
Berlins Innensenatorin Iris Spranger kritisiert SPD-Wahlkampf nach Verlusten bei der Landtagswahl
Berlins Innensenatorin Iris Spranger kritisierte den SPD-Wahlkampf nach schweren Verlusten bei der Abgeordnetenhauswahl und argumentierte, die Führung habe es versäumt, dreieinhalb Jahre Regierungsarbeit zu präsentieren.
Wahlverluste und erste Reaktionen der Partei
Die Berliner Landtagswahl fand am Sonntag, den 20. September 2026, statt, um die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses zu bestimmen. Nach Bekanntgabe schwerer Verluste für die Sozialdemokratische Partei äußerte Berlins Innensenatorin Iris Spranger scharfe Kritik am Wahlkampfapparat ihrer Partei. Die Abstimmung zum Berliner Abgeordnetenhaus führte zu einem herben Rückschlag für die SPD, was schnelle Reaktionen führender Landesbeamter auslöste. Spranger gab ihre Einschätzung am Sonntagabend in Erklärungen gegenüber der deutschen Presseagentur dpa ab. Sie äußerte tiefe Enttäuschung über die schwache Leistung der Partei in der Hauptstadt. Die Senatorin sprach ausdrücklich die internen Fehler an, die zu dem enttäuschenden Ergebnis beigetragen hatten.
Kritik an Kampagnenkommunikation und Regierungsbilanz
Spranger richtete ihre Kritik direkt auf die strategischen Entscheidungen der SPD-Wahlkampforganisatoren während des Wahlzyklus. Sie argumentierte, dass der Wahlkampf es versäumt habe, die konkrete Arbeit und Politik der SPD-Senatoren und der Fraktion in den vergangenen dreieinhalb Jahren hervorzuheben. Ihrer Ansicht nach besaß die Partei eine Regierungsbilanz, die in der Kommunikation mit den Wählern ausgespart wurde. Parteivertreter im Senat und im Landesparlament hatten während des gesamten Zeitraums von dreieinhalb Jahren gearbeitet, doch der Wahlkampf machte diese politischen Errungenschaften für die Wählerschaft nicht sichtbar.
Es ist natürlich völlig enttäuschend. Man hätte viel stärker darauf hinweisen müssen, was die SPD-Senatoren, die Fraktion, in den letzten dreieinhalb Jahren geleistet hat.
Laut der Senatorin ließ diese strategische Lücke die Wähler ohne ein klares Verständnis dessen, was die Partei während ihrer Arbeit im Senat erreicht hatte. Sie bekräftigte, dass der Wahlkampf es versäumt habe, eine überzeugende Erzählung um die administrativen Beiträge der Partei in Berlin aufzubauen.
Wählerverantwortung und Wahlkampfüberzeugung
Die Innensenatorin behauptete, dass die Wahlniederlage eine direkte Strafe der Wählerschaft als Reaktion auf den fehlerhaften Wahlkampf war. Sie erklärte, dass die Wählerschaft unweigerlich mit Skepsis an den Wahlurnen reagiere, wenn eine politische Organisation keine Überzeugung in ihre eigene Bilanz und Regierungsarbeit zeige.
Das wurde im Wahlkampf nicht getan. Und dann bekommt man natürlich auch die Quittung. Wenn man selbst nicht daran glaubt, dann glauben die Wähler auch nicht daran. So ist es nun einmal.
Spranger bezeichnete das Wahlergebnis als unvermeidliche Quittung, die der Partei für einen Wahlkampf ausgestellt wurde, dem der eigene Glaube fehlte. Ihre Bewertung kam zu dem Schluss, dass die Überzeugung des Kandidaten entscheidend bleibt, um in Berliner Wahlen das Vertrauen der Wähler zu gewinnen.

