
Amsterdamer Polizei veröffentlicht Video zur Identifizierung eines Schlaganfallpatienten, der nur als Lucky oder Chris the Canadian bekannt ist
Niederländische Ermittler bitten die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Identifizierung eines Pflegeheimbewohners, der am 10. Mai 2023 in Amsterdam zusammenbrach und seither nur zwei englische Wörter sprechen kann.
Zusammenbruch auf einer Amsterdamer Straße im Mai 2023
Ein unbekannter Mann, der in einer Pflegeeinrichtung in Amsterdam-Zuidoost lebt, kann den Behörden seit mehr als drei Jahren nicht seine Identität mitteilen. Am 10. Mai 2023 brach der Mann plötzlich auf einer Straße in Amsterdam zusammen und wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Die Ärzte im Krankenhaus stellten fest, dass er eine Hirnblutung oder einen Schlaganfall erlitten hatte, der eine schwere Form der Aphasie auslöste. Das Hirntrauma raubte ihm die Fähigkeit zu sprechen und hinderte ihn daran, grundlegende Fragen zu seiner Herkunft zu beantworten. Als die Sanitäter ihn am Unfallort erstmals behandelten, trug er weder Geldbörse, Personalausweis, Reisepass noch andere identifizierende Dokumente bei sich.
Begrenzter Wortschatz und stockende polizeiliche Ermittlungen
Mehr als drei Jahre nach der Notaufnahme kann der Patient fast gar nicht mit Ärzten oder Detektiven kommunizieren. Er kann nur zwei englische Wörter aussprechen und verwendet „nonsense“ und „definitely“, um bestimmte Fragen abzulehnen oder zu bestätigen. Keine besorgten Verwandten oder Freunde meldeten sich nach dem Vorfall bei den Strafverfolgungsbehörden, um sein Verschwinden zu melden. Die niederländische Polizei führte eine umfangreiche erste Untersuchung durch, um seine Herkunft aufzudecken, aber jede Spur führte zu keinem Namen oder einer Adresse. Nachdem die üblichen Ermittlungsansätze ausgeschöpft waren, stellten die Detektive die aktiven Ermittlungen ein und übergaben die Akte dem Amsterdamer Cold-Case-Team.
Jeder Mensch hat ein Recht auf eine Identität, auch dieser Mann.
Lokale Spuren im buddhistischen Zentrum und am Waterlooplein
Die Cold-Case-Akte wurde Ruud und Nel zugewiesen, zwei pensionierten Freiwilligen, die in der spezialisierten Polizeieinheit arbeiten. Das Duo startete eine gezielte soziale Ermittlung in der ganzen Stadt, um jemanden aufzuspüren, der den Patienten aus seinem Alltag vor Mai 2023 erkannte. Ihre Nachforschungen ergaben, dass der Mann regelmäßig eine buddhistische Gemeinschaft im Osten Amsterdams besuchte, wo ihn die Mitglieder unter dem Spitznamen „Lucky“ kannten. Quellen sagten den Ermittlern auch, dass er über beträchtliche Geldsummen zu verfügen schien und häufig in örtlichen Geschäften und auf Straßenmärkten einkaufte. Mitarbeiter des Restaurants Soep en Zo in der Nähe des Waterlooplein-Marktes erinnerten sich an ihn als Stammgast, den sie als „Chris the Canadian“ kannten.
- Der Mann bricht auf einer Amsterdamer Straße zusammen und wird mit schwerer Aphasie nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert.
- Erste polizeiliche Durchsuchungen ergeben keine Identifikationsdokumente oder Vermisstenmeldungen, was die Detektive dazu veranlasst, den Fall zu den Akten zu legen.
- Cold-Case-Freiwillige spüren den Mann in einer buddhistischen Gemeinschaft und am Waterlooplein unter den Aliasnamen Lucky und Chris the Canadian auf.
- Die Amsterdamer Polizei veröffentlicht Videomaterial online und eröffnet ein Hinweisformular, um Hinweise in Kanada und den Vereinigten Staaten zu suchen.
Öffentlicher Aufruf an nordamerikanische Verwandte
Menschen, die mit dem Mann in Amsterdam zu tun hatten, erinnerten sich, dass er konsequent Englisch mit einem ausgeprägten nordamerikanischen Akzent sprach, was darauf hindeutet, dass er aus Kanada oder den Vereinigten Staaten stammt. Die Polizei hat erklärt, dass die Ermittler keine Hinweise mehr zu seinen früheren Besuchen auf dem Waterlooplein-Markt benötigen, da diese Bewegungen bereits dokumentiert sind. Stattdessen konzentrieren sich die Cold-Case-Freiwilligen darauf, Familienmitglieder im Ausland zu finden, die möglicherweise nichts von seinem Zustand wissen. Nel erklärte, warum das Team sich weigert, die Suche nach seiner Familie aufzugeben.
Es geht mir nicht in den Kopf, dass niemand weiß, wer dieser Mann wirklich ist. Es ist verrückt, dass man in den Niederlanden vielleicht zwanzig Jahre lang unter dem Radar leben kann.
Um neue internationale Hinweise zu generieren, veröffentlichte die Amsterdamer Polizei Videomaterial und Fotos des Patienten in den sozialen Medien und eröffnete ein Online-Formular für Hinweise aus der Öffentlichkeit.


