
Spaniens Königshaus besucht Ceuta und Melilla inmitten der Migrationskrise und marokkanischer Ansprüche
König Felipe VI. und Königin Letizia werden die Nacht von Dienstag, dem 13. Oktober, in Ceuta verbringen und am Mittwoch, dem 14. Oktober, Melilla besuchen. Es ist Felipes VI. erster Besuch der beiden Exklaven seit seiner Proklamation 2014.
Der Besuch
König Felipe VI. und Königin Letizia werden am Dienstag, dem 13. Oktober, Ceuta und am Mittwoch, dem 14. Oktober, Melilla besuchen, wie Quellen aus dem Königshaus berichten, die von portugiesischen und spanischen Medien zitiert werden. Das Paar wird die Nacht in Ceuta verbringen, und das Programm in beiden Städten dürfte sehr ähnlich ausfallen. Zum Auftakt steht ein Treffen hinter verschlossenen Türen mit den Bürgermeistern an, Juan Jesús Vivas in Ceuta und Juan José Imbroda in Melilla. Anschließend treffen die Royals 150 Menschen aus der Zivilgesellschaft, darunter Beamte der Nationalpolizei und der Guardia Civil, Lehrer, Feuerwehrleute, Beschäftigte im Tourismus und Kleinunternehmer. Auch Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften sollen das Paar treffen, und der König soll in Ceuta eine Rede halten.
Die Krise hinter dem Besuch
Rund 80.000 Menschen strömten Ende Juli aus Marokko nach Ceuta, wobei der Massenandrang laut El Mundo und eldiario.es am 30. und 31. Juli stattfand. AP führt den Ansturm auf Online-Gerüchte zurück, Spanien habe seine Grenze geöffnet, und berichtet, die meisten Eingereisten seien innerhalb weniger Tage wieder gegangen, während bis zu 15.000 Migranten blieben. Die Quellen nennen unterschiedliche Gesamtzahlen: El Mundo beziffert den Zustrom auf zwischen 70.000 und 80.000 Menschen, Diário de Notícias und SAPO auf mehr als 72.000 und eldiario.es auf mehr als 80.000. Felipe VI. brach sein öffentliches Schweigen zur Krise bei einem Abendessen in Madrid für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron Ende September, als er sagte, die europäischen Länder hätten mehr Solidarität mit Spanien zeigen müssen, und die Lage in Ceuta als inakzeptabel bezeichnete. In der Woche des 5. Oktober sagte er zum finnischen Präsidenten Alexander Stubb, Spanien und Finnland bildeten eine Außengrenze der EU und Bedrohungen für einen Mitgliedstaat erforderten eine gemeinsame Anstrengung aller 27.
- Beginn des Massenzustroms von Migranten aus Marokko nach Ceuta (30. und 31. Juli)
- Felipe VI. bricht sein öffentliches Schweigen zur Krise bei einem Abendessen für Emmanuel Macron in Madrid (Ende September)
- Mohamed VI. warnt, die Zusammenarbeit mit Spanien dürfe nicht als selbstverständlich gelten
- Königshaus soll Ceuta besuchen und dort die Nacht verbringen
- Königshaus soll Melilla besuchen
Anwohner und Hilfe
Viele der gebliebenen Migranten haben auf der Straße, in Hauseingängen sowie in Zeltlagern und von NGOs und Einheimischen betriebenen Zentren geschlafen, überwiegend in muslimischen Vierteln. Ein Sprecher der Hilfsorganisation Luna Blanca sagte, sie habe zwischen 3.000 und 5.000 Mahlzeiten pro Tag an noch in der Stadt befindliche Migranten verteilt, und ihre Freiwilligen seien bedroht und beschimpft worden. Bewohner von El Principe, einem mehrheitlich muslimischen Viertel, sagen, das Chaos habe für sie nie geendet, und einer fragte Anfang Oktober: "Was wollen sie? Dass wir ganz Ceuta ernähren?" Laut Trouw ist der Strand Trampolín, wo Migranten ein Zeltlager errichtet hatten, inzwischen leer, nachdem die Polizei die Menschen mit Bussen in Aufnahmezentren gebracht hat. Spanische Polizisten und Tausende Soldaten wurden entsandt, und Anfang Oktober demonstrierten rund 200 Menschen vor der Stadtregierung.
Marokko und der Präzedenzfall von 2007
Marokko nennt Ceuta und Melilla Sebta und Melila und betrachtet sie als marokkanisches Territorium, das seit Jahrhunderten von Spanien besetzt ist, wie Trouw berichtet. Spaniens Oppositionsparteien haben marokkanischen Beamten Mittäterschaft vorgeworfen und erklärt, marokkanische Agenten hätten Migranten beim Grenzübertritt geholfen, und sie haben Ministerpräsident Sánchez vorgeworfen, zu nachsichtig gegenüber Rabat zu sein. Am Freitag, dem 9. Oktober, warnte Mohamed VI., die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern dürfe nicht als selbstverständlich gelten. Der Präzedenzfall ist der Besuch von Juan Carlos I. und Königin Sofía am 5. und 6. November 2007, als Mohamed VI. am 2. November seinen Botschafter in Madrid zurückrief und das marokkanische Außenministerium den Besuch als "beklagenswert" bezeichnete. Mohamed VI. verurteilte die Reise am 7. November öffentlich, und der Botschafter kehrte erst im Januar 2008 nach Madrid zurück, nachdem die Krise etwa zwei Monate gedauert hatte. Spanien weigerte sich damals, über seine Souveränität über die Städte zu verhandeln, wie eldiario.es berichtet.
- Mohamed VI. ruft seinen Botschafter in Madrid zu Konsultationen zurück
- Juan Carlos I. und Königin Sofía beginnen ihren Besuch in Ceuta und Melilla
- Mohamed VI. verurteilt den Besuch öffentlich
- Der Botschafter kehrt nach etwa zwei Monaten nach Madrid zurück
Wie es weitergeht
Der Besuch ist Felipes VI. erster in den beiden Städten seit seiner Proklamation 2014, und laut eldiario.es erfolgt er, während Rabat erneut seine Gebietsansprüche geltend macht. Spaniens Position, wie eldiario.es sie beschreibt, ist, dass beide Städte Teil seines Territoriums und der Europäischen Union sind und Madrid ihre Souveränität nicht infrage stellt. Das königliche Programm in Ceuta soll dem für Melilla geplanten entsprechen, wo das Paar am Mittwoch, dem 14. Oktober, den Bürgermeister der Stadt, Juan José Imbroda, treffen wird.

