Pflegeheim-Eigenanteil steigt bundesweit um 256 Euro: Bremen am teuersten, Sachsen-Anhalt am günstigsten
Bewohner deutscher Pflegeheime zahlten zum 1. Juli durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat aus eigener Tasche, 256 Euro mehr als ein Jahr zuvor, so der Verband der Ersatzkassen (vdek). Die Belastung reicht von 2.891 Euro in Sachsen-Anhalt bis zu 3.761 Euro in Bremen.
Eine bundesweite Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) zeigt, dass der Eigenanteil der Pflegeheimkosten in Deutschland zum 1. Juli 2026 stark gestiegen ist. Die durchschnittliche monatliche Zuzahlung im ersten Aufenthaltsjahr erreichte 3.364 Euro, ein Anstieg um 256 Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Treiber des Kostenanstiegs
Steigende Personalkosten sind der Hauptfaktor für den Anstieg. Die vdek-Vorsitzende Ulrike Elsner erklärte, dass die Gehälter der Pflegekräfte in den letzten Jahren deutlich gestiegen seien und nun über dem Branchendurchschnitt lägen. Die Zuzahlung deckt reine Pflege- und Betreuungskosten, Unterkunft und Verpflegung, Investitionen der Einrichtung sowie Ausbildungsabgaben ab. Die Pflegeversicherung übernimmt im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung nur einen Teil der Kosten.
Die Gehälter der Pflegekräfte sind in den letzten Jahren stark gestiegen und liegen jetzt über dem Branchendurchschnitt.
Große regionale Unterschiede
Die Kosten unterscheiden sich erheblich zwischen den Bundesländern, bedingt durch unterschiedliche Lohnniveaus und landesspezifische Investitionspolitik. Bremen verzeichnete mit 3.761 Euro die höchste durchschnittliche monatliche Zuzahlung, gefolgt vom Saarland mit 3.695 Euro und Baden-Württemberg mit 3.657 Euro. Hamburger zahlten 3.481 Euro, ein überdurchschnittlicher Anstieg von 302 Euro im Jahresvergleich. Hessen erreichte 3.431 Euro, während Rheinland-Pfalz mit 3.289 Euro leicht unter dem Bundesdurchschnitt lag. Am unteren Ende zahlten Schleswig-Holsteiner 3.148 Euro und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete 3.032 Euro, wobei der Anstieg um 280 Euro über dem Bundesdurchschnitt lag. Sachsen-Anhalt hatte mit 2.891 Euro pro Monat die geringste Belastung.
- Bremen
- 3761 EUR
- Saarland
- 3695 EUR
- Baden-Württemberg
- 3657 EUR
- Hamburg
- 3481 EUR
- Hessen
- 3431 EUR
- Bundesdurchschnitt
- 3364 EUR
- Rheinland-Pfalz
- 3289 EUR
- Schleswig-Holstein
- 3148 EUR
- Mecklenburg-Vorpommern
- 3032 EUR
- Sachsen-Anhalt
- 2891 EUR
Wie die Aufenthaltsdauer die Belastung reduziert
Die Gesamtzuzahlung sinkt mit der Aufenthaltsdauer aufgrund von Entlastungszuschlägen der Pflegekassen. Der Eigenanteil für die reine Pflege verringert sich um 15 Prozent im ersten Jahr, 30 Prozent im zweiten, 50 Prozent im dritten und 75 Prozent ab dem vierten Jahr. Selbst mit dem Höchstzuschlag ab Jahr vier zahlen Bewohner in Baden-Württemberg durchschnittlich 2.216 Euro, im Saarland 2.389 Euro und in Hessen 2.091 Euro pro Monat.
- 15 % Reduzierung des Eigenanteils für Pflege
- 30 % Reduzierung
- 50 % Reduzierung
- 75 % Reduzierung; Bewohner in Baden-Württemberg zahlen weiterhin 2.216 EUR
Forderungen nach Reform und Länderverantwortung
Der vdek fordert die Bundesländer auf, Investitions- und Ausbildungskosten vollständig zu übernehmen, mit der Begründung, dass dies die Bewohner um etwa 650 Euro pro Monat entlasten würde. Aktuelle Regeln sehen auch vor, dass volljährige Kinder mit einem Bruttojahreseinkommen von über 100.000 Euro sich an der Finanzierung beteiligen müssen – eine Regelung, die innerhalb der Koalition aktiv diskutiert wird. Sollten Bewohner nicht zahlen können, können sie unter bestimmten Bedingungen staatliche Hilfe beantragen.
Die Investitionskosten sind Sache der Länder und müssen endlich von ihnen vollständig getragen werden.


