Trump übt auf angespanntem Ankara-Gipfel Druck auf europäische NATO-Verbündete bei Verteidigungsausgaben aus
Am zweiten Tag des NATO-Gipfels in Ankara versuchen europäische Staats- und Regierungschefs, US-Präsident Donald Trump vom Wert des Bündnisses zu überzeugen, während dieser auf einer größeren Lastenteilung beharrt und sich über mangelnde Unterstützung im Iran-Konflikt beklagt.
Trumps konfrontativer Auftakt
Donald Trump landete am 7. Juli in Ankara und wurde mit einem großen Empfang begrüßt: Paraden, Polizeipferde und Pomp. Trotz des Spektakels wirkte der US-Präsident bemerkenswert mürrisch und griff sofort die europäischen Verbündeten an. Er forderte Grönland von ihnen, beleidigte Italien, Frankreich und Deutschland, weil sie ihn im Iran-Krieg allein gelassen hätten, und beklagte mangelnde Unterstützung durch die NATO-Partner.
Lastenteilung und Verteidigungsausgaben
Das zentrale Thema des Gipfels ist die Lastenteilung. Trump hat wiederholt die Verteidigungsausgaben der Europäer kritisiert, zuletzt deutsche Investitionen als 'lächerlich' bezeichnet. Die europäischen Verbündeten und Kanada haben ihre gemeinsamen Verteidigungsausgaben auf 4 Prozent des BIP erhöht, doch Trump zeigt sich unbeeindruckt. Als Reaktion betonen Deutschland und andere Nationen ihre jüngsten deutlichen Steigerungen bei den Militärinvestitionen.
- Trump trifft in Ankara ein, wird mit Paraden und Pomp empfangen, kritisiert dann sofort die Verbündeten.
- NATO-Staats- und Regierungschefs versammeln sich vor der offiziellen Arbeitssitzung zu einem Familienfoto.
- Weniger als dreistündige Sitzung mit Schwerpunkt auf Lastenteilung, Iran-Krieg, Ukraine und Verteidigungsausgaben.
- Hoffnung auf ein konstruktives Ergebnis; Risiko eines Desasters, falls Trump konfrontativ bleibt.
Ukraine und der Vorstoß für Patriot-Raketen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf einen Durchbruch bei der Lieferung dringend benötigter Patriot-Luftabwehrraketen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen zudem den russischen Krieg gegen die Ukraine und die kollektive Sicherheit erörtern und Trump dazu bewegen, den Druck auf Russland zu erhöhen. Trump hingegen soll sich mehr für neue Waffengeschäfte interessieren.
Trump bei Laune halten
Die offizielle Arbeitssitzung ist auf weniger als drei Stunden angesetzt, ein Zugeständnis an Trumps angeblich kurze Aufmerksamkeitsspanne. Ein Familienfoto wird den Gesprächen vorausgehen. Viele in Ankara hoffen, dass sich Trumps Stimmung im Vergleich zum Vorabend bessert.
Sollte Trump heute erneut in Kampfstimmung sein, könnte der Gipfel im Desaster enden.
Weitere Spannungen im Bündnis
Der Gipfel unterstreicht die Zerbrechlichkeit der transatlantischen Bindung, wobei Trumps persönliche Befindlichkeit die Richtung des Bündnisses stark beeinflusst. Während die Europäer alles tun, um ihn zu besänftigen, bleibt der Ausgang ungewiss. Die Sitzung wird sich auch mit dem Iran-Konflikt befassen, bei dem Trump sich nicht ausreichend unterstützt fühlt.


