biology veröffentlicht Studie, die Leopardus tilcayo formal benennt
Entdeckung im Yunga-Nebelwald
Biologen haben in Bolivien eine neue Wildkatzenart identifiziert, die den Namen Leopardus tilcayo oder Tilcayo-Katze trägt, wie eine am 17. September 2026 in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlichte Studie zeigt. Das Tier lebt in den bergigen Nebelwäldern der Yungas-Region, etwa 90 Kilometer nordöstlich von La Paz, in Höhenlagen zwischen 1.500 und 2.000 Metern. Mit einer Länge von rund 46 Zentimetern und einem Gewicht von etwa 1,4 Kilogramm ist die Tilcayo-Katze kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze. Die formale Klassifizierung stellt die erste Beschreibung einer neu identifizierten lebenden Katzenart dar, seit Forscher 1923 die uruguayische Pampaskatze beschrieben.
„Wir waren überrascht, dass diese Art so lange unentdeckt blieb. Die Yungas sind ein Biodiversitäts-Hotspot, aber die meisten Säugetiergruppen wurden dort noch nie systematisch untersucht.“
Ein jahrzehntelanges Rätsel
Die Tilcayo-Katze wurde erstmals 2019 von der Biologin Paola Nogales-Ascarrunz während ihrer Doktorarbeit an der Universidad Mayor de San Andrés in La Paz bemerkt. Bei der Analyse von Museumsexemplaren fielen ihr Abweichungen bei den Schädeln und Fellen auf, die zuvor der Südlichen Tigerkatze (Leopardus guttulus) zugeordnet worden waren. Genetische Vergleiche mit anderen südamerikanischen Katzen ergaben, dass die Tilcayo-Katze eine eigene Evolutionslinie darstellt, die sich vor etwa 1,5 Millionen Jahren von den anderen Arten abspaltete. Die Forscher schätzen, dass die Art einst ein größeres Verbreitungsgebiet hatte, das sich von den bolivianischen Yungas bis in die peruanischen Anden erstreckte. […] Die formale Beschreibung erfolgte anhand eines einzigen Individuums, das 2017 in der Nähe von Caranavi gerettet wurde, sowie anhand von Museumsexemplaren aus den Sammlungen des Museo Nacional de Historia Natural in La Paz und des Natural History Museum in London.
„Die Tatsache, dass wir ein lebendes Exemplar in Gefangenschaft untersuchen konnten, war entscheidend. Wir konnten Verhalten, Fellmuster und sogar die Lautäußerungen dokumentieren, die sich von denen anderer Kleinkatzen unterscheiden.“
Ein lebender Vertreter namens Tigrino
Ein zentraler Baustein der Forschung war Tigrino, ein männliches Tier, das seit 2017 im Tierschutzzentrum Senda Verde lebt. Tigrino wurde als Haustier gehalten, bevor er in das Schutzgebiet gebracht wurde. Die Forscher stellten fest, dass Tigrino ein rötlich-braunes Fell mit dunklen, unterbrochenen Streifen und Flecken aufweist, die an die Musterung von Ozelots erinnern. Genetische Analysen bestätigten, dass Tigrino zur neuen Art gehört. Die Forscher betonen, dass die Entdeckung die Bedeutung der Yungas-Wälder als Biodiversitäts-Hotspot unterstreicht. Die Region ist durch Abholzung und die Ausweitung der Landwirtschaft bedroht. Die Autoren der Studie fordern daher eine Neubewertung des Schutzstatus der Tigerkatzen-Arten in Südamerika.
„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Art möglicherweise stärker gefährdet ist als bisher angenommen. Wir müssen die Populationen in Bolivien und Peru dringend überwachen, um Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“
Bedrohter Lebensraum und laufende Forschung
Derzeit ist nur wenig über die Populationsgröße, die soziale Struktur oder die Fortpflanzungsmuster der Tilcayo-Katze dokumentiert. […] Kotanalysen deuten darauf hin, dass kleine Nagetiere einen Teil der Nahrung der Katze ausmachen, während erste Kamerafallenaufnahmen darauf hindeuten, dass das Tier überwiegend nachtaktiv ist. […] Naturschutzbiologen fordern internationale Gremien auf, die fünf Tigerkatzen-Arten getrennt zu bewerten, damit gezielte Schutzmaßnahmen für jede Abstammungslinie etabliert werden können.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ReutersFur real? Scientists identify brand-new cat species in Bolivia
- The New York TimesUna nueva especie de felino es descubierta por primera vez en un siglo
- BFMTV"Un peu plus petit qu'un chat domestique": une espèce de félin sauvage, le tilcayo, a été découverte en Bolivie, une première en un siècle
- La Repubblica.itBolivia, ecco il gatto Tilcayo: è la nuova specie felina scoperta dopo un secolo
- Paola Nogales-Ascarrunz
- Biologin und Hauptautorin der Studie an der Universidad Mayor de San Andrés in La Paz
- Jonas Lescroart
- Evolutionsbiologe und Koautor der Studie an der Universität Antwerpen
- Eduardo Eizirik
- Koautor der Studie und Forscher an der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio Grande do Sul
- Orte
- La Paz
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