KI-generiert·Mehr erfahren
© www.gazetaprawna.pl
Wirtschaft·vor 3 Tagen

EU verhängt 200-Millionen-Euro-Strafe gegen Temu wegen Verkauf gefährlicher Spielzeuge und Ladegeräte und fordert Sicherheitsüberholung bis August

Die Europäische Kommission hat die chinesische Shopping-Plattform Temu mit einer Geldstrafe von 200 Millionen Euro belegt, weil sie es versäumt hat, Risiken durch illegale und unsichere Produkte, die an EU-Verbraucher verkauft werden – darunter Spielzeug mit Erstickungsgefahr und nicht zertifizierte Ladegeräte –, angemessen zu bewerten und zu mindern.

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag eine Geldstrafe von 200 Millionen Euro gegen die chinesische E-Commerce-Plattform Temu wegen schwerwiegender Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA) verhängt. Die Strafe folgt auf eine formelle Untersuchung, die im Oktober 2024 eingeleitet wurde und die weit verbreitete Verfügbarkeit illegaler und gefährlicher Produkte auf der Plattform aufdeckte, die seit ihrem Markteintritt im Jahr 2023 in Europa über 130 Millionen Kunden gewonnen hat.

Was die Untersuchung ergab

Die Ermittler der Kommission nutzten verdeckte Testkäufe, Verbraucherbeschwerden sowie Daten von Zoll- und Marktüberwachungsbehörden, um ihren Fall aufzubauen. Ein sehr hoher Prozentsatz der ausgewählten Ladegeräte bestand grundlegende Sicherheitstests nicht, während ein hoher Anteil der getesteten Säuglingsspielzeuge mittlere oder hohe Sicherheitsrisiken aufwies. Diese Spielzeuge enthielten Chemikalien, die die EU-Sicherheitsgrenzwerte überschritten, oder hatten abnehmbare Teile, die eine Erstickungsgefahr darstellten.

Die von Temu durchgeführte Risikobewertung unterschätzt spezifische Risiken, ist unzureichend detailliert, basiert nicht auf soliden Beweisen und ist nicht umfassend.

Die Kommission stellte außerdem fest, dass der Risikobewertungsbericht von Temu für das Jahr 2024 zu allgemein war und sich eher auf allgemeine Informationen aus dem E-Commerce-Sektor als auf konkrete Belege für die eigene Plattform stützte. Das Unternehmen unterschätzte erheblich, wie oft EU-Verbraucher auf illegale Produkte stoßen.

Algorithmische Verstärkung und Influencer-Werbung

Über die Produkte selbst hinaus kritisierte Brüssel Temu dafür, dass es nicht analysiert habe, wie seine eigenen Empfehlungssysteme und Influencer-Werbeprogramme die Verbreitung illegaler Waren verstärken könnten. Nach dem DSA sind sehr große Online-Plattformen (VLOPs) wie Temu dazu verpflichtet, solche systemischen Risiken sorgfältig zu bewerten und zu mindern.

Was Temu jetzt tun muss

Temu muss bis zum 28. August 2026 einen detaillierten Aktionsplan bei der Kommission einreichen, der darlegt, wie das Unternehmen die festgestellten Mängel beheben wird. Das Europäische Gremium für digitale Dienste hat dann einen Monat Zeit, um seine Stellungnahme abzugeben, woraufhin die Kommission einen endgültigen Beschluss fassen und eine angemessene Umsetzungsfrist festlegen wird.

Zeitleiste der EU-Untersuchung und Strafe gegen Temu
  1. Temu tritt in den europäischen Markt ein und gewinnt schnell über 130 Millionen Kunden.
  2. Temu legt einen Risikobewertungsbericht vor; die Kommission stuft ihn später als zu allgemein und nicht auf konkreten Beweisen beruhend ein.
  3. Die Europäische Kommission leitet ein formelles Verfahren gegen Temu nach dem Gesetz über digitale Dienste ein.
  4. Die Kommission verhängt eine Geldstrafe von 200 Millionen Euro und ordnet an, dass Temu einen Korrekturmaßnahmenplan vorlegt.
  5. Frist für Temu, seinen detaillierten Aktionsplan bei der Kommission einzureichen.

Allgemeiner Kontext und Reaktion der Branche

Europäische Verbraucherorganisationen haben wiederholt vor gefährlichen Produkten gewarnt, die auf Online-Marktplätzen überschwemmt werden, insbesondere solchen mit Sitz in China. Eine Untersuchung von Toy Industries of Europe aus dem Jahr 2025 ergab, dass 86 % der auf nicht-europäischen Online-Handelsseiten verkauften Spielzeuge nicht den aktuellen Sicherheitsstandards entsprachen. Die Geldstrafe wurde unter Berücksichtigung der Art, Schwere und Dauer des Verstoßes berechnet, und die Kommission wies Behauptungen zurück, die Strafe sei überhöht. Wenn Temu der Entscheidung nicht nachkommt, drohen weitere regelmäßige Zwangsgelder.

Brüssel

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft
Brest · Murmansk
Daejeon · Seoul