
Athener Studierende campen aus Protest gegen Mieten und Studienkosten am Syntagma-Platz
Studierende aus Dutzenden Athener Studierendenverbänden haben am 13. Oktober Zelte am Syntagma-Platz aufgeschlagen und planen ein Sitzprotest über Nacht gegen Mieten, Wohnheimknappheit und die Kosten des Studiums.
Ein Nachtlager am Syntagma-Platz
Am 13. Oktober 2026 errichteten Mitglieder Dutzender Athener Studierendenverbände Zelte, Lautsprecher und eine geplante Bühne am Syntagma-Platz gegenüber dem griechischen Parlament, um den Platz in ein Protestcamp zu verwandeln. Die ersten Zelte wurden gegen Mittag aufgestellt, nach den Vorlesungen und trotz Regens, und die Studierenden wollten die ganze Nacht bleiben. Die Organisatoren erklärten, das Sitzcamp solle bis Mittwochmorgen dauern, mit einem Konzert auf dem Platz. Ein späterer Bericht besagte, das Konzert sei wegen des Wetters verschoben worden. Die Demonstrierenden sagten, ihre Aktion sei von Studierenden- und Jugendmobilisierungen in Frankreich und Spanien inspiriert, und ein Transparent an den Stufen des Platzes fragte: „Studieren oder überleben?“.
- Studierende beginnen nach den Vorlesungen trotz Regens, Zelte am Syntagma-Platz aufzustellen
- Geplanter Marsch zum Finanzministerium zur Übergabe der Forderungen
- Kurze Spannung, als Studierende versuchen, in Richtung Parlament zu ziehen; Bereitschaftspolizei blockiert sie
- Geplantes Übernachten auf dem Platz, das bis Mittwochmorgen dauern soll
Mieten, Essen und Wohnheime
Der Vorsitzende des Studierendenverbands der Fakultät für Verwaltungs-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bezifferte die Mieten für Einzimmerapartments auf 500 bis 650 Euro im Monat. Eine weitere Studierende, die an dem Protest teilnahm, sagte, eine 25 Quadratmeter große Wohnung könne etwa 400 Euro im Monat kosten, und mit zusätzlichen Strom- und Lebensmittelrechnungen müssten Studierende in manchen Monaten jeden Cent umdrehen. Der Vorsitzende des Studierendenverbands der Philosophischen Fakultät beschrieb eine 12 Quadratmeter große Wohnung in Zografou, die für 400 bis 500 Euro vermietet werde, während der Wohngeldzuschuss für Studierende bei 125 Euro liege. Nina Nifakou, Vorsitzende des Verbands an der Fakultät für Verwaltungs-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, erklärte gegenüber der Orange Press Agency, warum die Studierenden ihre Vorlesungen verließen, um auf den Platz zu kommen.
Die Studierenden haben unsere Zelte nach dem Unterricht genommen und sie hier am Syntagma aufgestellt, weil die Lage wirklich außer Kontrolle geraten ist.
Nifakou sagte, die bestehenden Wohnheime deckten weniger als 4 % des Bedarfs der Studierenden, und die Studierenden zahlten auch Mensaessen und Studienmaterial aus eigener Tasche. Studierendengruppen erklärten, einige Studierende brächen ihr Studium ab, und manche, die die nationalen Hochschulzugangsprüfungen bestanden hätten, könnten sich nicht einschreiben oder nicht in die Stadt ziehen, in der ihre Universität liegt.
Forderungen und der geplante Marsch
Die Studierenden fordern eine Mietpreisbremse, den Bau neuer Studierendenwohnheime und einen höheren Wohngeldzuschuss. Eine weiter gefasste Liste umfasst niedrigere Mieten, mehr Empfänger des Zuschusses, mehr Wohnheimplätze, höhere staatliche Mittel für die Universitäten, kostenlose Mahlzeiten, Nahverkehr und Internet für alle Studierenden sowie die dringende Sanierung bestehender Wohnheime. Geplant war ein Marsch um 18:00 Uhr zum Finanzministerium, wo sie ihre Forderungen übergeben wollten. Ein Bericht besagte stattdessen, sie hätten sich am Nachmittag am Ministerium für Wirtschaft und Entwicklung versammelt und ihre Forderungen an dessen Eingang geklebt, während ein geplantes Konzert verschoben wurde.
Abendliche Spannungen und Reaktionen der Parteien
Am späten Abend versuchten die Studierenden, in Richtung Parlament zu ziehen, um ein riesiges Transparent zu hissen. Bereitschaftspolizeieinheiten (YMET) blockierten sie nahe dem Hotel Megali Vretania, und für einige Minuten stieg die Spannung, nachdem ihnen eine Verbotsanweisung der Polizeidirektion Attika (GADA) mitgeteilt worden war. Zusammenstöße wurden nicht gemeldet. KKE-Generalsekretär Dimitris Koutsoumbas veröffentlichte ein TikTok-Video, das das Athener Camp mit Protesten in Spanien und Frankreich verknüpfte, und warnte die Regierung vor einem „heißen Kampfwinter“. In dem Video sagte er, die Studierenden seien nicht zum Urlaub auf den Platz gekommen.
Die Studierenden haben keine Zelte aufgestellt, um Urlaub zu machen. Sie haben sie aufgestellt, weil sie sich weigern, ihr Leben zu einem dauerhaften Überlebenscamp zu machen.
Koutsoumbas sagte außerdem, die Partei stehe an der Seite der Studierenden in ihrem Kampf für das Studium und ein Leben mit Rechten.

