
Wanderer stürzt auf der Orla Perć in der polnischen Tatra 100 Meter in die Tiefe und wird verletzt
Ein Tourist hat sich am Samstagmorgen bei einem Sturz von rund 100 Metern nahe der Kozia Przełęcz in der Hohen Tatra schwere Kopf- und Gliedmaßenverletzungen zugezogen; Rettungskräfte der TOPR flogen ihn mit dem Hubschrauber aus.
Sturz von der Orla Perć
Am Morgen des Samstags, 3. Oktober 2026, stürzte ein Tourist im Bereich der Kozia Przełęcz in der Hohen Tatra rund 100 Meter einen steilen Berghang hinab. Die Kozia Przełęcz bildet einen zentralen und anspruchsvollen Abschnitt der Orla Perć, eines ausgesetzten Höhenkamms, der als eine der technisch schwierigsten Routen Polens gilt. Das Wetter war in der gesamten Bergkette klar und sonnig, was zahlreiche Wanderer in die höheren Lagen lockte. Andere Touristen, die den Grat überquerten, beobachteten den Sturz und riefen sofort den Bergrettungsdienst. Die Notrufzentrale der TOPR in Zakopane nahm den Anruf entgegen und leitete unverzüglich eine Rettungsaktion ein.
Hubschrauberbergung nach Zakopane
Die Retter schickten einen Rettungshubschrauber der TOPR direkt zu dem steilen und ausgesetzten Hang unterhalb des Sattels, um den Verunglückten zu finden und zu bergen. Zeugen auf benachbarten Wegen berichteten, dass der Hubschrauber während des laufenden Einsatzes in Richtung der Unglücksstelle flog. Der Retter Tomasz Wojciechowski bestätigte in der Anfangsphase, dass sich ein Unfall mit einem Sturz aus großer Höhe ereignet habe und dass spezialisierte Rettungsverfahren liefen. Die Einsatzkräfte erreichten den abgestürzten Wanderer und stellten schwere Verletzungen fest, darunter Kopfverletzungen und mehrere Knochenbrüche. Nach der notfallmedizinischen Stabilisierung am Berg brachte die Hubschrauberbesatzung den Mann in ernstem Zustand in das Krankenhaus von Zakopane.
- Ein Wanderer stürzt nahe der Kozia Przełęcz auf der Orla Perć rund 100 Meter einen steilen Hang hinab.
- Zeugen verständigen die Einsatzzentrale der TOPR in Zakopane, woraufhin ein Rettungshubschrauber entsandt wird.
- Die Retter stabilisieren den schwer verletzten Wanderer und fliegen ihn direkt in ein Krankenhaus nach Zakopane.
Ausrüstungsmängel auf vereistem Gelände
Nach der Bergung stellten die Einsatzkräfte der TOPR fest, dass der Wanderer die Höhenzone ohne die vorgeschriebene Alpinausrüstung betreten hatte. Der Mann trug an seinen Schuhen nur leichte Microspikes statt steifer Steigeisen und hatte überhaupt keinen Eispickel dabei. Die Retter betonten, dass Microspikes für steiles alpines Gelände unzureichend sind und beim Überqueren vereister Felswände keine vollwertigen Steigeisen ersetzen können. Die TOPR unterstrich, dass jeder, der Höhenwanderungen plant, sowohl seine technische Ausrüstung als auch seine eigenen bergsteigerischen Fähigkeiten gründlich einschätzen muss. Der Retter Grzegorz Kubicki schilderte die genauen Ausrüstungsmängel, die bei dem Einsatz festgestellt wurden.
Es gibt sehr harte, vereiste Schneeflecken, die wirklich solide Erfahrung und entsprechende Ausrüstung erfordern. Dieser Tourist besaß leider weder Steigeisen noch einen Eispickel. Soweit ich weiß, hatte er Microspikes an den Füßen, aber wir betonen es immer wieder: Das ist keine Ausrüstung für Wanderungen im Hochgebirge.
Warnungen vor den Übergangsbedingungen im Gebirge
Die Bergretter warnten, dass die Tatra derzeit eine schwierige saisonale Übergangsphase mit trügerischen Wegbedingungen erlebt. Das sonnige Wetter am Tag lässt die obere Schneedecke schmelzen, doch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Nacht verwandeln den Schneematsch in harte, glatte Eisflächen. Besonders ausgeprägt sind diese tückischen Verhältnisse an Nordhängen, wo dicke, glasierte Schneeschichten fortgeschrittene Steigeisen- und Eispickeltechnik verlangen. Grzegorz Kubicki erklärte, dass trotz mehrerer offizieller Sicherheitsappelle der TOPR in den vergangenen Tagen weiterhin viele Wanderer unvorbereitet auf gefrorene Grate ziehen. Die Retter rieten Touristen, ihre Pläne zu überdenken und Wege in tieferen Lagen oder die Westtatra zu wählen, wo die Schneedecke deutlich dünner ist.
Wir haben den Eindruck, dass unsere Hinweise, die wir seit mehreren Tagen herausgeben, ins Leere laufen, denn wir sehen weiterhin viele Menschen, die diese höheren Abschnitte überqueren, insbesondere die nach Norden ausgerichteten, die schneebedeckt und vereist sind.


