
Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand–Bologna nach Stromausfall mit fünfstündigen Verspätungen und Böschungsbrand schrittweise wiedereröffnet
Ein Stromausfall legte am Mittwochmorgen die Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand–Bologna lahm. Zwei Züge blieben ohne Klimaanlage stecken, ein Böschungsbrand brach aus, und es kam zu Zugausfällen sowie Verspätungen von bis zu fünf Stunden, bevor die Strecke am Nachmittag teilweise wieder freigegeben wurde.
Stromausfall und Sperrung
Am Mittwochmorgen gegen 10:20 Uhr wurde die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Milano Rogoredo und Piacenza nach der Feststellung eines elektrischen Fehlers gesperrt. Techniker der Rete Ferroviaria Italiana (Rfi) begannen sofort mit Inspektionen und Reparaturarbeiten. Die Sperrung brachte sämtliche Hochgeschwindigkeits-, Intercity- und Regionalzüge auf dem wichtigen Korridor Mailand–Bologna, einer der verkehrsreichsten Bahnstrecken Italiens, zum Stillstand.
Zustand in den Zügen und Böschungsbrand
Zwei Hochgeschwindigkeitszüge blieben im Raum Lodigiano ohne Klimaanlage stecken, während die Temperaturen stiegen. Die Feuerwehr wurde nach Livraga gerufen, wo das elektrische Problem einen Böschungsbrand entlang der Gleise auslöste. Die Flammen wurden mit zwei Tanklöschfahrzeugen und zwei Waldbrandmodulen eingedämmt und gelöscht, wie die Feuerwehr mitteilte. Eine 44-jährige Fahrgast erhielt vor Ort medizinische Hilfe, musste aber nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Einer der gestrandeten Züge wurde schließlich nach Rogoredo zurückgebracht, der andere nach Piacenza.
Verspätungen und Zugausfälle
Der Fahrgastinformationsdienst von Trenitalia teilte mit, dass einige Hochgeschwindigkeitszüge auf die konventionelle Strecke umgeleitet worden seien, und warnte vor Reisezeitverlängerungen von bis zu zwei Stunden und möglichen Zugausfällen. Tatsächlich wurden mindestens sechs Züge komplett gestrichen und rund 20 weitere direkt mit deutlich längeren Fahrzeiten beeinträchtigt. Der am schlimmsten betroffene Zug, ein Italo-Zug von Neapel nach Mailand, kam mit rund fünf Stunden Verspätung an seinem Ziel an. Bologna Centrale entwickelte sich zu einem Nadelöhr: Dutzende Züge verspäteten sich um mehr als eine Stunde, viele Reisende warteten auf Neuigkeiten zu ihren unterbrochenen Fahrten. Die Auswirkungen erstreckten sich entlang des gesamten Hochgeschwindigkeitsnetzes und störten die Fahrpläne bis hin zur Strecke Rom–Neapel im Süden.
Einige Hochgeschwindigkeitszüge wurden auf die konventionelle Strecke umgeleitet und können verlängerte Reisezeiten von bis zu 120 Minuten sowie Zugausfälle verursachen.
Schrittweise Wiedereröffnung
Am Nachmittag zeigten die Reparaturarbeiten der Rfi erste Erfolge. Um 16:20 Uhr gab das Unternehmen die schrittweise Wiedereröffnung des südlichen Gleises zwischen Melegnano und Piacenza bekannt, sodass der Zugverkehr langsam wieder anlaufen konnte. Die Reparaturarbeiten am zweiten Gleis dauerten an, mit dem Ziel, die volle Kapazität so bald wie möglich wiederherzustellen. Trenitalia bestätigte zudem die vollständige Erstattung der Tickets für betroffene Fahrgäste.
Ab 16:20 Uhr wird der Zugverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand–Bologna auf dem südlichen Gleis zwischen Melegnano und Piacenza schrittweise wieder aufgenommen, nach der Sperrung am Morgen aufgrund einer Beschädigung der Oberleitung.
- Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Milano Rogoredo und Piacenza aufgrund eines elektrischen Fehlers gesperrt
- Südliches Gleis schrittweise wiedereröffnet, Wiederaufnahme des Verkehrs beginnt


