
Auslaufende SpaceX-Sperrfrist setzt Aktie unter Druck – 773 Mrd. $ Börsenwert seit Rekord-IPO vernichtet
Die erste Tranche der gesperrten Aktien wird am Donnerstag handelbar, was den Streubesitz mehr als verdoppeln und den bereits 20 % unter dem Rekorddebüt vom Juni notierenden Kurs weiter belasten könnte.
Börsengang und erster Handel
SpaceX ging am 12. Juni zu 135 $ pro Aktie an die Börse und nahm dabei 86,25 Mrd. $ im größten Börsengang aller Zeiten ein. Der Streubesitz betrug weniger als 5 % des Unternehmens, und keine der Altaktionäre verkauften im Rahmen des Deals. Seitdem ist die Aktie um fast 20 % gefallen und schloss am Freitag bei 108,37 $. Zwischen Juni und Juli verlor das Unternehmen 772,8 Mrd. $ an Marktkapitalisierung – ein Rekordrückgang.
Der Sperrfristenplan
Anders als die übliche 180-Tage-Sperrfrist haben SpaceX und seine Konsortialbanken eine gestaffelte Freigabestruktur gewählt. Die erste Tranche, die 20 % der gesamten gesperrten Aktien umfasst, die in den ersten 180 Tagen freigegeben werden, wird am Donnerstag handelbar – zwei Tage nach dem ersten Quartalsbericht des Unternehmens. Damit werden 911,5 Millionen Aktien freigegeben, das sind 12 % der gesamten ausstehenden Aktien – mehr als die derzeit 640 Millionen gehandelten. Weitere Freigaben folgen, wobei 28 % der gesperrten Aktien nach den Zahlen des dritten Quartals freigegeben werden. Elon Musk und bestimmte bedeutende Investoren bleiben ein ganzes Jahr lang gesperrt.
- SpaceX-Börsengang zu 135 $ pro Aktie, Einnahmen von 86,25 Mrd. $ bei weniger als 5 % Streubesitz
- Erster Quartalsbericht geplant
- Erste Sperrfrist-Tranche läuft aus: 20 % der gesperrten Aktien (911,5 Mio. Aktien) werden handelbar
- Zweite Tranche wird freigegeben: 28 % der gesperrten Aktien nach den Q3-Zahlen
- Sperrfrist von Elon Musk und bestimmten bedeutenden Investoren läuft nach einem vollen Jahr aus
Verkaufsdruck und Leerverkäufer
Viele frühe Investoren müssen verkaufen, so der Risikokapitalgeber Paul Kedrosky, der sagte, sie hätten ihre Aktien zur Finanzierung von Käufen verpfändet.
Sie haben ihre Aktien verpfändet, um Häuser, Privatinseln, Autos oder was auch immer zu kaufen.
Leerverkäufer haben sich vor der Freigabe positioniert und wetten auf weitere Kursverluste. Jay Ritter, der als „Mr. IPO“ bekannte Wirtschaftswissenschaftler der University of Florida, merkte an, dass das Auslaufen von Sperrfristen in der Regel den Aktienkurs unter Druck setze und diese Freigabe aufgrund des winzigen anfänglichen Streubesitzes ungewöhnlich groß sei. Er fügte hinzu, dass ein weiterer Rückgang durchaus möglich sei. Allerdings wies Ritter auch darauf hin, dass Leerverkäufer, die nach der Freigabe ihre Positionen eindecken, eine gewisse Stütze bieten könnten.
Verzerrung des S&P 500
Der SpaceX-Börsengang und seine Folgen verzerren auch die breiteren Marktindikatoren. Alphabet und Amazon meldeten erhebliche nicht realisierte Gewinne aus ihren Investitionen in SpaceX und das KI-Start-up Anthropic. Diese Buchgewinne machten die Hälfte des Anstiegs der S&P-500-Gewinne um 280 Mrd. $ in diesem Quartal aus. Das gesamte Gewinnwachstum des Index liegt bei 47,4 %, sinkt jedoch auf 28,8 %, wenn man Alphabet und Amazon herausrechnet.
- S&P 500 insgesamt
- 47.4 %
- Ohne Alphabet & Amazon
- 28.8 %
Breitere Marktauswirkungen
Das SpaceX-Debüt könnte einen Wendepunkt für den KI-Handel markiert haben. Seit dem Börsengang im Juni verzeichneten Chip-Aktien, die in diesem Jahr die Gewinne angeführt hatten, starke Rückgänge. Die bevorstehenden Börsengänge von Anthropic und OpenAI werden zunehmend als warnende Beispiele betrachtet, da die Anlegernachfrage nach Mega-Cap-Tech-Listings Anzeichen von Ermüdung zeigt.

