
Sportler kritisieren Sydney Sweeney wegen nackter Novig-Sportwettenkampagne
Olympische Athleten und Sportpersönlichkeiten haben eine Werbekampagne der Sportwetten-App Novig mit Schauspielerin Sydney Sweeney verurteilt und argumentiert, dass das nackte Werbevideo den Frauensport sexualisiert.
Die Novig-Kampagne und ihre kreative Ausrichtung
Am 9. September 2026 startete die Sportvorhersage- und Wettanwendung Novig eine Werbekampagne mit dem Titel Just Sports mit der amerikanischen Schauspielerin Sydney Sweeney. In dem Werbevideo erscheint die 29-jährige Euphoria- und Anyone But You-Darstellerin nackt oder in minimaler Kleidung, während sie mit Sportgeräten wie Basketbällen, Fußbällen, Baseballschlägern und Hockeytoren interagiert. Novig-Gründer und CEO Jacob Fortinsky erklärte gegenüber Front Office Sports, dass Sweeney unabhängig auf das Startup zugekommen sei, um eine Eigenkapitalpartnerschaft anzustreben. In einem separaten Interview mit Complex sagte Sweeney, dass sie von Anfang an an den kreativen Diskussionen des Projekts beteiligt war.
Olympische Athleten stellen die Sexualisierung des Sports infrage
Die Veröffentlichung löste in den sozialen Medien Kritik von Spitzenathletinnen aus, die argumentierten, dass die Werbung den Frauensport auf das körperliche Erscheinungsbild reduziert. Die australische Schwimmerin Ariarne Titmus, viermalige olympische Goldmedaillengewinnerin, verurteilte den Marketingansatz auf Instagram als respektlos gegenüber Frauen im Profisport.
Wie können wir in einer Welt leben, in der die Monetarisierung des weiblichen Körpers und die Sexualisierung des Frauensports immer noch gängige Praxis sind?
Auch andere internationale Athleten schlossen sich diesen Bedenken an. Die britische Olympialäuferin Hannah Williams bezeichnete die Werbung als schädlich für Frauen, die darum kämpfen, im Sport respektiert zu werden, während die australische Weltboxmeisterin Skye Nicolson auf den Unterschied zwischen sportlichem Aussehen im Wettkampf und der Nutzung von Nacktheit zur Vermarktung von Sport hinwies. Die ehemalige polnische Tennisspielerin Zuzanna Dziewiecka drückte auf Instagram ihre Enttäuschung aus und erklärte, dass Sportlerinnen jahrelang dafür gekämpft haben, für ihre sportlichen Fähigkeiten und nicht für ihren Körper anerkannt zu werden. Die australische Wasserballspielerin Tilly Kearns, die Sprinterin Bree Rizzo und die olympische Gewichthebertrainerin Danielle Bagacay veröffentlichten ebenfalls Stellungnahmen, die die Kampagne ablehnten.
- Novig veröffentlicht das Just Sports-Video mit Sydney Sweeney.
- Athleten posten Trainingsmontagen und Sweeney teilt Fotos von nackten Sportlern auf Instagram.
- Parodien und internationale Reaktionen von Athleten kursieren auf Medienplattformen.
Reaktionen in den sozialen Medien und sportliche Montagen
Als Reaktion auf das Video organisierten Sportlerinnen aus verschiedenen Sportarten eine Online-Gegenbewegung, die den Satz nutzte, um ihre körperlichen Routinen und Erfolge zu demonstrieren. Die amerikanische Turnerin Gracie Kramer initiierte die Reaktion, indem sie eine Montage von sich selbst beim Training im Fitnessstudio veröffentlichte, begleitet von dem Satz, der beschreibt, wie Frauen im Sport tatsächlich aussehen. Die australische Olympiaschwimmerin Lani Pallister und die britische Sprinterin Amy Hunt schlossen sich der Aktion an, indem sie Clips ihrer Trainingspläne, Wettkämpfe und Medaillenverleihungen teilten.
Hunt wandte sich direkt an Sweeney, nachdem sie am 13. September 2026 bei der Ultimate Championship in Budapest angetreten war, wo sie im 200-Meter-Finale mit einer Saisonbestzeit von 22,10 Sekunden den vierten Platz belegte, hinter der Siegerzeit von Melissa Jefferson-Wooden von 21,47 Sekunden.
Sydney Sweeney, so sehen Frauen im Sport aus.
Sweeney verteidigt Kampagne, während Parodien auftauchen
Am 13. September 2026 reagierte Sweeney auf ihre Kritiker, indem sie auf Instagram Stories Archivbilder teilte, die Profisportler zeigen, die sich zuvor nackt für Publikationen fotografieren ließen. Ihre Beiträge zeigten Sportlerinnen wie Serena Williams, Ronda Rousey, Sue Bird, Megan Rapinoe und Caroline Wozniacki sowie männliche Sportgrößen wie Myles Garrett, Rob Gronkowski, Karl-Anthony Towns und Jason Kelce. Die Kontroverse folgt auf frühere öffentliche Debatten um Sweeneys American-Eagle-Jeanskampagne und ihre Dessous-Kollektion.
Auch satirische Reaktionen kursierten in den sozialen Netzwerken, darunter ein am Sonntag von der Komikerin Chloe Fineman veröffentlichtes Video, die Saturday Night Live im Juli 2026 verließ. Mit Prothesen-Brustattrappen aus dem Fernsehstudio parodierte Fineman Sweeneys sich wiederholenden Dialog und die visuelle Inszenierung von Sportgeräten.
Viele Leute denken, diese Werbung handelt von Sport, aber eigentlich geht es um Titten.


