
Texas vollstreckt Hinrichtung von Jamaal Howard mit Pentobarbital nach gescheiterter Exekution in Tennessee
Gefängnisbeamte erklärten den 46-Jährigen im Gefängnis von Huntsville für tot, nachdem Gerichte Berufungen wegen geistiger Behinderung und der misslungenen Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee zurückgewiesen hatten.
Giftspritze in Huntsville
Die texanischen Strafvollzugsbehörden haben am Mittwochabend den 46-jährigen zum Tode verurteilten Häftling Jamaal Howard im Staatsgefängnis von Huntsville durch eine Giftspritze hingerichtet. Howard wurde um 20:03 Uhr Ortszeit offiziell für tot erklärt, 19 Minuten nachdem das medizinische Personal begonnen hatte, ihm eine tödliche Dosis Pentobarbital zu verabreichen. Als die Chemikalie zu wirken begann und sein Atmungssystem lähmte, holte Howard ein paar Mal Luft, rang nach Atem und gab schnarchende und hustende Geräusche von sich, die stetig leiser wurden. Rund 30 Sekunden nachdem die Substanz in seine Venen gelangt war, hörten alle körperlichen Bewegungen auf. Es war die erste Hinrichtung in den Vereinigten Staaten seit einem fehlgeschlagenen Versuch in Tennessee eine Woche zuvor.
- Howard erschießt die Ladenangestellte Vickie Swartout bei einem Raubüberfall in Silsbee
- Die Behörden von Tennessee scheitern bei der Hinrichtung von Christa Pike, nachdem sie zwei Dosen Pentobarbital verabreicht haben
- Pike erlangt in einem Krankenhaus fast sechs Tage nach der gescheiterten Hinrichtung das Bewusstsein wieder
- Texas richtet Howard mit Pentobarbital im Gefängnis von Huntsville hin
Letzte Worte an die Familie des Opfers
Bevor das Hinrichtungsteam die tödliche Dosis verabreichte, fragte der Gefängnisdirektor Howard, ob er letzte Worte sagen wolle. Howard richtete seine Worte an das Beobachtungsfenster und blickte zu den Angehörigen seines Opfers, die nur wenige Meter von der Todeskammer entfernt standen. Durch die Glaswand sprach er eine Entschuldigung direkt an die Familienmitglieder und fragte, ob sie sich mit seinen früheren Taten versöhnen könnten.
Ich hoffe, Sie nehmen meine Entschuldigung an, und ich bitte um Ihre Vergebung. Es tut mir leid, was geschehen ist. Ich hoffe, Sie können eines Tages lernen, mir zu vergeben.
Howard dankte auch seinen persönlichen Freunden und Familienmitgliedern und sagte ihnen, dass er sie liebe, während sie das Verfahren beobachteten. Er fügte hinzu, dass er inneren Frieden fühle und bereit sei, Gott zu begegnen, und wünschte den Anwesenden alles Gute. Howard beendete seine letzten Worte mit dem Appell an die Zeugen, das Leben zu genießen, und wünschte allen Anwesenden Frieden.
Rechtliche Anfechtungen und der Präzedenzfall Tennessee
Howards Verteidiger versuchten bis in die letzten Stunden, die Hinrichtung durch Eilanträge bei staatlichen und Bundesgerichten zu stoppen. Sein Anwaltsteam reichte eine Beschwerde beim Texas Court of Criminal Appeals ein, in der es das Hinrichtungsprotokoll anfocht, und beantragte parallel beim Obersten Gerichtshof der USA einen sofortigen Aufschub der Hinrichtung. Die Anwälte argumentierten, Howard leide an einer geistigen Behinderung, die seine Hinrichtung nach verfassungsrechtlichen Maßstäben ausschließe. Sie machten zudem geltend, dass seine Hinrichtung mit Pentobarbital schwere medizinische Risiken berge, und verwiesen auf den Fall der 50-jährigen Christa Pike in Tennessee am 30. September 2026. Pike überlebte zwei aufeinanderfolgende Dosen Pentobarbital, lag fast sechs Tage bewusstlos in einem Krankenhausbett, während Anwälte einen Hirntod befürchteten, und erlangte erst am 6. Oktober 2026 das Bewusstsein wieder. Der Oberste Gerichtshof der USA wies Howards Antrag am Mittwochabend ohne Begründung zurück und ebnete damit den Weg für die Giftspritze.
Der Raubüberfall von 2000 und die Gesamtzahl der Hinrichtungen
Howard wurde wegen der tödlichen Erschießung der 42-jährigen Ladenangestellten Vickie Swartout bei einem bewaffneten Raubüberfall im Jahr 2000 in Silsbee, Texas, zum Tode verurteilt. Howard war 20 Jahre alt, als er den Raubüberfall beging und 114 Dollar in bar sowie eine Stange Zigaretten aus dem Supermarkt entwendete. Der Vorfall wurde von den Überwachungskameras des Geschäfts aufgezeichnet, die den Mord festhielten und als entscheidendes Beweismittel in seiner späteren Strafverfolgung dienten. Howards Giftspritze war die 30. Hinrichtung, die 2026 in den Vereinigten Staaten vollstreckt wurde. Auf Texas entfallen bislang sieben dieser Hinrichtungen im Jahr 2026, und die staatlichen Strafvollzugsbehörden haben zwei weitere Häftlinge zur Hinrichtung vor dem Ende des Kalenderjahres angesetzt.
- Texas
- 7 Hinrichtungen
- Gesamt in den Vereinigten Staaten
- 30 Hinrichtungen

