
Portugal nimmt Paar wegen 400.000-Euro-Betrugs mit falschen Tarot-Dienstleistungen fest
Ein Gericht in Portugal hat ein ausländisches Paar in Untersuchungshaft genommen, nachdem es festgenommen worden war, weil es eine Person unter dem Vorwand spiritueller Reinigungsrituale um mehr als 400.000 Euro betrogen haben soll.
Online-Vermarktung esoterischer Angebote und finanzielle Ausbeutung
Die portugiesische Kriminalpolizei stellte ein ausländisches Paar unter Ermittlung, nachdem sie ein umfangreiches Internetbetrugssystem aufgedeckt hatte, das einer Person mehr als 400.000 Euro entzogen hatte. Nach offiziellen Angaben der Polizei baute die weibliche Verdächtige eine Online-Präsenz auf, indem sie sich in sozialen Medien als professionelle Tarotleserin präsentierte. Sie betrieb eine eigene Website, die speziell dazu diente, ihre angeblichen okkulten Fähigkeiten zu bewerben und esoterische Dienstleistungen für potenzielle Kunden anzupreisen. Die Ermittler stellten fest, dass die betrügerischen Aktivitäten im Januar dieses Jahres begannen, als die Verdächtigen Kontakt zu dem Opfer aufnahmen und dessen psychische und emotionale Verletzlichkeit ausnutzten. Über mehrere Monate hinweg wurde das Opfer davon überzeugt, dass sein Geld einer speziellen rituellen Intervention bedürfe, um spirituelle Ergebnisse zu erzielen.
Die Polícia Judiciária legte im Zuge der Ermittlungen die genaue Täuschungsmethode dar, mit der dem Opfer Geld entzogen wurde.
Seit Januar dieses Jahres wurde das Opfer davon überzeugt, mehrere Banküberweisungen und persönliche Bargeldübergaben vorzunehmen, unter dem falschen Vorwand, das Geld müsse für spirituelle Arbeit gesegnet und gereinigt werden, wobei die spätere Rückzahlung der Beträge versprochen wurde.
Bargeldabholungen und Zurschaustellung von Reichtum
Die finanzielle Ausbeutung umfasste sowohl digitale Transaktionen als auch physische Übergaben, die bei mehreren Treffen in Portugal arrangiert wurden. Um erhebliche Bargeldbeträge direkt zu erlangen, unternahm das Paar wiederholt Kurzreisen aus dem Ausland nach Portugal. Die Polizei bestätigte, dass die Verdächtigen am Donnerstag zu ihrer jüngsten Abholung in Portugal eintrafen und bereits Rückflüge nach Brasilien für Samstag gebucht hatten. Das Opfer leistete mehrere Bargeldübergaben neben elektronischen Banküberweisungen, nachdem es die Zusicherung erhalten hatte, dass die Gelder zurückgezahlt würden. Während sie das Geld des Opfers einsammelten, blieb das Paar online durch regelmäßige Updates in sozialen Medien öffentlich sehr präsent. Beide Personen teilten zahlreiche Beiträge, die einen äußerst luxuriösen Lebensstil zeigten, mit deutlichen Zeichen von Reichtum, der durch ihre Aktivitäten finanziert wurde.
- Die weibliche Verdächtige wird in Brasilien wegen ähnlicher betrügerischer Aktivitäten festgehalten
- Die Verdächtigen starten ein Online-Esoteriksystem und beginnen, dem Opfer Geld zu entziehen
- Das Paar kommt auf einem Kurzbesuch nach Portugal, um Barzahlungen abzuholen
- Die Polícia Judiciária vollstreckt die Haftbefehle durch internationale Zusammenarbeit
- Das Gericht ordnet für beide Verdächtige Untersuchungshaft an, bevor ihr geplanter Flug nach Brasilien startet
Polizeiliche Überwachung und internationale Koordination
Die Festnahme des Paares erfolgte am Freitag im Rahmen eines operativen Einsatzes unter Leitung der Polícia Judiciária. Die Ermittlungen wurden von der Diretoria do Centro der Behörde geführt, in enger Abstimmung mit Beamten der Diretoria do Norte. Die Lokalisierung der Verdächtigen erforderte einen strukturierten grenzüberschreitenden Informationsaustausch zwischen der portugiesischen Polizei und ausländischen Partnerbehörden. Formelle Haftbefehle einer zuständigen Justizbehörde wurden vollstreckt, bevor die Verdächtigen das Land verlassen konnten. Die Ermittler fingen das Paar am Freitag ab und stoppten seine geplante Abreise nach Brasilien, die für den folgenden Morgen vorgesehen war.
Krimineller Hintergrund und gerichtliche Untersuchungshaft
Hintergrundüberprüfungen während der Ermittlungen ergaben, dass beide Verdächtigen bereits Vorstrafen in Brasilien hatten. Die brasilianischen Strafverfolgungsbehörden hatten die weibliche Verdächtige bereits 2015 im Zusammenhang mit ähnlich gelagerten Betrugsdelikten festgenommen. Nach ihrer Festnahme am Freitag wurde das Paar einem portugiesischen Gericht zur ersten richterlichen Anhörung vorgeführt. Die Justizbehörde verhängte die schwerste verfügbare Zwangsmaßnahme und ordnete für die Frau und ihren Ehemann Untersuchungshaft an. Beide Verdächtigen bleiben in Untersuchungshaft, während die portugiesischen Behörden das Verfahren im Betrugsfall über 400.000 Euro fortsetzen.


