Wahlen · Sofia und Blagoewgrad

Stichwahl in Bulgarien: Iotowa gegen den prowestlichen Andrei Gjurow

Um 07:00 Uhr Ortszeit öffneten die Wahllokale für die Stichwahl zwischen der geschäftsführenden Präsidentin Iliana Iotowa und dem früheren Übergangsministerpräsidenten Andrei Gjurow. Endgültige Ergebnisse werden am Montag, 2. November, erwartet.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ziare.com, ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: President.bg, CC BY 2.5 bg (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 25.10.Erste Runde: Iotowa 34,76 Prozent, Gjurow 31,95 Prozent, kein Kandidat erreicht eine Mehrheit
  2. 1.11.Wahllokale öffnen für die Stichwahl
  3. 1.11.Wahllokale schließen; Nachwahlbefragungen werden nach der Stimmabgabe veröffentlicht
  4. 2.11.Endgültige Ergebnisse werden bei der Auszählung der Stimmzettel erwartet

Die Stichwahl

Am Sonntag, 1. November, haben die Bulgarinnen und Bulgaren um 07:00 Uhr Ortszeit begonnen, zwischen der geschäftsführenden Präsidentin Iliana Iotowa und dem früheren Übergangsministerpräsidenten Andrei Gjurow zu wählen. Eine Stichwahl war nötig geworden, weil in der ersten Runde am 25. Oktober, als 27 Kandidaten für das Amt antraten, kein Bewerber eine absolute Mehrheit erreichte. Die Wahllokale schließen um 20:00 Uhr Ortszeit, die endgültigen Ergebnisse werden am Montag, 2. November, erwartet, sobald die Stimmen ausgezählt sind. Die Wahlbeteiligung lag laut der Wahlkommission um 11:00 Uhr bei 6,1 Prozent, gegenüber 5,8 Prozent zur selben Stunde in der ersten Runde. Regen und Wind zogen am Morgen über weite Teile des Landes.

Iotowa ist ehemalige Journalistin und früheres Mitglied des Europäischen Parlaments und führt das Präsidentenamt seit Januar geschäftsführend. Sie übernahm, nachdem Rumen Radev zurückgetreten war, um bei den Parlamentswahlen im April anzutreten, die er gewann, bevor er Ministerpräsident wurde. Der 50-jährige Gjurow leitete von Februar bis Mai die Übergangsregierung und unterzeichnete in dieser kurzen Zeit ein Sicherheitsabkommen mit der Ukraine. Er wird von prowestlichen und reformorientierten Oppositionsparteien unterstützt, während Iotowa die Unterstützung der regierenden Partei Progressives Bulgarien und der nationalistischen WMRO hat. Beide treten als Unabhängige an.

Wo die Kandidaten stehen

Iotowa plädiert für einen Dialog mit Moskau und lehnt Militärhilfe für die Ukraine ab, befürwortet aber die EU- und NATO-Mitgliedschaft Bulgariens. Sie hat sich als Kandidatin präsentiert, die Frieden in der Region garantieren kann; ihr Wahlkampfslogan lautet „Präsidentin des Friedens“. Nach ihrer Stimmabgabe in einem Sofioter Gymnasium sagte sie:

„Ich habe gewählt, damit Bulgarien ein starker Staat in einem starken Europa ist.“

Iliana Iotowa

Gjurow wählte in seiner Heimatstadt Blagoewgrad und sagte, er wolle ein „sicheres, stabiles und europäisches Bulgarien“. In einer Fernsehdebatte am 29. Oktober argumentierte Iotowa, ein dauerhafter Frieden erfordere Gespräche:

„Frieden kann nur durch Verhandlungen entstehen.“

Iliana Iotowa

Gjurow entgegnete, Russland müsse seine Aggression beenden, bevor die nächsten Schritte beginnen könnten. Er hat ihr zudem vorgeworfen, Moskau nicht direkt für die Angriffe auf die Schifffahrt verantwortlich zu machen.

Drohnenangriffe im Schwarzen Meer prägen die Wahl

Nach Angaben der bulgarischen Behörden wurden in den vergangenen Wochen mindestens sechs Handelsschiffe vor der Küste von Drohnen getroffen. Andere Berichte beschreiben vier Frachtschiffe, die Anfang und Mitte Oktober getroffen wurden, wobei 21 Menschen vermisst werden und als tot gelten. Eine Zählung aus dem Oktober beziffert die Zahl der Vermissten im gesamten Schwarzen Meer auf 30, davon 21 vor der bulgarischen Küste. Die Ukraine beschuldigt Russland, hinter den Angriffen zu stecken; der Kreml hat jede Verantwortung zurückgewiesen. Ministerpräsident Rumen Radev sagte, die Vorfälle dienten offenbar Moskaus Interessen, und er bestellte den russischen Botschafter ein, ohne einen Verantwortlichen förmlich zu benennen. Radev hat zudem erklärt, Sofia werde die Waffenlieferungen an die Ukraine einstellen, und er hat es abgelehnt, sich einer NATO-Initiative zur Drohnenabwehr anzuschließen. Beide Kandidaten verurteilten die Angriffe, doch weder die Regierung noch Iotowa haben Russland eindeutig als Aggressor bezeichnet. Der Politikwissenschaftler Teodor Slawev argumentiert, Iotowa habe an Boden verloren wegen ihrer – wie er es nannte – wenig überzeugenden Antworten auf die russischen Bedrohungen im Schwarzen Meer.

Wie es weitergeht

Die Auszählung beginnt nach Schließung der Wahllokale um 20:00 Uhr, die endgültigen Ergebnisse werden am Montag erwartet, während die Stimmzettel ausgezählt werden.

Gewinnt Iotowa, wäre sie die erste Frau, die in Bulgarien per Direktwahl zur Präsidentin gewählt wird. Ein Sieg von ihr würde zudem Progressives Bulgarien und Radev stärken, unter dem sie als Vizepräsidentin diente. Das Ergebnis entscheidet darüber, welchen außenpolitischen Kurs Sofia einschlägt: Iotowa bevorzugt den Dialog mit Russland, Gjurow eine härtere Linie gegenüber Moskau.

Stimmenanteile in der ersten Runde, 25. Oktober 2026%
Iliana Iotowa
34.76 %
Andrei Gjurow
31.95 %
Kostadin Kostadinow
12.54 %

Daten aus dem Artikeltext

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Quellen und Kontext

Sofia, Blagoewgrad · Bulgarien

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