
PISA 2025: Deutsche Schüler erzielen schlechteste Ergebnisse seit Bestehen der Studie
Die PISA-Studie der OECD aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 15-jährige Deutsche die niedrigsten Kompetenzniveaus seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000 erreichten. Jeder dritte Schüler verfehlte die Mindeststandards in Lesen und Mathematik.
Niedrigste Kompetenzniveaus seit Beginn der Erhebung
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte die Ergebnisse ihres Programme for International Student Assessment (PISA) 2025, bei dem 760.000 15-jährige Schüler aus 91 teilnehmenden Ländern und Volkswirtschaften bewertet wurden. In Deutschland fielen die Durchschnittswerte in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften auf die niedrigsten Werte seit der Teilnahme des Landes am Testzyklus im Jahr 2000. Die 15-jährigen Deutschen erreichten durchschnittlich 486 Punkte in Naturwissenschaften, 465 Punkte im Lesen und 464 Punkte in Mathematik – ein Rückgang gegenüber den Ergebnissen von 2022 mit 492 Punkten in Naturwissenschaften, 480 Punkten im Lesen und 475 Punkten in Mathematik. Samuel Greiff, der deutsche PISA-Koordinator am Centre for International Student Assessment der Technischen Universität München, beschrieb das Ausmaß des Lernverlusts im letzten Jahrzehnt.
Was Jugendliche heute mit 15 können, konnten sie in PISA 2015 bereits mit 13.
- Naturwissenschaften 2022
- 492 Punkte
- Naturwissenschaften 2025
- 486 Punkte
- Lesen 2022
- 480 Punkte
- Lesen 2025
- 465 Punkte
- Mathematik 2022
- 475 Punkte
- Mathematik 2025
- 464 Punkte
Wachsende Kompetenzlücken und sinkende Spitzenwerte
Die Testergebnisse zeigten einen deutlichen Anstieg des Anteils der Schüler, die die Grundkompetenzen nicht erreichten. Rund ein Drittel der deutschen Schüler verfehlte die Mindestkompetenzniveaus in Lesen und Mathematik, während ein Viertel die Grundanforderungen in Naturwissenschaften nicht erfüllte. Etwa ein Fünftel der deutschen Jugendlichen mangelte es an ausreichenden Grundlagen in allen drei untersuchten Fächern. Im Vergleich zur Erhebung von 2015 stieg der Anteil der leistungsschwachen Schüler in Deutschland in Mathematik um 17 Prozentpunkte, im Lesen um 15 Prozentpunkte und in Naturwissenschaften um 10 Prozentpunkte. Gleichzeitig schrumpfte der Anteil der leistungsstarken deutschen Schüler: Er fiel im Lesen von 13 % auf 8 % und in Mathematik von 12 % auf 7 %, nur 3 % erreichten die obersten Kompetenzstufen in allen drei Fächern.
- Singapur
- 535 Punkte
- Schweiz
- 470 Punkte
- Deutschland
- 465 Punkte
- OECD-Durchschnitt
- 461 Punkte
Nutzung digitaler Medien und Künstlicher Intelligenz
Zum ersten Mal enthielt die PISA-Studie detaillierte Bewertungen digitaler Lernwerkzeuge und Künstlicher Intelligenz. In der Schweiz, wo der Anteil der Schüler, die die allgemeinen Grundkompetenzen erreichten, von 73,3 % im Jahr 2015 auf 65,4 % im Jahr 2025 fiel, gaben mehr als 70 % der 15-Jährigen an, Künstliche Intelligenz zum Zusammenfassen von Texten, für Recherchen oder zum Erstellen von Entwürfen zu nutzen, und 85 % nutzten KI als Lernhilfe. In Deutschland nahm die Lesemotivation der Schüler merklich ab: Fast die Hälfte der 15-Jährigen gab an, nur dann zu lesen, wenn es erforderlich sei, und nur ein Viertel nannte Lesen als eine Lieblingsfreizeitbeschäftigung. Andreas Schleicher von der OECD wies darauf hin, dass passive digitale Konsumtion die kreative Anwendung und das Lesen langer Texte bei den Schülern verdrängt habe.
Wir hängen nicht dramatisch hinterher, aber wir werden unserem eigenen Anspruch als Bildungsnation nicht gerecht. Wir spielen nicht unter den Spitzenländern mit.
Unterrichtsausfälle und internationale Ranglisten
Die heimischen Schulbedingungen in Deutschland standen unter erheblichem betrieblichem Druck: 52 % der 15-jährigen Schüler besuchten Einrichtungen, deren Schulleiter angaben, dass der Unterricht zumindest teilweise durch Lehrermangel beeinträchtigt sei – im Vergleich zum OECD-Durchschnitt von 39 %. Auf der internationalen Rangliste belegten vier chinesische Regionen – Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang – in Naturwissenschaften mit 597 Punkten den ersten Platz und führten auch in Mathematik. Singapur erreichte im Lesen mit 535 Punkten die Spitze. Innerhalb Europas erzielte Estland die höchsten Ergebnisse in Naturwissenschaften und Mathematik, während die Schweiz in Mathematik mit 499 Punkten und 470 Punkten im Lesen den zweiten Platz in Europa belegte. Vierzehn OECD-Staaten schnitten in Naturwissenschaften deutlich besser ab als Deutschland, sodass die deutschen Durchschnittswerte nahe der OECD-Mitte positioniert sind – gemeinsam mit Frankreich und den Niederlanden.


