
Spanien stolpert zum WM-Auftakt: 0:0-Unentschieden gegen Debütant Kap Verde
Die WM-Kampagne Spaniens begann mit einer Überraschung: Kap Verde, das sein Turnierdebüt gab, hielt den Europameister am Montag in Gruppe H bei einem 0:0-Unentschieden.
Spanische Dominanz, aber kein Durchkommen
Spanien dominierte von der ersten Minute an, fand jedoch kein Mittel gegen das Tor von Kap Verde. Die erste echte Chance ergab sich in der 36. Minute, als ein Schuss von Pedri von Vozinha über die Latte gelenkt wurde, wobei die Aktion bereits wegen Abseits abgepfiffen war. Drei Minuten später schlug Rodri eine Flanke auf Cucurella, dessen Kopfball bei Ferran Torres landete; der Stürmer hämmerte den Ball aus zwei Metern an die Querlatte, und Vozinha parierte den Nachschuss von Oyarzabal. Ferran Torres vergab vor der Pause eine weitere Gelegenheit, und ein Kopfball von Laporte nach einer Ecke zwang den Torhüter zu einer Glanzparade.
Vozinha und die Defensivmauer von Kap Verde
Der 40-jährige Torhüter Vozinha war der herausragende Akteur und brachte den spanischen Angriff immer wieder zur Verzweiflung. Hinter ihm agierte die Abwehr von Kap Verde kompakt und organisiert. In der 73. Minute wurde ein schwacher Schuss des eingewechselten Merino abgeblockt, und neun Minuten später köpfte Cucurella nach einer Flanke von Yamal zu harmlos. Zwei Minuten vor Schluss warf sich Verteidiger Pico Lopes in einen Schuss von Oyarzabal aus kurzer Distanz, der sonst den Weg ins Tor gefunden hätte. Die einzige Chance für Kap Verde im gesamten Spiel hatte Borges, dessen Kopfball nach einer Ecke in der Nachspielzeit sicher von Unai Simón aufgenommen wurde.
Wir müssen an unseren Ideen festhalten und den Abschluss verbessern. Es gibt Spiele, in denen man viel investiert, aber der Ball einfach nicht reingehen will. Wir müssen lernen, auch mit solchen Situationen umzugehen.
Yamals Einwechslung bringt nicht die Wende
Lamine Yamal, der vorsichtshalber geschont wurde, kam in der 71. Minute ins Spiel, konnte die Defensive aber nicht knacken. Auch die Einwechslungen von Nico Williams und Dani Olmo änderten wenig an einem Spiel, in dem die spanische Ballzirkulation vom eigenen Trainer kritisiert wurde.
Sie sind sehr organisiert. Von der ersten Minute an war es ihr Ziel, uns keinen Raum zu lassen. Uns fehlte eine schnellere Ballzirkulation. Das Ziel war auch, Yamal und Williams Spielminuten zu geben. Sie werden für die nächsten Spiele besser in Form sein.
Historische Nacht für Kap Verde
Der Schlusspfiff löste bei den Spielern und Fans von Kap Verde Jubelstürme aus, die den ersten WM-Punkt ihres Landes überhaupt miterlebten. Das Unentschieden lässt die Gruppe H vor dem späteren Aufeinandertreffen zwischen Uruguay und Saudi-Arabien völlig offen.


