
Deutsche Vogelzählung zeigt starke Rückgänge bei Spatzen, Schwalben und Mauerseglern – Finken erholen sich
Die jährliche ‚Stunde der Gartenvögel‘ in Deutschland verzeichnete starke Einbrüche bei Haussperling, Feldsperling, Mauersegler und Mehlschwalbe, während sich die Finkenbestände erholten, so der Naturschutzbund Deutschland (NABU).
Die Ergebnisse der größten bürgerwissenschaftlichen Vogelzählung Deutschlands, der ‚Stunde der Gartenvögel‘, zeichnen ein gemischtes Bild für die heimische Vogelwelt. Organisiert vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), fand die Aktion am zweiten Maiwochenende statt. Rund 56.000 Teilnehmer meldeten Sichtungen aus mehr als 38.000 Gärten.
Rückgänge bei häufigen Stadtarten
Die Daten zeigen besorgniserregende Trends für mehrere Arten, die einst in deutschen Siedlungen allgegenwärtig waren. Der Haussperling, zwar immer noch der am häufigsten gemeldete Vogel, verzeichnete einen Rückgang der Sichtungen um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Feldsperling schnitt etwas besser ab, verzeichnete aber dennoch einen Rückgang um 6 Prozent.
Der Haussperling steht weiterhin an erster Stelle unserer Liste der am häufigsten gemeldeten Vögel, aber er hat einen Verlust von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erlitten. Leider setzt sich damit der negative Trend der letzten Jahre fort.
Noch stärkere Verluste wurden bei den Fluginsektenfressern verzeichnet. Die Sichtungen des Mauerseglers brachen um 25 Prozent ein, während die Meldungen der Mehlschwalbe um 12 Prozent zurückgingen. Martin Rümmler, Vogelexperte des NABU, wies darauf hin, dass beide Arten Gebäudebrüter und Insektenfresser sind, was darauf hindeutet, dass das Insektensterben und vogelunfreundliche Gebäudesanierungen treibende Faktoren sein könnten. Er warnte zudem, dass einige Tiere möglicherweise später als üblich aus ihren Überwinterungsgebieten zurückgekehrt seien.
Diese Zahlen müssen uns beunruhigen. Wenn selbst so häufige Arten wie der Haussperling immer seltener gemeldet werden, könnte dies ein Alarmzeichen für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein.
Ein positiverer Ausblick für Finken
Nicht alle Trends waren negativ. Mehrere Finkenarten zeigten eine deutliche Erholung nach einer Phase des Rückgangs. Der Buchfink verzeichnete einen robusten Anstieg der Sichtungen um 14 Prozent bundesweit, während der Grünfink ein Plus von 3 Prozent verbuchte. Rümmler vermutete, dass der frühere Einbruch mit Krankheitsausbrüchen zusammenhängen könnte, wobei der Grünfink stärker unter Trichomonaden-Infektionen litt als der Buchfink. Diese Krankheitserreger verbreiten sich hauptsächlich an Futter- und Wasserstellen.
Wer Vögel füttert, sollte daher streng auf Hygiene achten. Am besten verwendet man Futtersäulen und wechselt das Wasser täglich.
Die Sichtungen der Amsel blieben im Vergleich zum Niveau von 2025 annähernd stabil.
Weitergehende Bedeutung
Rümmler betonte, dass die Rückgänge bei häufigen Arten wie dem Haussperling auf tiefere Umweltprobleme hinweisen, vor allem auf Nahrungsmangel und den Verlust von Lebensraum und Nistplätzen in städtischen Gebieten. Die gegenläufige Erholung der Finken gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus, doch das Gesamtbild unterstreicht den Druck auf die deutschen Gartenvogelpopulationen.
- Mauersegler
- -25 %
- Mehlschwalbe
- -12 %
- Haussperling
- -9 %
- Feldsperling
- -6 %
- Grünfink
- 3 %
- Buchfink
- 14 %

