
Mexikanischer Journalist Hamurabi Huesca Manzano in Oaxaca erschossen – neunter getöteter Journalist in diesem Jahr
Hamurabi Huesca Manzano, Betreiber des Nachrichtenportals Pinotepa Comunica, wurde am Freitag in Oaxaca erschossen. Nach Angaben von Article 19 ist er der neunte in diesem Jahr in Mexiko getötete Journalist. Die Staatsanwaltschaft teilt mit, eine bewaffnete Gruppe habe auf ihn und zwei weitere Männer geschossen.
Der Angriff
Hamurabi Huesca Manzano, Betreiber und Gründer des Nachrichtenportals Pinotepa Comunica, wurde am Freitag im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca erschossen. Nach dem Bericht der Staatsanwaltschaft eröffnete eine bewaffnete Gruppe das Feuer auf ihn und zwei weitere Männer. Huesca Manzano arbeitete zudem als Taxifahrer; sein Portal, dem mehr als 52.000 Menschen folgten, berichtete über Politik und lokale Angelegenheiten in Santiago Pinotepa Nacional, der Stadt, in der er lebte. Wie EL PAÍS berichtete, sind über den Angriff selbst bislang kaum weitere Informationen bekannt geworden.
Ziel und Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft erklärte, eine Ermittlungslinie deute auf einen Streit zwischen lokalen kriminellen Gruppen hin, und das eigentliche Ziel des Schusswaffenangriffs sei ein Mann namens "El Darío" gewesen. El Darío, den die Behörden als einen der Hauptverantwortlichen für die Gewalt an der Küste von Oaxaca bezeichnen, wurde verletzt und starb Stunden später im Krankenhaus. Die Ermittler erklärten, Huesca Manzano habe darauf gewartet, El Darío an einen anderen Ort zu bringen, als der Journalist erschossen wurde. Die Behörde teilt mit, die Angreifer seien "vollständig identifiziert", nennt sie aber nicht und macht keine Angaben dazu, ob die journalistische Arbeit von Huesca Manzano eine Rolle gespielt hat.
Widersprüchliche Darstellungen
Lokale Berichte weichen darin voneinander ab, wo sich der Angriff ereignete. Mehrere von ihnen besagen, Huesca Manzano sei in seinem Haus erschossen worden und eine Frau sei ebenfalls verletzt worden.
Reaktionen
Article 19 verurteilte die Tat und schrieb auf X, man erwarte von der Staatsanwaltschaft ein konkretes Vorgehen in dem Fall.
Wir fordern, dass die Staatsanwaltschaft seine journalistische Arbeit in ihren Ermittlungen vorrangig behandelt.
Antonio Olmedo Mendoza, Bürgermeister von San Miguel Tlacamama, bestätigte den Tod und sprach in einer von lokalen Medien zitierten Erklärung sein Beileid aus.
Mit tiefer Trauer bedaure ich den Tod von Hamurabi Sinclair Huesca Manzano.
Er fügte hinzu, er teile die Trauer der Familie, der Freunde und der Kollegen von Huesca Manzano.
Pressefreiheit in Mexiko
Article 19 zählt Huesca Manzano als den neunten seit Beginn des Jahres 2026 in Mexiko getöteten Journalisten; Reporter ohne Grenzen (RSF) hat ihre Liste der im Land getöteten Journalisten um seinen Fall aktualisiert. RSF zufolge wurden seit 1994 mehr als 150 Medienmitarbeiter in Mexiko getötet. Mehrere von RFI zitierte NGO-Berichte besagen, dass die meisten Tötungen und Angriffe auf Journalisten in Mexiko ungestraft bleiben.

