
Spanische Regionen erzwingen jagdfreundlichen Wolfsbericht nach Brüssel trotz Regierungsprotesten
Sechzehn der spanischen Autonomen Gemeinschaften stimmten am Montag dafür, einen Bericht zu billigen, der den Wolfsbestand als günstigen Erhaltungszustand einstuft – ein Schritt, der kontrollierte Jagd ermöglichen könnte, und zwar entgegen der protektionistischen Haltung der Zentralregierung.
Die Abstimmung und ihre politische Spaltung
Die Umweltkonferenz legte am 22. Juni zwei konkurrierende Berichte vor: einen vom Ministerium für den ökologischen Wandel (Miteco) erstellten, der den Erhaltungszustand des Wolfs als „ungünstig“ einstufte und weiteren Schutz erforderte, und eine Alternative, die von Galicien vorangetrieben und von den meisten von der PP regierten Regionen unterstützt wurde, die ihn als „günstig“ bezeichnete und damit die Tür für Jagd und Bestandskontrolle öffnete. In einer namentlichen Abstimmung unterstützten 16 Regionalregierungen das galicische Dokument, während das Ministerium und Katalonien dagegen stimmten; das Baskenland und Kastilien-La Mancha enthielten sich.
Die Autonomen Gemeinschaften haben bereits unsere technische und wissenschaftliche Arbeit geleistet; jetzt ist es die Pflicht des Ministeriums, den genehmigten Bericht nach Europa zu senden.
Daten zum umstrittenen Status
Der galicische Bericht, der ursprünglich vor fast einem Jahr von der Staatskommission genehmigt wurde, verzeichnet 333 Wolfsrudel in ganz Spanien im Sechsjahreszeitraum 2019–2024, ein Anstieg von 12 % gegenüber der vorherigen Zählung von 297. Schadenszahlen bei Nutztieren erhöhen den Druck auf die ländlichen Gemeinden: Allein in Kastilien und León töteten 4.474 Wolfsangriffe im Jahr 2025 6.294 Nutztiere und verletzten weitere 585, mit Entschädigungen von über 4 Millionen Euro.
EU-Verpflichtungen und Vertragsverletzungsverfahren
Gemäß der FFH-Richtlinie muss jeder EU-Mitgliedstaat alle sechs Jahre einen Bericht über geschützte Arten vorlegen; Spaniens Bericht war bis zum 31. Juli 2025 fällig. Die Weigerung des Ministeriums, das frühere Regionaldokument weiterzuleiten, führte zu einem von der Europäischen Kommission eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahren. Die Regionalminister warfen Miteco absichtliche Verzögerungen vor.
Es ist nicht zu rechtfertigen, dass ein Dokument, das durch die technische Arbeit der Autonomen Gemeinschaften gestützt und vor einem Jahr genehmigt wurde, all diese Zeit blockiert geblieben ist.
- Sechsjahresbericht von der spanischen Staatskommission genehmigt, der den Wolfsbestand als günstig bestätigt.
- Umweltkonferenz: 16 Regionen stimmen für die Übersendung des jagdfreundlichen Berichts nach Brüssel; EU-Vertragsverletzungsverfahren läuft aufgrund der versäumten Frist vom Juli 2025.
Reaktionen und nächste Schritte
Miteco argumentierte, dass der galicische Vorschlag „die von der Europäischen Kommission festgelegten methodischen und Berichtskriterien nicht erfülle“ und noch überprüft werden müsse. Die Mehrheitsentscheidung zwingt das Ministerium jedoch, den Bericht zu übermitteln, ein Schritt, den die Regionalministerin Ángeles Vázquez als Bestätigung der regionalen Arbeit bezeichnete.
Bestätigt, dass die von den Autonomen Gemeinschaften geleistete Arbeit korrekt war.
Umweltgruppen kritisierten die Abstimmung als politisch parteiisch, während Viehzuchtverbände die Aussicht auf Managementmaßnahmen begrüßten, die ihrer Meinung nach für die Lebensfähigkeit des ländlichen Raums unerlässlich sind.
