
Ukraine beschuldigt Russland der 'Menschensafari' nach Drohnenjagd und Verletzung eines Gemüsehändlers in Cherson
Die ukrainische Polizei veröffentlichte ein Video, das eine russische FPV-Drohne zeigt, die einen 52-jährigen Gemüsehändler in Cherson um seinen Stand herum jagt, bevor sie detoniert. Der Mann überlebte mit Splitterverletzungen; Kiew bezeichnete es als 'barbarisches Kriegsverbrechen' und Teil einer systematischen Terrorkampagne.
Der Angriff
Am 4. August 2026 um etwa 06:30 Uhr griff eine russische FPV-Drohne einen 52-jährigen Gemüsehändler auf einem Markt im Bezirk Tawrijskyj in Cherson im Süden der Ukraine an. Ein von der ukrainischen Polizei veröffentlichtes Video zeigt die Drohne, die etwa 25 Sekunden über dem Stand des Mannes schwebt, bevor sie ihn verfolgt, als er um sein Fahrzeug rennt. Der Mann, identifiziert als Jurij, versuchte dem Bediener zu zeigen, dass er nur Gemüse trug, aber die Drohne folgte ihm und detonierte ihren Sprengsatz in seiner Nähe. Er überlebte mit Splitterverletzungen, Drucktrauma und einer Gehirnerschütterung. Der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, veröffentlichte ein Video von Jurij in einem Krankenhausbett.
Aussage des Opfers
Jurij schilderte den Behörden den Angriff. Er sagte, er und seine Frau hätten gerade begonnen, Gemüse auszulegen, als sie ein summendes Geräusch hörten. Er versuchte zu signalisieren, dass er unbewaffnet war, und rannte dann.
Ich fing an zu rennen, stieß gegen das Fahrzeug. Ich geriet in die Flugbahn der Drohne, sie kollidierte mit mir und ich fiel einfach hin.
Er bezeichnete sein Überleben als 'ein Wunder'.
Offizielle Verurteilung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte scharf auf X und beschuldigte russische Soldaten, Freude am Töten und Misshandeln von Zivilisten zu haben.
Jeden einzelnen Tag sind die Einwohner von Cherson diesen russischen 'Safaris' ausgesetzt.
Selenskyj forderte die Unterstützer der Ukraine auf, den Druck auf Moskau zu erhöhen, und argumentierte, dass ohne die Zerschlagung der russischen Aggressionsfähigkeit,
es schlicht unmöglich ist, sich vorzustellen, dass die Welt mit diesem Bösen koexistieren kann.
Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den Angriff als 'barbarisches Kriegsverbrechen' und sagte, er sei Teil einer 'vorsätzlichen und systemischen russischen Strategie'.
Dieses barbarische russische Kriegsverbrechen in Cherson erfordert internationale Verurteilung und Gerechtigkeit, aber Tausende ähnlicher Verbrechen kommen nie ans Licht.
Der Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez beschrieb das Opfer als 'unbewaffneten Marktverkäufer' und beschuldigte die russische Armee der 'Jagd auf Zivilisten'.
Ein Muster des Terrors
Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe gezielter Drohnenangriffe auf Zivilisten in Cherson seit Mitte 2024. Laut Jaroslaw Schanko, dem Leiter der Militärverwaltung der Stadt, wurden allein im Juli 2026 bei solchen Angriffen 29 Menschen getötet und 395 verletzt. Im Jahr 2025 kam eine UN-Kommission zu dem Schluss, dass russische Drohnenangriffe auf Zivilisten in der Region Cherson 'groß angelegt, systematisch und Teil einer staatlich koordinierten Politik' sind und Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen. Die Stadt, die vor dem Krieg etwa 280.000 Einwohner hatte, zählt jetzt noch etwa 50.000 Einwohner. Im Juli 2025 drang eine Drohne in einen Hof ein und explodierte in der Nähe eines Kinderspielplatzes, wobei ein 14 Monate altes Baby getötet wurde. Lokale Medien und Anwohner haben die Praxis als 'Menschensafari' bezeichnet, wobei Cherson als Trainingsgelände für russische Drohnenpiloten dient, um das Anvisieren von sich bewegenden Personen zu üben.
- Gezielte Kurzstreckendrohnenangriffe auf Zivilisten beginnen in Cherson und entlang des Dnjepr
- Eine Drohne dringt in einen Hof ein und tötet ein 14 Monate altes Baby in Cherson
- UN-Kommission stellt fest, dass russische Drohnenangriffe auf Zivilisten in Cherson systematisch sind und Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen
- 29 Menschen getötet und 395 bei Drohnenangriffen in Cherson verletzt, laut Militärverwaltung der Stadt
- Russische FPV-Drohne jagt und verletzt einen 52-jährigen Gemüsehändler auf einem Markt in Cherson
Breitere Vorwürfe
Russische Behörden beschuldigen die Ukraine regelmäßig ähnlicher vorsätzlicher Angriffe auf Zivilisten, insbesondere in der Grenzregion Belgorod. Am 3. August erklärte Russland, ein ukrainischer Drohnenangriff habe auf einem Strand in der Region Krasnodar mindestens sieben Menschen getötet und 40 weitere verletzt. Die gegenseitigen Vorwürfe deuten auf den sich verschärfenden Drohnenkrieg auf beiden Seiten der Front hin, bei dem Zivilisten zunehmend ins Kreuzfeuer geraten.


