
Tausende deutsche Stahlarbeiter protestieren in Berlin und Völklingen gegen Industriekrise und Klimaauflagen
Die IG Metall erwartet rund 1.000 Arbeiter in Berlin und mehrere Tausend in Völklingen, die verlässliche Rahmenbedingungen für die grüne Stahlproduktion und Schutz vor Billigimporten fordern.
Hintergrund
Die deutsche Stahlindustrie steckt in einer sich verschärfenden Krise, und die IG Metall, die größte Industriegewerkschaft des Landes, erhöht den Druck auf die Bundesregierung. Am Freitag, den 12. Juni 2026, wird die Gewerkschaft koordinierte Protestmärsche in Berlin und der saarländischen Stadt Völklingen veranstalten, um Forderungen nach einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Zukunft für die heimische Stahlproduktion Nachdruck zu verleihen.
Forderungen
Die Demonstrationen konzentrieren sich auf drei Kernpunkte: den Erhalt von Zehntausenden Arbeitsplätzen, einen stabilen politischen Rahmen für den Übergang zu klimafreundlicher Stahlherstellung und Schutz vor unlauterem Wettbewerb und Billigimporten. Die Arbeiter argumentieren, dass ohne staatliche Unterstützung die Umstellung auf eine grüne, wasserstoffbasierte Produktion ins Stocken geraten würde, was den Sektor angreifbar mache.
Berlin und Völklingen
In der Hauptstadt versammeln sich die Teilnehmer um 10:00 Uhr am Brandenburger Tor und marschieren zum Bundesministerium für Wirtschaft. Eine Kundgebung ist für 11:00 Uhr im angrenzenden Invalidenpark geplant. Erwartet werden rund 1.000 Beschäftigte aus etwa 30 Stahlwerken bundesweit. Gleichzeitig starten in Völklingen um 11:30 Uhr drei separate Märsche, die zu einer zentralen Kundgebung um 13:00 Uhr zusammenlaufen. Die Organisatoren rechnen dort mit mehreren Tausend Teilnehmern.
- Berliner Protestmarsch startet am Brandenburger Tor
- Berliner Kundgebung beginnt im Invalidenpark
- Drei Protestmärsche starten in Völklingen
- Zentrale Kundgebung in Völklingen
Politischer Druck
Mehrere prominente Politiker haben ihre Teilnahme zugesagt. Neben dem IG-Metall-Vizevorsitzenden Jürgen Kerner werden die Grünen-Co-Vorsitzende Felix Banaszak und die Linke-Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner die Berliner Menge ansprechen. Auch Betriebsratsvorsitzende und Arbeitsdirektoren aus der Stahlbranche stehen auf der Rednerliste.
Die Regierung hat in den letzten Monaten einiges für die Stahlindustrie getan – unter unserem Druck. Sie darf jetzt nicht auf halber Strecke stehen bleiben.
Kerners Worte, die vor den Märschen veröffentlicht wurden, fassen die Frustration der Gewerkschaft zusammen. Obwohl er die jüngsten politischen Schritte anerkennt, besteht er darauf, dass die Unterstützung der Regierung unvollständig bleibt. Die parallelen Proteste in Berlin und Völklingen sollen ein einheitliches Signal senden, dass der Wandel der Branche ohne nachhaltiges politisches Engagement nicht gelingen kann.

