
Israelischer Luftangriff auf Dorf Ansar im Südlibanon tötet sieben Menschen – tödlichster Angriff seit Juni-Waffenruhe
Ein israelischer Luftangriff auf ein Haus im Dorf Ansar im Südlibanon hat am frühen Samstag sieben Menschen getötet – der tödlichste Einzelangriff seit einer Rahmenvereinbarung im Juni, die die Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah verringert hatte.
Angriff auf das Dorf Ansar
Ein israelischer Luftangriff traf am frühen Samstag ein Haus am Rande des Dorfes Ansar im Bezirk Nabatäa und tötete sieben Menschen, wobei das Gebäude zerstört wurde, wie die libanesische Nationale Nachrichtenagentur (NNA) mitteilte. Die Agentur berichtete von drei Verletzten, während Le Monde unter Berufung auf dieselbe Quelle von sieben Verletzten sprach. Rettungsteams des Islamic Message Scout Association, der Islamic Health Authority und des libanesischen Zivilschutzes waren im Einsatz, um Trümmer zu beseitigen und Tote und Verletzte in Krankenhäuser in Nabatäa zu bringen. Sanitäter durchsuchten noch die Trümmer, so die NNA.
Die Zahl der Todesopfer macht den Angriff zum tödlichsten gemeldeten israelischen Angriff im Libanon seit den im Juni erzielten Vereinbarungen, die zu einer deutlichen Verringerung der Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah führten. Eine am 26. Juni angekündigte Rahmenvereinbarung sah einen Plan für den Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Südlibanon im Austausch für die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz vor.
- Hisbollah feuert Raketen auf Israel und zieht Libanon in den Nahostkrieg
- US-iranische Absichtserklärung unterzeichnet, verringert breitere Feindseligkeiten
- Libanon und Israel kündigen Rahmenvereinbarung für israelischen Abzug und Hisbollah-Entwaffnung an
- Hisbollah-Führer Naim Qassem kritisiert libanesische Behörden wegen Umsetzung der Rahmenvereinbarung
- Israelischer Luftangriff auf Ansar tötet sieben, tödlichster seit Juni-Waffenruhe
Mehrere Angriffe im Süden
Die NNA erklärte, Israel habe seine Angriffe auf den Süden am frühen Samstag verstärkt, mit einer Reihe von Luftangriffen auf den Kamm von Ali al-Taher nahe Nabatäa al-Fawqa, einem strategischen Hügel mit Blick auf das Gebiet von Nabatäa. Zwei weitere Angriffe trafen Gebiete in der Nähe des Lehrerausbildungszentrums und des Husseini-Clubs in Nabatäa al-Fawqa. Auch das Tal zwischen Ansar und Zarariyeh wurde getroffen, was die NNA als den ersten Angriff beschrieb, der seit dem Waffenstillstand vor zwei Monaten so weit in den Südlibanon vorgedrungen sei.
Näher an der Grenze zerstörten israelische Streitkräfte mehrere Häuser in Bint Jbeil und eröffneten schweres Maschinengewehrfeuer auf Häuser entlang der Straße Kounine-Saf al-Hawa, so die NNA. Ein israelischer Luftangriff traf auch das Viertel al-Mashaa in al-Mansouri kurz vor Mitternacht.
Hintergrund des Konflikts
Die Hisbollah zog den Libanon im März mit Raketenbeschuss auf Israel in den Nahostkrieg hinein, um ihren Unterstützer Iran zu unterstützen, nachdem im Februar eine amerikanisch-israelische Offensive gegen Iran gestartet worden war. Israel reagierte mit schweren Luftangriffen und einer Bodeninvasion, die nach Angaben der libanesischen Behörden mehr als 4.300 Menschen getötet haben.
Die Gewalt hat seit der Unterzeichnung einer US-iranischen Absichtserklärung im Juni zum weiteren Nahostkrieg und einer anschließenden, von den USA unterstützten Rahmenvereinbarung zwischen Libanon und Israel, die später im Monat vereinbart wurde, deutlich nachgelassen. Die Rahmenvereinbarung sieht die Entwaffnung der Hisbollah, den schrittweisen Abzug der israelischen Streitkräfte und die Stationierung der libanesischen Armee im Südlibanon vor, beginnend in Pilotzonen. Der Libanon meldet weiterhin gelegentlich israelische Angriffe, die gelegentlich Opfer fordern und umfassende Zerstörungen von zivilen Gebäuden in südlichen Dörfern und Städten verursachen.
Kritik des Hisbollah-Führers
Am Freitag kritisierte der Hisbollah-Führer Naim Kassem die libanesischen Behörden wegen der Umsetzung der Rahmenvereinbarung und beschuldigte sie, die Armee unter Druck zu setzen, während die israelischen Angriffe weitergingen.
Wie könnt ihr diese anhaltende Demütigung der libanesischen Armee akzeptieren, sie Bombardierungen und israelischem Druck auszusetzen, anstatt als ihre Beschützer zu handeln?
Appell von Human Rights Watch
Diese Woche forderte Human Rights Watch die Vereinten Nationen auf, eine internationale Truppe im Libanon zu belassen, nachdem das Mandat ihrer Friedenstruppen in diesem Jahr ausläuft. Die Friedenstruppen seien eine entscheidende Abschreckung gegen Angriffe auf Zivilisten und Menschenrechtsverletzungen.


