
Paolo Falzone wegen siebenfachen Mordes bei Karnevalsunfall in Strépy 2022 verurteilt, Heimtücke nicht bestätigt
Ein Geschworenengericht in Mons befand Paolo Falzone des Mordes für schuldig, weil er 2022 in Strépy-Bracquegnies mit extremer Geschwindigkeit in eine Karnevalsmenge fuhr und sieben Menschen tötete. Heimtücke wurde nicht bestätigt, was ihm eine lebenslange Haftstrafe erspart, ihn aber einer Haftstrafe von bis zu dreißig Jahren aussetzt.
Das Urteil
Nach mehr als zwei Tagen Beratung verkündete die zwölfköpfige Jury des Schwurgerichts Hennegau am 12. Juni 2026 ihr Urteil. Paolo Falzone (38) wurde in sieben Fällen des Mordes für den Unfall vom 20. März 2022 für schuldig befunden. Die Jury stellte fest, dass Falzone die Opfer vorsätzlich getötet hatte, und wies das Verteidigungsargument zurück, es habe sich um einen Verkehrsunfall ohne Tötungsabsicht gehandelt. Das erschwerende Merkmal der Heimtücke wurde jedoch für den Tod von Frédéric D'Andrea nicht bestätigt, dem Karnevalsteilnehmer, der sich an der Motorhaube des Autos festklammerte, bevor er stürzte und überfahren wurde. Der Beifahrer Antonino Falzone wurde der unterlassenen Hilfeleistung für schuldig befunden.
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Was geschah
Am Morgen des 20. März 2022, kurz nach 5 Uhr morgens, fuhr Paolo Falzone mit seinem illegal modifizierten BMW mit etwa 174 km/h die Rue des Canadiens in Strépy-Bracquegnies entlang, eine Straße mit 50 km/h-Begrenzung. Er hielt ein Telefon in der Hand, filmte seinen Tacho und hatte getrunken. Das Auto raste in eine Gruppe von etwa 150 bis 200 Karnevalsfeiernden, die gerade eine Sporthalle verlassen hatten, um ihren Umzug von Haus zu Haus zu beginnen. Die Polizei bezeichnete den Ort später als verwüstend: Sieben Menschen starben, 36 weitere wurden verletzt. Frédéric D'Andrea wurde etwa 22 Sekunden lang auf der Motorhaube mitgetragen, bevor er stürzte und tödlich überfahren wurde.
Mir ist bewusst, dass ich wie ein Verrückter gefahren bin, wie ein Verantwortungsloser, aber ich wollte nie jemanden töten. Ich bitte alle Opfer um Vergebung.
Der Prozess und seine Kernfragen
Im Mittelpunkt des Prozesses stand die Frage, ob Falzone bewusst in die Menschenmenge gefahren war. Die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger argumentierten, er habe sein Auto zur Waffe gemacht. Die Verteidigung behauptete, er sei von der Menschenmenge überrascht worden und habe versucht zu bremsen, wobei er in 1,33 Sekunden von 105 km/h auf 31 km/h abgebremst habe. Die Jury musste 322 Fragen zur Schuld beantworten. Letztlich schloss sie sich der Staatsanwaltschaft im wesentlichen Punkt des vorsätzlichen Tötens an, lehnte jedoch den Vorwurf des heimtückischen Mordes ab.
- Auto rammt Karnevalsmenge in Strépy-Bracquegnies, tötet 7 und verletzt 36
- Jury zieht sich zur Beratung über 322 Fragen zurück
- Urteil: Paolo Falzone schuldig des siebenfachen Mordes, Heimtücke nicht bestätigt
- Plädoyers zum Strafmaß beginnen
- Erwartete Strafmaßverkündung
Reaktionen und Ausblick
Grégory D'Andrea, Frédérics Bruder, sprach vor Gericht ohne Anwalt und sagte später, Falzone sei für das verurteilt worden, was er getan habe. Die Plädoyers zum Strafmaß sollen am Montag, dem 15. Juni, beginnen, und das Gericht wird voraussichtlich am Mittwoch, dem 17. Juni, über die Strafe entscheiden. Ohne die Feststellung der Heimtücke drohen Falzone maximal dreißig Jahre Haft statt lebenslänglich.


