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Regierung·vor 2 Std.

Söder fordert scharfe Kürzungen beim Bürgergeld und ein bundesweites Gesetz zur Bezahlkarte – die Reform steht kurz bevor

CSU-Chef Markus Söder hat gefordert, die Bürgergeld-Sätze auf das verfassungsrechtliche Minimum zu senken – nur wenige Tage vor Inkrafttreten des umgestalteten Grundsicherungsgeldes. Zudem verlangt er ein Bundesgesetz zur Durchsetzung der Bezahlkarte für Asylbewerber sowie strafrechtliche Sanktionen gegen NGOs, die deren Umgehung unterstützen.

Söders Forderung nach tieferen Kürzungen

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sagte der Bild am Sonntag, die regulären Bürgergeld-Sätze müssten auf das absolute verfassungsrechtliche Minimum gesenkt werden. Er argumentierte, dass die Gesamtsumme inklusive Zuschlägen für Kinder, Wohnen und weitere Leistungen von weiten Teilen der Bevölkerung immer noch als zu großzügig empfunden werde.

Es muss auf das absolute verfassungsrechtliche Minimum reduziert werden.

Söder beharrte darauf, dass die Ausgaben von rund 50 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt nach der Reform nicht unverändert bleiben könnten. Konkret forderte er, ukrainische Flüchtlinge durch einen separaten Rechtsrahmen aus dem Bürgergeld-System herauszulösen.

Es kann nicht sein, dass nach einer Reform immer noch die gleichen 50 Milliarden Euro in den Büchern stehen.

Reformkontext

Das bestehende Bürgergeld-System in Deutschland, das 2023 das umstrittene Hartz IV ablöste, sieht für Alleinstehende 563 Euro im Monat vor. Knapp 5,5 Millionen Menschen beziehen derzeit die Leistung. Ab dem 1. Juli 2026 verschärft die Reform die Sanktionen, inklusive möglicher vollständiger Leistungsentziehung, und benennt die Leistung in Grundsicherungsgeld um, der Regelsatz bleibt jedoch unverändert.

Schlüsselmomente rund um die Bürgergeld-Reform
  1. Söder fordert in der Bild am Sonntag Kürzungen und ein Bezahlkarte-Gesetz
  2. Neue Grundsicherungsgeld-Regeln treten mit strengeren Sanktionen in Kraft

Widerstand aus der Koalition und innerhalb der Union

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich bereits Anfang der Woche für Kürzungen ausgesprochen und erklärt, das 50-Milliarden-Euro-Programm könne einen entscheidenden Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten. Die SPD, der kleinere Koalitionspartner, und die Opposition haben scharf widersprochen. Innerhalb der CDU kritisierte der Chef des Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, die erneute Debatte und sagte, die bevorstehende Grundsicherungsgeld-Reform erfülle bereits ein zentrales Wahlversprechen.

Warum wir jetzt die Diskussion wieder von vorne beginnen, ist mir schleierhaft.

Bezahlkarte und NGOs

Söder forderte zudem ein bundesweites Gesetz zur Durchsetzung der Bezahlkarte für Asylbewerber, die seiner Aussage nach mehrere Bundesländer nicht umsetzen. Er argumentierte, dass durch die Karte mehr Abschiebungen und freiwillige Ausreisen die Migrationskosten deutlich senken könnten, und plädierte für strafrechtliche Sanktionen gegen NGOs, die versuchten, Migranten bei der Umgehung der Karte zu helfen.

Berlin · München

3 Quellen

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