Musik · Hamburg

Star-Club-Mitbegründer Horst Fascher, der die Beatles buchte, ist mit 90 Jahren gestorben

Horst Fascher buchte die Beatles für die Eröffnungsnacht des Hamburger Star-Clubs im April 1962. Der frühere Boxer und Konzertveranstalter starb im Alter von 90 Jahren, wie sein Bruder der Bild sagte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Süddeutsche Zeitung, DIE WELT, Spiegel Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Hamburg · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 26.06.John Lennon widmet ihm in Hamburg von der Bühne aus ein Lied, während er im Gefängnis sitzt
  2. 1976Eröffnet den Star-Club II am Großneumarkt
  3. 31.10.Stirbt nach Angaben seines Bruders im Alter von 90 Jahren

Tod und widersprüchliche Angaben

Horst Fascher, Mitbegründer des Hamburger Star-Clubs auf der Großen Freiheit, ist im Alter von 90 Jahren gestorben, wie der NDR aus dem Familienkreis erfuhr. Sein Bruder Uwe Fascher bestätigte den Tod gegenüber der Bild.

„Er ist am 31. Oktober im Pflegeheim friedlich eingeschlafen.“

Uwe Fascher

Die Angaben zu Sterbeort und Todestag weichen voneinander ab. Die DPA meldete, er sei nach einem langen Aufenthalt in einem Pflegeheim im Krankenhaus gestorben, während die Darstellung seines Bruders den Tod im Heim verortet. Einige frühe Berichte nannten einen anderen Tag, doch die Schilderung des Bruders nennt den 31. Oktober.

Vom Boxer zum Clubbetreiber

Fascher wurde 1936 in Hamburg geboren, erlernte den Beruf des Schiffbauers und boxte in den 1950er-Jahren; nach Angaben der Welt wurde er Hamburger Federgewichtsmeister. 1962 überredete er Manfred Weissleder, den Besitzer mehrerer Bars und Striptease-Clubs, das Stern-Kino an der Großen Freiheit 39 in einen Musikclub umzuwandeln. Der Star-Club eröffnete am 13. April 1962, am ersten Abend standen die Beatles auf der Bühne. Der Stern berichtet, die Band habe im Januar 1962 einen Vertrag mit ihrem Manager Brian Epstein über eine Gage von 500 Mark pro Musiker und Woche unterzeichnet, und laut der Hamburger Morgenpost spielten sie bis zum Ende jenes Jahres noch 78 weitere Male in dem Club. Fascher hatte die Beatles erstmals 1960 gesehen und war wenig beeindruckt; in einem Interview mit Deutschlandfunk sagte er:

„Das ist mir einfach zu viel Krach.“

Horst Fascher, Mitbegründer und Geschäftsführer des Hamburger Star-Clubs

Später buchte er eine lange Liste von Künstlern, darunter Bill Haley, Chuck Berry, Jimi Hendrix, Fats Domino und die Everly Brothers.

Schlägereien, Anzeigen und Gefängnis

Fascher arbeitete als Booking-Manager und Geschäftsführer und half nach Angaben der Welt dabei, unerwünschte Gäste aus dem Club zu entfernen. Der Laden stand bereits unter Beobachtung der Polizei, und die Welt berichtet von mehreren Anzeigen wegen Körperverletzung gegen ihn, gefolgt von einer Gefängnisstrafe und einem Verbot für St. Pauli. Der Spiegel schrieb unter Berufung auf die Behörden, dass innerhalb von vier Jahren 23 Menschen in dem Club brutal misshandelt wurden. Am 8. Januar 1964 stand die Polizei vor seiner Tür, und rund dreieinhalb Monate später saß er im ersten St.-Pauli-Prozess auf der Anklagebank und musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung in acht Fällen verantworten. 1965 kam er ins Gefängnis, und nach seiner Entlassung auf Bewährung wurde ihm der Zutritt zum Kiez untersagt. Die Welt nennt zudem eine frühere Strafsache wegen Körperverletzung mit Todesfolge nach einer Schlägerei mit Seeleuten.

Vietnam, Lennons Widmung und die späteren Jahre

Der Spiegel berichtet, Fascher habe sich freiwillig für Vietnam gemeldet und sei 1969 als anderer Mensch in einen anderen Kiez zurückgekehrt. Der Stern berichtet, am 26. Juni 1966, während er wegen Körperverletzung im Gefängnis saß, hätten die Beatles in Hamburg gespielt und John Lennon habe ihm von der Bühne aus „If I Needed Someone“ gewidmet. 1976 eröffnete er am Großneumarkt den Star-Club II, der nie an den Erfolg des Originals heranreichte. Der Spiegel schreibt unter Berufung auf die Hamburger Morgenpost, er habe später in einem Pflegeheim in Marienthal gelebt, wo seine frühere Wohnung einem persönlichen Museum geglichen habe. Ein Buch über sein Leben aus dem Jahr 2010 trägt den Titel „The Guy, who brought“, und seine eigene Autobiografie nannte er „Let the good times roll“.

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