
SpaceX Starship V3 absolviert erste intakte Wasserung im 13. Testflug und setzt 20 Starlink-Satelliten aus
SpaceX' Starship V3 startete in Boca Chica, Texas, setzte 20 Starlink-Satelliten der nächsten Generation aus und schrieb Geschichte, indem es intakt im Indischen Ozean wasserte – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu Orbitaltests und dem Artemis-Mondprogramm der NASA.
Start und Bergung der Trägerrakete
SpaceX startete sein Starship-V3-System von der Starbase in Südtexas am 25. Juli um 00:51 Uhr MESZ. Der 122 Meter hohe Stapel, bestehend aus dem Super-Heavy-Booster und der Starship-Oberstufe, stieg bei klarem Nachthimmel mit der Kraft von 33 Raptor-Triebwerken auf. Die Trennung der Trägerrakete erfolgte etwa zwei Minuten nach dem Start, und die erste Stufe führte einen kontrollierten Sinkflug in den Golf von Mexiko durch. Allerdings zündeten nur fünf der für das letzte Bremsmanöver vorgesehenen 13 Triebwerke, sodass die Super Heavy mit höherer Geschwindigkeit als geplant auf dem Wasser aufschlug. SpaceX räumte die härtere Landung ein, betrachtete sie jedoch als geringfügige Abweichung in einem ansonsten erfolgreichen Start.
Meilensteine der Oberstufe
Nach der Trennung von der Trägerrakete setzte das Starship-Raumschiff seinen suborbitalen Bogen fort. Etwa 18 Minuten nach dem Start setzte es 20 einsatzbereite Starlink-V3-Satelliten aus – eine deutliche Verbesserung gegenüber den auf früheren Missionen mitgeführten Massensimulatoren. Das Fahrzeug führte außerdem eine kurze Wiederzündung eines Raptor-Triebwerks im All durch und hielt die Verbrennung 14 Sekunden lang aufrecht, um eine für zukünftige Orbitalflüge notwendige Deorbit-Fähigkeit zu demonstrieren. Das Hitzeschutzsystem, das nach dem vorherigen V3-Flug verstärkt worden war, hielt dem Wiedereintritt stand. Etwa 64 Minuten nach der Mission wasserte das Raumschiff sanft im Indischen Ozean, blieb intakt, trieb und sendete Telemetriedaten. SpaceX bezeichnete dies als die weichste Wasserlandung, die das Fahrzeug je erreicht hatte, und als das erste Mal, dass ein Starship den Aufprall auf das Meer voll funktionsfähig überstand.
Reaktionen der Missionskontrolle
Starship ist intakt, treibt im Ozean und überträgt Telemetriedaten!
SpaceX-Sprecher Dan Huot beschrieb den Moment während des Live-Webcasts:
Ich drehe völlig durch. Das ist ein Traumszenario. Es ist das erste Mal, dass wir ein intaktes Starship ins Wasser setzen konnten.
Auch NASA-Administrator Jared Isaacman lobte die Leistung in den sozialen Medien:
Herzlichen Glückwunsch zum Start von Flug 13. Ich bin gespannt, was wir aus dieser Mission lernen werden. Wenn Starship einsatzbereit ist, werden seine Fähigkeiten alles verändern und sicherstellen, dass wir den Mond nie wieder aufgeben.
- Super-Heavy-Booster hebt von der Starbase in Texas ab.
- Fahrzeug durchläuft den maximalen aerodynamischen Druck.
- Booster trennt sich und beginnt den Sinkflug zum Golf von Mexiko.
- 20 einsatzbereite Starlink-V3-Satelliten werden ausgesetzt.
- Oberstufe setzt sanft im Indischen Ozean auf und überträgt Daten.
Nächste Schritte Richtung Orbit und Mond
Der Flug war der zweite Einsatz der V3-Variante, die erstmals im Mai 2026 flog. Dieser frühere Test wurde durch mehrere Triebwerksausfälle vorzeitig beendet; diesmal funktionierten die Hardware- und Software-Upgrades weitgehend wie vorgesehen. SpaceX plant nun, die Daten auszuwerten und, sofern keine größeren Anomalien auftreten, zu Flug 14 überzugehen, der einen vollständigen Erdorbit anstrebt. Ein weiteres Ziel ist es, sowohl den Booster als auch das Raumschiff am Startturm in Texas einzufangen – ein Manöver, das bereits mit der Super Heavy allein demonstriert wurde. Der Fortschritt wird von der NASA genau beobachtet, die ein Starship als Mondlandefähre für die derzeit für 2027 geplante Artemis-3-Mission einsetzen will. Der 13. Test fand auch Wochen statt, nachdem SpaceX im Juni einen Rekord-Börsengang abgeschlossen hatte – ein Meilenstein, der die öffentliche Aufmerksamkeit für seinen aggressiven Startrhythmus erhöht hat.
## Umweltpetition Während die Starship-Kampagne an Fahrt gewinnt, ist bei der Federal Communications Commission ein neuer Protest eingegangen. Drei Organisationen (Public Employees for Environmental Responsibility, Earthjustice und DarkSky International) reichten eine Petition ein, die eine Aussetzung neuer Lizenzen für orbitale Rechenzentren fordert, mit der Begründung, dass die Pläne gegen das US-Umweltprüfungsgesetz verstoßen. Die Gruppen warnen, dass das schnelle Wachstum von Satellitenkonstellationen und deren eventuelles Verglühen beim Wiedereintritt Ruß, seltene Metalle und Aluminiumoxide in die obere Atmosphäre freisetzen könnte, mit potenziell katastrophalen Folgen für den Planeten. Die Petition richtet sich nicht direkt gegen den Testflug, unterstreicht aber die wachsende Spannung zwischen der Industrialisierung des Weltraums und dem Umweltschutz auf der Erde.

