
Kabeldiebstahl auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Rom–Neapel verursacht 90-minütige Verspätungen – einen Tag nach dem Stromausfall Mailand–Bologna
Ein zweiter Tag des Chaos im italienischen Hochgeschwindigkeitsnetz: Die Strecke Rom–Neapel wurde durch einen Kabeldiebstahl bei Caserta lahmgelegt, der Züge auf langsamere konventionelle Gleise zwang und die Reisezeiten um bis zu 90 Minuten verlängerte.
Zweite Störung innerhalb von 24 Stunden
Italiens Hochgeschwindigkeitsbahnnetz erlitt am Donnerstag den zweiten schweren Ausfall innerhalb von zwei Tagen, als unbekannte Täter bei Tora e Piccilli in der Provinz Caserta Kabel der Strecke Rom–Neapel stahlen. Der um 6:50 Uhr gemeldete Diebstahl zwang Trenitalia, die Hochgeschwindigkeitszüge über die konventionelle Strecke via Formia umzuleiten, was die Fahrzeiten um bis zu 90 Minuten verlängerte. Zwei Züge waren direkt betroffen: der 6:00-Uhr-Zug Florenz–Neapel und der 7:45-Uhr-Zug Neapel–Mailand.
Wiederherstellung und Restverspätungen
Techniker der Rete Ferroviaria Italiana (RFI) griffen schnell ein, und um 8:30 Uhr wurde der Verkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke laut Trenitalia wieder als regulär gemeldet. Die während der morgendlichen Hauptverkehrszeit aufgelaufenen Verspätungen wirkten sich jedoch weiterhin auf den Fahrplan aus. Gegen 9:45 Uhr wurde eine weitere Besserung vermerkt, doch tausende Fahrgäste in Kampanien, Latium, der Toskana und der Lombardei erlebten einen schwierigen Start in den Tag.
Der Präzedenzfall Mailand–Bologna
Der neue Vorfall ereignete sich weniger als einen Tag, nachdem ein elektrischer Defekt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand–Bologna am Mittwoch den Verkehr für rund sechs Stunden zum Stillstand gebracht hatte. Der Defekt in der Nähe von Livraga in der Provinz Lodi löste einen Flächenbrand aus, den die Feuerwehr mit zwei Tanklöschfahrzeugen und zwei Waldbrandmodulen löschte. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge blieben stecken; eine 44-jährige Fahrgastin erhielt Hilfe, musste aber nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die RFI stellte um 16:20 Uhr ein südwärts führendes Gleis wieder her, doch die Verspätungen auf dieser Strecke hatten fast 300 Minuten erreicht, was Trenitalia dazu veranlasste, vollständige Ticketrückerstattungen anzubieten.
- Elektrischer Defekt auf der Strecke Mailand–Bologna bei Livraga; Strecke gesperrt, Flächenbrand bricht aus.
- RFI stellt ein südwärts führendes Gleis auf der Strecke Mailand–Bologna wieder her; allmähliche Wiederaufnahme beginnt.
- Kabeldiebstahl auf der Strecke Rom–Neapel bei Tora e Piccilli; Züge werden über Formia umgeleitet.
- Trenitalia meldet regulären Verkehr auf der Strecke Rom–Neapel, Verspätungen bleiben aber bestehen.
- Weitere Besserung auf der Strecke Rom–Neapel gemeldet.
Politische Reaktion
Verkehrsminister Matteo Salvini zeigte sich nach der Störung am Mittwoch verärgert über das Management von Trenitalia und forderte einen detaillierten Bericht über die Effizienz des Netzes vor der Sommersaison sowie verbindliche Zeitpläne für eine Rückkehr zum Normalbetrieb. Die Opposition reagierte scharf.
Der Kommentar der Vorsitzenden der Demokratischen Partei unterstrich die politische Brisanz der wiederholten Bahnausfälle.Es wird Zeit, dass er versteht, dass es die Italiener sind, die verärgert sind.
Sabotageverdacht
Ermittler prüfen, ob es sich bei dem Kabeldiebstahl in Caserta um gewöhnliche Kupferkriminalität oder einen gezielten Sabotageakt handelt. Der Vorfall folgt auf die jüngsten Festnahmen von anarchistischen Militanten, die verdächtigt werden, an Angriffen und Sabotageakten gegen die Eisenbahninfrastruktur beteiligt gewesen zu sein, wie aus Berichten unter Berufung auf mehrere Staatsanwaltschaften hervorgeht. Die zeitliche Koinzidenz hat über die unmittelbaren Unannehmlichkeiten für Reisende hinaus Sicherheitsalarme ausgelöst.


