
Spanien verpflichtet Telekommunikationsanbieter, bei Stromausfällen Mobilfunknetze vier Stunden am Laufen zu halten
Die spanische Regierung wird die Betreiber zwingen, bei einem Stromnetzausfall mindestens vier Stunden lang eine Mobilfunkabdeckung für 75 % der Bevölkerung zu gewährleisten, als Reaktion auf den Blackout 2025, der die Kommunikation lahmlegte.
Der Blackout 2025, der Maßnahmen auslöste
Am 28. April 2025 legte ein massiver Stromausfall Spanien lahm. Die Mobilfunknetze brachen zusammen, als die Basisstationen die Stromversorgung verloren, was Internet und Telefonate unterbrach. Die Regierung arbeitet seitdem an Maßnahmen, um eine Wiederholung zu verhindern.
- Spanien wird von einem landesweiten Blackout lahmgelegt; Mobilfunknetze brechen zusammen.
- Minister Óscar López kündigt das Dekret auf dem DigitalES Summit 2026 an.
- Erwartete Verabschiedung des Königlichen Dekrets bis Jahresende.
- Erstes Verpflichtungsjahr: 50 % Bevölkerungsabdeckung erforderlich.
- Zweites Jahr: Abdeckungsschwelle steigt auf 65 %.
- Drittes Jahr: Vollständige 75-%-Abdeckungsverpflichtung tritt in Kraft.
Was das Dekret fordert
Minister Óscar López kündigte das Königliche Dekret über Sicherheit und Resilienz elektronischer Kommunikationsnetze auf dem DigitalES Summit 2026 in Madrid an. Die Kernverpflichtung: Die Betreiber müssen bei einem erneuten Ausfall des Stromnetzes für mindestens vier Stunden eine Mobilfunkabdeckung für 75 % der Bevölkerung sicherstellen.
Die Absicht ist, es noch vor Jahresende zu verabschieden, damit die Betreiber schrittweise mit der Umsetzung beginnen können.
Das Dekret legt auch differenzierte Autonomieanforderungen für kritische Infrastrukturen fest. Leitstellen der ersten Ebene, deren Ausfall das gesamte Land betreffen könnte, müssen mindestens 24 Stunden ohne Netzstrom auskommen. Leitstellen der mittleren Ebene, die mehrere Regionen betreffen, müssen 12 Stunden durchhalten. Die Notrufdienste 112 und öffentliche Warnmeldungen werden priorisiert, mit verpflichtenden Redundanzplänen.
Widerstand der Branche und Kompromiss
Die Telekommunikationsbetreiber reagierten frustriert und argumentierten, sie müssten für die Fehler des Energiesektors zahlen. Der erste Entwurf der Regierung setzte die Abdeckungsschwelle auf 85 %, wurde aber nach Lobbyarbeit der Branche auf 75 % gesenkt. Die Betreiber hatten sich für 70 % eingesetzt. Die Kostenschätzungen gehen stark auseinander: Die Regierung beziffert die Kosten auf 73 Millionen Euro, während die Unternehmen sagen, dass sie sich auf Hunderte Millionen mehr belaufen werden.
Es ist nicht logisch, dass die Telekommunikationsbranche investieren muss, um den Dienst zu garantieren, wenn die Energieversorgung ausfällt.
Spenger, CEO von MasOrange, bekräftigte dennoch die Unterstützung der Branche für eine pragmatische Lösung. „Wir unterstützen Initiativen, um unsere Netze widerstandsfähiger zu machen. Wir waren in aktivem Dialog, um eine Lösung zu schaffen, die sinnvoll, pragmatisch und finanzierbar ist“, sagte er.
Schrittweise Einführung über drei Jahre
Um die Investitionslast zu mildern, wird die Verpflichtung schrittweise eingeführt. Im ersten Jahr nach Inkrafttreten des Dekrets muss die Abdeckung 50 % der Bevölkerung erreichen. Sie steigt im zweiten Jahr auf 65 % und im dritten Jahr auf 75 %. Die Regierung erwartet, dass das Dekret bis Ende 2026 verabschiedet wird.
- Jahr 1
- 50 %
- Jahr 2
- 65 %
- Jahr 3
- 75 %
Breiterer Gipfelkontext
Auf dem DigitalES Summit gab es auch andere Ankündigungen. Telefónica stellte den vollständigen Ausbau seines Mini-Rechenzentrumsnetzes vor, und Vodafone España plant in Partnerschaft mit AST SpaceMobile, bis 2027 einen direkten Satelliten-zu-Mobilfunk-Dienst zu starten. Antonio Garamendi, Präsident des Arbeitgeberverbands CEOE, forderte einen einfacheren digitalen Regulierungsrahmen und bezeichnete ihn als das Hauptanliegen europäischer Unternehmen.

