
Athener Risskrise: Gebäude in Kypseli durch U-Bahn-Tunnelaushub beschädigt, TBM gestoppt, Staatsanwaltschaft ermittelt
Über 20 Gebäude im Athener Stadtteil Kypseli weisen schwere Risse auf, nachdem eine Tunnelbohrmaschine auf der Linie 4 unerwartete Bodenabsenkungen verursachte, was ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren und eine Dringlichkeitssitzung des Stadtrats auslöste.
Projekt und Schäden
Der U-Bahn-Tunnel der Linie 4 zwischen dem Kypseli-Platz und Evelpidon wird von der TBM Niki gegraben. Die Ausgrabungen begannen Anfang dieses Jahres, aber bis März 2026 bemerkten die Anwohner laute Vibrationen und Risse. In über 20 Wohngebäuden sind tiefe Risse in Wänden, Balken, Türen, Fenstern und sogar Fliesen aufgetreten. Alexandros Koutroularis, ein Bewohner, dessen Wohnung etwa 100 Meter vom Platz entfernt ist, sagte, der Schaden sei sofort eingetreten.
Es begann direkt nachdem die TBM vorbeigefahren war. Es muss März oder April gewesen sein. Schon in der ersten Woche traten sie auf, und weil wir nicht wissen, ob die Absenkung noch aktiv ist, tauchen immer neue Risse auf oder bestehende vergrößern sich.
Eine Bürgerinitiative schätzt, dass bis zu 200 Wohnungen vom Platz diagonal bis zur Evoias-Straße Schäden aufweisen. Einige Mieter flohen, sobald die Risse auftauchten, während Eigentümer in Häusern bleiben, die sie nicht verkaufen können. Der jüngste Einsturz eines Gebäudes in Petralona hat die Besorgnis in puren Schrecken verwandelt.
Reaktion des Unternehmens
Die Elliniko Metro S.A. bestätigte die Absenkung, bestand jedoch darauf, dass keine Probleme mit der strukturellen Integrität bestehen. In einer Erklärung bestätigte das Unternehmen, dass die TBM-Arbeiten am 8. Mai 2026 eingestellt wurden.
Die Arbeiten der TBM wurden seit dem 08.05.26 ausgesetzt, da unerwartete und nachweisbare Bedingungen im besonders schwachen geologischen Hintergrund festgestellt wurden, der bereits während der Planungsphase des Projekts untersucht worden war.
Die Erklärung besagte, dass Überwachungssysteme keine weitere Ausbreitung des Phänomens zeigen und der Auftragnehmer bereits damit begonnen hat, auf eigene Kosten Risse nach Inspektionen zu reparieren. Eine technische Untersuchung unter Beteiligung unabhängiger Experten aus Griechenland und dem Ausland ist im Gange, bevor die TBM-Arbeiten wieder aufgenommen werden können. Das Unternehmen betonte außerdem, dass die TBMs Maschinen der neuesten Generation sind, die für den städtischen Tunnelbau entwickelt wurden.
Offizielle und politische Reaktion
Die Staatsanwaltschaft Athen ordnete eine dringende Voruntersuchung an, um festzustellen, ob Straftaten begangen wurden oder die Arbeiten eine Gefahr darstellen. In der Stadtratssitzung am 15. Juli legten Vertreter der Anwohner Korrespondenz vor und forderten vollständige bauliche und geotechnische Überprüfungen. Alle Parteiführer unterstützten die Stadtverwaltung; der ehemalige Bürgermeister Kostas Bakoyannis schlug einen überparteilichen Ausschuss vor. Bürgermeister Haris Doukas sagte, die Gemeinde werde die Anwohner rechtlich und mit all ihren Diensten unterstützen.
Viele Bewohner waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Deshalb habe ich die Angelegenheit der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgelegt, die ihrerseits eine dringende Voruntersuchung zur Klärung der Verantwortlichkeiten angeordnet hat, und gleichzeitig habe ich ein Treffen mit dem zuständigen Minister für Infrastruktur und Verkehr und der Geschäftsführung von Elliniko Metro beantragt, um zu erfahren, was dort genau passiert.
Doukas kündigte außerdem ein Treffen mit dem CEO von Elliniko Metro, Christos Fafoutis, am 16. Juli an. Der Bürgermeister informierte den Rat separat über das eingestürzte Gebäude in Petralona und wies darauf hin, dass die Gemeinde zum ersten Mal die Trümmer beseitigen werde.
Forderungen der Anwohner und nächste Schritte
Die Anwohner fordern eine vollständige bauliche Überprüfung durch die Technische Kammer Griechenlands (TEE), eine Neubewertung der geotechnischen Studien und die Übernahme aller Sachverständigenkosten. Viele beklagen, dass Elliniko Metro die Inspektionsergebnisse nicht weitergegeben habe, was sie in Angst um ihre Häuser und örtliche Schulen zurücklasse. Die Absenkung hat nach der Einstellung aufgehört, aber ob der Boden dauerhaft stabilisiert wurde, bleibt unklar. Während die strafrechtliche Untersuchung und die technische Überprüfung andauern, hängt das Schicksal von über 200 Haushalten von den Ergebnissen der Ermittlungen und dem geplanten Treffen im Bürgermeisteramt ab.
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- Bürgermeister Haris Doukas trifft sich mit CEO von Elliniko Metro, Christos Fafoutis


