KI-generiert·Mehr erfahren
Regierung·vor 7 Std.

Ex-Finanzminister Steinbrück schlägt rote Linien statt strikter Brandmauer im Umgang mit der AfD vor

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück fordert eine Abkehr von der strikten ‚Brandmauer‘ gegen die rechtsextreme AfD hin zu einer Politik der roten Linien, die eine bedingte Zusammenarbeit erlaubt. Gleichzeitig will er dem Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke das passive Wahlrecht entziehen lassen.

Abkehr von der Brandmauer

Der frühere SPD-Finanzminister Peer Steinbrück hat einen neuen Umgang mit der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) vorgeschlagen. Statt einer absoluten ‚Brandmauer‘ plädiert er für ein System bedingter roter Linien. Im Podcast ‚Ronzheimer‘ von Bild-Vizechef Paul Ronzheimer argumentierte Steinbrück, dass die Definition klarer politischer Grenzen dazu beitragen könne, die Partei zu ‚entradikalisieren‘ und möglicherweise einige ihrer Wähler zurückzugewinnen.

Solange Sie sich nicht verlässlich zu diesen roten Linien bekennen, wird es definitiv keine Kooperation, keine Tolerierung geben.

Ablehnung eines Verbots

Steinbrück lehnte Forderungen nach einem formellen Verbotsverfahren gegen die AfD entschieden ab und warnte, dass selbst ein erfolgreicher Fall vor dem Bundesverfassungsgericht die Wähler nicht verschwinden lasse. Ein gescheiterter Verbotsversuch könne einen schweren Rückschlag auslösen.

Die Wähler werden allein deswegen nicht verschwinden. Und ich würde die AfD-Wähler, die ich möglicherweise zurückgewinnen könnte, automatisch ausgrenzen und kriminalisieren.

Gezielte Maßnahmen gegen Einzelpersonen

Statt gegen die gesamte Partei vorzugehen, plädierte der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident dafür, Artikel 18 des Grundgesetzes zu nutzen, um einzelnen AfD-Funktionären das passive Wahlrecht zu entziehen. Er nannte dabei Björn Höcke, den Thüringer AfD-Landeschef, der vom Verfassungsschutz bereits als gesichert rechtsextrem eingestuft wurde.

Ich glaube, es gibt genügend Material, um deutlich zu machen, dass Herr Höcke das Produkt einer Gesinnung ist, die mit den Fundamenten unserer Verfassung nichts zu tun hat.

Anknüpfen an eine konservative Stimme

Steinbrück bezog sich auf Vorschläge des Historikers Andreas Rödder, eines früheren Vorsitzenden der Grundwertekommission der CDU. Rödder hatte zuvor für eine ‚bedingte Gesprächsbereitschaft diesseits der Brandmauer‘ plädiert, sofern sich die AfD klar von extremistischen Positionen und Personen distanziere. Steinbrück befürwortete es, diese Debatte weiterzuführen, um die Entwicklung der Partei neu zu gestalten.

Berlin

4 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft