
Oberster Gerichtshof erlaubt Trump-Regierung die Durchsetzung von Regeln zur Briefwahl
Der Oberste Gerichtshof der USA hob mit 6:3 Stimmen eine bundesweite Blockade einer Exekutivanordnung zur Regulierung von Briefwahlstimmen auf und legt damit neue Verfahrensregeln vor den Zwischenwahlen im November 2026 fest.
Verfahrensentscheidung des Supreme Court
Der Oberste Gerichtshof der USA ebnete den Weg für die Bundesregierung, neue administrative Beschränkungen für die Briefwahl vor den Kongress-Zwischenwahlen am 3. November 2026 durchzusetzen. Mit einer 6:3-Abstimmung entlang ideologischer Linien hoben die sechs konservativen Richter eine bundesweite einstweilige Verfügung auf, die zuvor ein Bundesbezirksgericht in Boston erlassen hatte. Die drei liberalen Richter widersprachen. Die Entscheidung stützte sich auf Verfahrensgründe und nicht auf die verfassungsrechtliche Substanz der Anordnung. Das Gericht befand, dass Klagen von 23 Bundesstaaten und dem District of Columbia verfrüht seien, da der United States Postal Service seine operativen Regeln noch nicht im Detail dargelegt hatte.
- Einstweilige Verfügung aufheben
- 6 Richter
- Einstweilige Verfügung aufrechterhalten
- 3 Richter
Anordnungen der Exekutivanordnung und Bundesaufsicht
Im Mittelpunkt des Rechtsstreits steht eine Exekutivanordnung mit dem Titel „Sicherstellung der Überprüfung der Staatsbürgerschaft und der Integrität von Bundeswahlen“, die Präsident Donald Trump im März 2026 unterzeichnete. Die Anordnung weist das Heimatschutzministerium und die Sozialversicherungsbehörde an, Register der wahlberechtigten erwachsenen Bürger zu erstellen. Im Rahmen des Plans muss die Bundesregierung diese Listen 60 Tage vor der Wahl den Landeswahlbehörden zum Abgleich zur Verfügung stellen. Die Anordnung beauftragt den United States Postal Service, Briefwahlunterlagen nur an Wähler zu transportieren und zuzustellen, die in diesen Bundesregistern verifiziert sind, und zwar mit speziellen Umschlägen mit speziellen Barcodes. Staaten und Gemeinden, die sich weigern zu kooperieren, riskieren die Kürzung von Bundesmitteln, während Postbedienstete angewiesen werden, Stimmzettel in nicht kooperierenden Gerichtsbarkeiten zurückzuhalten.
- Präsident Donald Trump unterzeichnet Exekutivanordnung zu Briefwahlverfahren
- Bundesberufungsgericht bestätigt einstweilige Verfügung gegen die Exekutivanordnung
- Supreme Court hebt mit 6:3 Stimmen die einstweilige Verfügung aus Verfahrensgründen auf
- North Carolina soll mit der Verteilung von Briefwahlunterlagen beginnen
- Kongress-Zwischenwahlen in allen 50 Bundesstaaten geplant
Widerstand der Bundesstaaten und operative Fristen
Landesbeamte und überparteiliche Wahlorganisationen fochten die Exekutivanordnung an und argumentierten, dass die Wahlverwaltung in die verfassungsmäßige Zuständigkeit der Bundesstaaten und des Kongresses falle. Gegner wiesen darauf hin, dass die Wählerverzeichnisse sich durch Umzüge, Altersberechtigungen, Namensänderungen und Todesfälle ständig ändern. Im Juli 2026 bestätigte ein Bundesberufungsgericht die einstweilige Verfügung des Bostoner Richters und stellte fest, dass die Politik ein unzulässiges Maß an bundesstaatlicher Einmischung darstelle. Nach der Entscheidung des Supreme Court veröffentlichte der Postdienst seine Umsetzungsrichtlinien, von denen Rechtsexperten erwarten, dass sie sofort neue rechtliche Anfechtungen von den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten auslösen werden.
Umsetzungsherausforderungen vor den Zwischenwahlen
Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Wahlverwalter im ganzen Land die Verteilung von Briefwahlunterlagen vorbereiten. Bei den allgemeinen Wahlen 2024 gaben etwa ein Drittel aller amerikanischen Wähler ihre Stimme per Brief ab, und acht Bundesstaaten führen alle Wahlen vollständig über das Postsystem durch. North Carolina soll am 4. September 2026 mit der Versendung der ersten Briefwahlunterlagen an die Wähler beginnen, gefolgt von Postsendungen an das Militär im Ausland. Rechtsexperten haben auf praktische Hindernisse bei der Durchführung des Datenabgleichs und der Druckanforderungen in den verbleibenden Wochen hingewiesen.
Der Prozess ist völlig unklar.
Aktuelle Umfragedaten deuten darauf hin, dass nur etwa die Hälfte der US-Bürger erwartet, dass die Novemberwahl fair und genau durchgeführt wird, wobei die öffentliche Besorgnis unter Demokraten höher ist als unter Republikanern. Da die Mehrheitsverhältnisse im Kongress auf dem Spiel stehen, arbeiten die Landeswahlbüros daran, die Wahlverfahren vor den gesetzlichen Fristen für den Postversand zu klären.


