Konflikte

UNESCO: Straflosigkeit bei Morden an Journalisten steigt auf 86 Prozent – erster Anstieg seit 2012

UNESCO beziffert die Straflosigkeitsquote bei Morden an Journalisten auf 86 Prozent – ein Anstieg um einen Prozentpunkt nach Jahren des Rückgangs. Der Bericht zählt 189 Tötungen in den Jahren 2024 und 2025, 67 Prozent davon in Konfliktländern.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, LaVanguardia, H Kαθημερινή und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Straflosigkeit steigt erstmals seit 2012

UNESCO veröffentlichte am Montag, 2. November 2026, seinen zweijährlichen Bericht anlässlich des Internationalen Tages gegen die Straflosigkeit bei Verbrechen gegen Journalisten. Die Organisation teilt mit, die Gesamtquote der Straflosigkeit bei Morden an Journalisten sei um einen Prozentpunkt auf 86 Prozent gestiegen – der erste Anstieg seit 2012. Zuvor war die Quote von einem Höchststand von 95 Prozent auf 85 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Erfasst werden Tötungen, deren Ermittlungen entweder kein Ergebnis erbracht haben oder noch andauern. Dem Bericht zufolge sind bislang sechs von sieben Tätern von Morden an Journalisten straffrei geblieben.

Tötungen in den Jahren 2024 und 2025

Der Bericht verzeichnet 189 Tötungen von Journalisten, Medienmitarbeitern und Erstellern von Social-Media-Inhalten, die journalistische Arbeit leisteten, in den Jahren 2024 und 2025, darunter 14 Frauen. Diese Zahl liegt 20 Prozent höher als im vorangegangenen Zweijahreszeitraum; UNESCO bezeichnet sie als die tödlichste Zwei-Jahres-Periode seit einem Jahrzehnt. Von den Tötungen ereigneten sich 127 (67 Prozent) in Ländern mit bewaffnetem Konflikt. Mehr als ein Viertel aller Tötungen in diesem Zeitraum schreibt UNESCO Drohnen zu und erklärt, Journalisten würden weiterhin in ihren Wohnungen oder beim Tragen der Weste getötet, die ihren Beruf kennzeichnet.

Getötete Journalisten pro Jahr, 2024 und 2025
2024
92
2025
97

Daten aus dem Artikeltext

Regionale Lage und Journalistinnen

Die arabischen Staaten verzeichneten mit 97 die meisten Tötungen, gefolgt von Lateinamerika und der Karibik mit 37 sowie Asien und dem Pazifik mit 34. Mittel- und Osteuropa verzeichnete fünf Tötungen im Jahr 2024 und neun im Jahr 2025. Palästina verzeichnete die meisten Fälle eines einzelnen Landes, mit 30 Tötungen im Jahr 2024 und 32 im Jahr 2025, gefolgt von Mexiko (10) und dem Jemen (9) im Jahr 2025. Außerhalb von Ländern mit bewaffnetem Konflikt zählt der Bericht 62 Tötungen in den beiden Jahren – der niedrigste Stand seit 18 Jahren.

Morde an Journalisten nach Region, 2024 und 2025
Arabische Staaten
97
Lateinamerika und Karibik
37
Asien und Pazifik
34

Daten aus dem Artikeltext

Tötungen in Konflikt- und Nichtkonfliktländern, 2024 und 2025
Länder mit bewaffnetem Konflikt
127
Länder ohne bewaffneten Konflikt
62

Daten aus dem Artikeltext

Die 14 getöteten Frauen entsprachen in absoluten Zahlen dem vorangegangenen Zeitraum, ihr Anteil sank jedoch auf 7 Prozent, weil die Gesamtzahl der Todesfälle stieg – der niedrigste Anteil seit einem Jahrzehnt. Bis auf eine wurden alle Frauen in Ländern mit Konflikt getötet. Die Zahlen zeigen somit einen geringeren Frauenanteil unter den Opfern bei insgesamt höherer Zahl.

Haltung der UNESCO und Grenzen der Daten

Mariya Gabriel, Beigeordnete Generaldirektorin der UNESCO für Kommunikation und Information, sagte vor Journalisten, Ermittlungen und Strafverfolgung von Morden an Journalisten in Kriegsgebieten blieben unzureichend. Sie fügte hinzu, die UNESCO sei kein Gericht, dränge aber die Justizsysteme, Gerechtigkeit herzustellen. Die UNESCO erklärte, ihre Zahlen wichen in einigen Fällen von denen anderer Organisationen ab, darunter Reporter ohne Grenzen, weil die Umstände von Todesfällen in Konflikten schwer zu beurteilen seien. Seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2006 hat die UNESCO 1.641 Tötungen von Journalisten erfasst, im Durchschnitt eine alle vier Tage.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
UNESCO

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen