Klima · Singapur und Jakarta

Singapur verschärft Smog-Gesetz – Beziehungen zu Indonesien kühlen ab

Singapurs Parlament hat am 4. November für eine Verzehnfachung der Smog-Geldbußen und für die Möglichkeit gestimmt, abwesende Angeklagte vor Gericht zu stellen, während Brände in Indonesien weiter Rauch über den Stadtstaat ziehen und ein Gasstreit die Beziehungen belastet.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Adnkronos, Notícias ao Minuto, Bloomberg Business und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Jakarta · Singapur, Indonesien
Wie es dazu kam
  1. Mitte Oktober 2026Die Luftverschmutzung in Singapur erreicht ihren höchsten Stand seit elf Jahren
  2. 3.11.Ministerin Grace Fu kündigt im Parlament das ASEAN-Smogkoordinierungszentrum an
  3. 4.11.Das Parlament stimmt für eine Verschärfung des grenzüberschreitenden Smog-Gesetzes

Parlament stimmt für Verschärfung des Smog-Gesetzes

Singapurs Parlament hat am 4. November für eine Verschärfung des grenzüberschreitenden Smog-Gesetzes gestimmt – eines Gesetzes aus dem Jahr 2014, das wegen Zuständigkeitsstreitigkeiten und der Schwierigkeit, im Ausland Beweise zu sammeln, kaum durchzusetzen war. Dem Votum gehen mehrere Wochen Rauch von Bränden auf den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra voraus, die die Bevölkerung erzürnten und die Regierung zum Handeln drängten. Nachhaltigkeits- und Umweltministerin Grace Fu sagte im Parlament, die Behörden bräuchten bessere Möglichkeiten, Informationen zu beschaffen und zu prüfen, komplexe Beziehungen zwischen Unternehmen nachzuvollziehen und gegen Firmen, die sich nicht korrekt verhalten, ernste Konsequenzen zu verhängen. Die Änderungen dürften ohne Schwierigkeiten verabschiedet werden.

Was die Änderungen erlauben würden

Haftstrafen bei Verstößen sollen es Gerichten ermöglichen, Angeklagte in Abwesenheit zu verurteilen, wenn sie sich im Ausland befinden oder nicht erreichbar sind. Die Geldbußen für Unternehmen, die gegen die Vorschriften verstoßen, sollen um das Zehnfache steigen und bis zu 800.000 Dollar (711.000 Euro) pro Tag erreichen. Zudem soll die Regierung die Befugnis erhalten, Unternehmen zu verpflichten, auf eigene Kosten unabhängige Prüfer zu benennen, die Brände, Geschäftstätigkeiten und Verbindungen zwischen Firmen untersuchen. Auf Grundlage der bestehenden Gesetzgebung hat Singapur bereits zehn Unternehmen verwarnt und sie aufgefordert, Löschteams zu entsenden, jegliches Abbrennen einzustellen und Maßnahmenpläne vorzulegen.

Regionale Reaktion und das ASEAN-Zentrum

Singapur, das seit 1993 das ASEAN Specialised Meteorological Centre beherbergt, wird 2027 den Vorsitz der regionalen Gemeinschaft übernehmen. Gemeinsam mit den ASEAN-Mitgliedstaaten plant es ein regionales Koordinierungszentrum zur Bekämpfung grenzüberschreitender Smogverschmutzung, das in Indonesien angesiedelt sein und den Namen ACC THPC tragen soll. Das Zentrum wird seine Arbeit erst aufnehmen, wenn sechs Mitgliedstaaten das Gründungsabkommen ratifiziert haben; Singapur hat angekündigt, seine eigene Ratifizierung in Kürze einzureichen. Singapur hatte Indonesien Hilfe beim Brandmanagement angeboten, doch das Angebot wurde abgelehnt.

Diplomatische Reibungen und ein Energiestreit

Laut La Vanguardia hat sich der Streit seit Beginn der Saison zugespitzt. Mitte Oktober erreichte die Luftverschmutzung in Singapur ihren höchsten Stand seit elf Jahren, woraufhin die Regierung begann, Masken an gefährdete Einwohner zu verteilen, und Geldbußen gegen indonesische Unternehmen androhte, die sie für die Brände verantwortlich machte. Jakarta wertete den Schritt als Angriff auf seine Souveränität. Außenminister Vivian Balakrishnan argumentierte bei einem Besuch in Jakarta, El Niño sei natürlich, das Abbrennen von Wäldern aber von Menschen verursacht, bevor er Präsident Prabowo Subianto traf, der eingeräumt hat, dass die meisten Brände auf das Bestreben zurückgehen, kommerzielle Plantagen anzulegen. Energieminister Bahlil Lahadalia drohte daraufhin, die Gasversorgung Singapurs zu kürzen; eine Reduzierung um 9 Prozent innerhalb der vertraglichen Marge wurde später aus Gründen der Energiesicherheit bestätigt.

Märkte und nationalistische Rhetorik

Der Aktienmarkt in Jakarta liegt im laufenden Jahr 44 Prozent im Minus, der in Singapur 13 Prozent im Plus. MSCI erwägt, Indonesien den Status als Schwellenmarkt zu entziehen. Der frühere indonesische Handelsminister Muhammad Lutfi beschuldigte die singapurischen Staatsfonds GIC und Temasek, die zusammen 1,6 Billionen Dollar verwalten, sie würden MSCI unter Druck setzen, um indonesische Vermögenswerte billig zu kaufen; die Regierung Singapurs wies dies zurück. Auch hat die indonesische Regierung mit Umweltgründen begründete Verstaatlichungen wiederbelebt.

Kursveränderung der Aktienmärkte seit Jahresbeginn, Singapur und Jakarta%
Aktienmarkt Singapur
13 %
Aktienmarkt Jakarta
-44 %

Daten aus dem Artikeltext

Der Rauch und die Wut der Bevölkerung

Der Entwaldungsmonitor Nusantara Atlas meldet, dass indonesische Brände in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als 1,9 Millionen Hektar verwüstet haben, verschärft durch El Niño und schwere Dürre. Die BBC berichtet, dass der Smog in Singapur und Malaysia, der sonst nur wenige Tage anhält, diesmal seit Wochen besteht. Malaysier haben einen Boykott indonesischer Waren gestartet, um gegen den Smog zu protestieren. Eugene Tan, außerordentlicher Professor für Recht an der Singapore Management University, sagte der BBC, die Menschen seien erschöpft, wütend und besorgt, und die Regierungen müssten reagieren, sonst könne aus einem externen Problem ein innenpolitisches und politisiertes werden.

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Quellen und Kontext

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