Gesundheit & Bildung · Barcelona und Madrid

Studie: 10,2 % der erwachsenen Männer in Spanien geben sexuelle Handlungen an Minderjährigen zu

Eine Studie der Universitat de Barcelona unter 6.010 erwachsenen Männern ergab, dass 22,2 % schon einmal sexuelle Anziehung zu Unter-16-Jährigen verspürt haben, während 72,8 % der Männer, die eine solche Anziehung angaben, zugleich keine sexuelle Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche berichteten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von El Periódico, ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL und europa press. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Barcelona, Madrid · Spanien

Prävalenz unter erwachsenen Männern

Eine Studie der Forschungsgruppe für die Viktimisierung von Kindern und Jugendlichen (GReVIA) der Universitat de Barcelona kommt zu dem Ergebnis, dass 10,2 % der erwachsenen Männer in Spanien angeben, irgendwann in ihrem Leben mindestens eine sexuelle Gewalthandlung gegen Personen unter 18 Jahren begangen zu haben. Die Gruppe stellte die Ergebnisse am Mittwoch, 4. November 2026, in Madrid vor und bezeichnete sie als erste Studie dieser Art auf nationaler Ebene in Spanien. Die Befragten wurden direkt zu ihrem eigenen Verhalten befragt, statt sich auf Anzeigen oder Justizstatistiken zu stützen. Aufgeschlüsselt nach dem Alter der Betroffenen liegt die Prävalenz bei 2,8 % für Handlungen gegenüber Unter-15-Jährigen und bei 1,7 % für Unter-12-Jährige. Über die gesamte Stichprobe hinweg gaben 3,4 % an, mindestens eine dieser Handlungen habe sich in den vergangenen 12 Monaten ereignet.

Anteil erwachsener Männer, die sexuelle Handlungen an Minderjährigen angeben%
Unter 12
1.7 %
Unter 15
2.8 %
Unter 18
10.2 %

Daten aus dem Artikeltext

Methode und Programm

Die Erhebung umfasste 6.010 erwachsene Männer mit Wohnsitz in ganz Spanien und einem Durchschnittsalter von 48,3 Jahren. Sie wurde im Rahmen des internationalen Programms Prevention Global durchgeführt, das vom Moore Center for the Prevention of Child Sexual Abuse der Johns Hopkins University in den Vereinigten Staaten und vom Institute of Mental Health Research at The Royal in Kanada geleitet wird. Die Ergebnisse wurden in einer Sitzung mit dem Titel „Von der Prävalenz zur Prävention: Anziehung und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ vorgestellt. Pablo Romero von der Forschungsgruppe VICRIM, der die Untersuchung mitleitete, war an der Präsentation der Arbeit beteiligt.

Anziehung und Verhalten getrennt erfasst

Die zentrale Entscheidung der Studie besteht darin, sexuelle Anziehung zu Unter-16-Jährigen getrennt von tatsächlich begangenen Handlungen zu messen – zwei Phänomene, die die öffentliche Debatte häufig vermischt. Rund 22,2 % der Teilnehmer gaben an, seit dem Erwachsenenalter in irgendeinem Ausmaß sexuelle Anziehung zu Unter-16-Jährigen verspürt zu haben. Bei den meisten von ihnen ist diese Anziehung selten und nachrangig gegenüber der Anziehung zu Erwachsenen: 12,3 % gaben an, sie trete „fast nie“ auf, während 1,9 % sagten, sie erlebten sie die meiste Zeit oder immer. Eine ausschließliche Anziehung zu Minderjährigen ohne Anziehung zu Erwachsenen betrifft 0,3 % der Stichprobe.

Erwachsene Männer, die sexuelle Anziehung zu Unter-16-Jährigen angeben, nach Häufigkeit%
Fast nie
12.3 %
Die meiste Zeit oder immer
1.9 %
Ausschließlich zu Minderjährigen hingezogen
0.3 %

Daten aus dem Artikeltext

Anziehung bedeutet nicht Missbrauch

Die Forschenden betonen, dass das Empfinden von Anziehung nicht zwangsläufig bedeutet, dass es zu Missbrauch gekommen ist, und dass sie keinerlei Verhalten rechtfertigen kann. Von den Männern, die Anziehung angaben, berichteten 72,8 % keine sexuelle Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche. Die beiden Phänomene sind statistisch miteinander verbunden, und Männer mit entsprechender Anziehung berichten deutlich häufiger von solchem Verhalten, doch der Zusammenhang ist nicht automatisch. Pablo Romero, Mitdirektor der Untersuchung, formulierte die Schlussfolgerung so:

„Dass die meisten Menschen, die Anziehung angeben, keine sexuelle Gewalt begangen haben, mindert nicht die Schwere des Problems: Es sagt uns, wo und wann wir eingreifen können.“

Pablo Romero, Mitdirektor

Er fügte hinzu, eine frühzeitige und vertrauliche Hilfe sei eine Maßnahme des Kinderschutzes.

Ein Wandel im Fokus der Prävention

Die Autoren nutzen diese Unterscheidung, um für eine Akzentverschiebung in der Kinderschutzpolitik zu argumentieren. Ein Großteil der Präventionsarbeit hat sich bislang an Kinder gerichtet und ihnen beigebracht, gefährliche Situationen zu erkennen und sich selbst zu schützen. Die Rahmung der Studie zielt stattdessen darauf, mögliche Risikosituationen zu erkennen und einzugreifen, bevor Schaden entsteht. Die Trennung von Anziehung und Verhalten stellen die Forschenden als Grundlage dieses Wandels dar.

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