Wohnen · Madrid, Barcelona und León

Spaniens Wohnungskrise treibt Steuerpläne, einen Streit um den Streik und die Debatte vor der Wahl am 29. November

Die Mieten stiegen im Oktober um 5,6 %, und das Wohnen ist zum zentralen Thema im spanischen Wahlkampf für die Parlamentswahl am 29. November geworden, bei dem Parteien, Gewerkschaften und Ökonomen über die richtigen Mittel streiten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von El Periódico, La Razón, EL MUNDO und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Madrid, Barcelona, León · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 6.10.Die Auflösung wird im BOE veröffentlicht
  2. 11.11.Generalstreik zum Wohnen, an dem USO nicht teilnimmt
  3. 29.11.Parlamentswahl

Die Mieten steigen weiter vor der Wahl

Die Mieten sind im Oktober weiter gestiegen. Der jüngste Bericht von Idealista beziffert den Durchschnittspreis auf 15,1 Euro pro Quadratmeter, 5,6 % mehr als ein Jahr zuvor. Madrid bleibt mit 23,4 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt zum Mieten, Barcelona folgt mit 20,5 Euro. Die Zahlen erscheinen kurz vor der Parlamentswahl am 29. November, und das Wohnen ist wieder in den Mittelpunkt der politischen Debatte gerückt.

Durchschnittliche Miete pro Quadratmeter, OktoberEuro pro m²
Spanien Durchschnitt
15.1 Euro pro m²
Madrid
23.4 Euro pro m²
Barcelona
20.5 Euro pro m²

Daten aus dem Artikeltext

Der Streit zwischen Regierung und Opposition verschärfte sich nach der Räumung und dem anschließenden Tod einer Frau, ein Fall, der die Proteste sozialer Gruppen und die Forderungen nach einem stärkeren Schutz von Mieterinnen und Mietern neu entfachte. Die Regierung von Pedro Sánchez legte daraufhin zwei königliche Dekretgesetze mit neuen Maßnahmen vor, um den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern und Mietern mehr Sicherheit zu geben. Diese Dekrete erhielten im Kongress nicht genügend Unterstützung.

Dekrete, Auflösung und eine Vermietersteuer

Am 2. Oktober stimmten PP, Vox und Junts gegen beide Dekrete, wodurch die Regierung ihre wichtigsten Wohnungsmaßnahmen verlor. Die Haltung von Junts war für die parlamentarische Niederlage entscheidend. Drei Tage später, am 5. Oktober, kündigte Pedro Sánchez die Auflösung der Cortes und Neuwahlen für den 29. November an. Die Entscheidung wurde am folgenden Tag im BOE veröffentlicht, und Sánchez argumentierte, die Wähler müssten ihm eine parlamentarische Mehrheit geben, die seine Agenda durchsetzen kann.

Ada Colau, Kandidatin des Frente Amplio und frühere Bürgermeisterin von Barcelona, hat eine Steuer von 10 % auf den Wert der Immobilien großer Vermieter vorgeschlagen, die über einem staatlichen Preisindex vermietet werden. Sie sagt, die Maßnahme mache es weniger rentabel, Wohnungen zu hohen Mieten zu halten, und könne die Mieten um rund 30 % senken. Bei der Erläuterung des Plans in der Sendung Más de Uno von Onda Cero argumentierte sie, in Spanien fehle es nicht an Wohnungen, das Problem liege in ihrer Nutzung.

„Wohnraum ist zum Wohnen da, nicht zum Spekulieren. Das muss das Ziel sein.“

Ada Colau, Frente-Amplio-Kandidatin für

Colau räumte ein, dass der Bau öffentlicher Wohnungen Jahre dauert, und ordnet die Vermieterabgabe daher den Maßnahmen mit schnellerer Wirkung zu.

Gewerkschaften uneins über den Streik am 11. November

Für den 11. November ist ein Generalstreik ausgerufen worden. Joaquín Pérez, Generalsekretär von USO, Spaniens drittgrößter repräsentativer Gewerkschaft nach CCOO und UGT, unterstützt die Ziele der Wohnungsproteste, aber nicht deren Zeitpunkt. Er sagte, der Wahlkampfzeitraum könne die Aktion wie einen Versuch erscheinen lassen, in die Wahl einzugreifen. USO unterstützt die Forderungen zu Wohnen, Löhnen und Arbeitsqualität und kündigte an, ihre Ansprüche nach der Wahl an die dann amtierende Regierung zu richten. Pérez fügte hinzu, einige Mitglieder hielten eine Teilnahme für angebracht, doch die Werte der Gewerkschaft schlössen einen Schritt aus, der mehr Einmischung erzeugen als gewinnen würde.

„Obwohl es Gründe gibt, ist jetzt nicht der Moment für einen Streik.“

Joaquín Pérez, Generalsekretär von USO

Künstler, Ökonomen und die strukturellen Ursachen

Joan Manuel Serrat, 82, sagte in der Sendung Más Vale Tarde von laSexta in einem Interview, das während eines Besuchs in León anlässlich des Premio Leteo 2026 aufgezeichnet wurde, das Wohnungsproblem habe seine Grenze erreicht. Er brachte die Unruhe mit jahrelanger Belastung des öffentlichen Bildungswesens und des Gesundheitssystems in Verbindung. Àgata Roca, 58, die 2025 den Max-Preis als beste Theaterschauspielerin gewann, sagte bei Vertex von 3Cat, junge Menschen fänden es heute sehr schwer, eine Miete zu zahlen, sich eine Wohnung zu teilen oder eine Hypothek aufzunehmen, und das Wohnen werde zum Luxus.

Santiago Niño Becerra, 75, emeritierter Professor für Wirtschaftsstruktur an der Universität Ramon Llull, argumentiert, spanische Familien fingen den Schock ab, der sonst weitreichende städtische Unruhen auslösen würde. Er sieht die Familie als wichtigsten Puffer.

„In Spanien gibt es keine Wohnungsrevolution, weil die Familie als einziger sozialer Puffer wirkt.“

Santiago Niño Becerra

Niño Becerra führt das Problem auf den 2. Mai 1956 zurück, als das Franco-Regime nach seiner Darstellung beschloss, Spanien zu einem Land von Eigentümern statt von Proletariern zu machen. Er sagt, das Mietangebot sei in den vergangenen Jahren um 61 % gesunken. Daten des Observatorio de Emancipación des Consejo de la Juventud de España zeigen, dass die durchschnittliche Miete 98,7 % des durchschnittlichen Nettogehalts eines jungen Arbeitnehmers verschlingt.

Ein strukturelles Defizit und der Ruf nach Regulierung

David J. Madden, Soziologe an der London School of Economics, schrieb gemeinsam mit Peter Marcuse „In Defence of Housing“, ein Buch, das 2019 in Spanien erschien. Er argumentiert, das Wohnungsproblem habe in den meisten Ländern nicht abgenommen, und Wohnraum müsse im Interesse der Mieter reguliert und unabhängig von Einkommen oder Vermögen bereitgestellt werden. Die in seinem Interview zitierten spanischen Zahlen zeigen Hauspreise mit einem Plus von 74 % laut Fachportalen, oder 48 % bei offiziellen Schätzwerten, und Mieten mit einem Plus von 45 %. Die Banco de España beziffert das Wohnungsdefizit des Landes auf 750.000 Wohnungen.

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