Wirtschaft · Hongkong, Singapur und Dublin
Shein meldet Verlust von 99 Mio. $ im ersten Quartal und strebt Börsengang in Hongkong mit 40–50 Mrd. $ an, da Zollkosten belasten
Shein ist im ersten Quartal mit einem Verlust von 99 Millionen Dollar in die roten Zahlen gerutscht, da ein langsameres Umsatzwachstum und die Abschaffung der US- und EU-Zollbefreiungen für Pakete mit geringem Wert den geplanten Börsengang in Hongkong überschatten, wie ein am 26. Juli eingereichter Prospektentwurf zeigt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von rts.ch, The Wall Street Journal, Reuters und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Shein rutschte von einem Gewinn von 395 Mio. $ im Vorjahr auf einen Nettoverlust von 99 Mio. $ im ersten Quartal 2026, teilweise aufgrund einer buchhalterischen Belastung von 328 Mio. $, während der Umsatz nur um 1,1 % auf 9,05 Mrd. $ stieg.
Die USA hoben im Mai 2025 ihre De-minimis-Ausnahme auf, wodurch Shein Zöllen von 10 % bis 87,5 % ausgesetzt ist; die EU schaffte am 1. Juli 2026 ihre Schwelle von 150 € ab und führte eine Gebühr von 3 € pro Artikel ein.
Shein strebt eine Bewertung beim Börsengang in Hongkong an, die fast halb so hoch ist wie der Höchststand von 98,2 Mrd. $ im Jahr 2022, doch Investoren drängen auf rund 30 Mrd. $, und der Prospekt ließ Preis und Zeitpunkt offen.
Der Umsatz stieg 2025 um 8 % auf 41,8 Mrd. $, nach einem Wachstum von 21 % im Jahr 2024, während der Nettogewinn um 38,7 % auf 2,064 Mrd. $ fiel und die operative Marge auf 2,9 % schrumpfte.
Shein erklärte, es verfolge Optionen wie Preiserhöhungen in den USA, um höhere Handelskosten auszugleichen, was das Ende der extrem günstigen Preise für amerikanische Käufer signalisiert.
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Finanzkennzahlen unter der Lupe
Der Prospektentwurf, der am 10. Juli von der chinesischen Wertpapieraufsicht genehmigt wurde, gab Anlegern den bislang detailliertesten Einblick in die Konten von Shein. Der Umsatz stieg 2025 um 8 % auf 41,8 Milliarden Dollar – eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem Wachstum von 21 % im Jahr 2024 und 20,6 % im Jahr 2023. Der Nettogewinn schrumpfte um 38,7 % auf 2,064 Milliarden Dollar, wodurch die operative Marge auf 2,9 % sank, so Winston Ma, ehemaliger Geschäftsführer der China Investment Corporation.
- 2024
- 20.6 %
- 2025
- 8 %
Daten aus dem Artikeltext
Das erste Quartal 2026 brachte einen Umschwung in die roten Zahlen. Der Umsatz stieg nur um 1,1 % auf 9,05 Milliarden Dollar, während das Ergebnis in einen Verlust von 99 Millionen Dollar umschlug, nach einem Gewinn von 395 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Einreichung führt einen Teil des Quartalsverlusts auf eine Fair-Value-Belastung von 328 Millionen Dollar für wandelbare, rückkaufbare Vorzugsaktien zurück – ein buchhalterischer Posten und kein operativer Fehlbetrag – doch die zugrunde liegende Richtung ist unverkennbar.
Der De-minimis-Domino
Der Kern von Sheins Geschäftsmodell – der Versand von Paketen mit extrem geringem Wert direkt aus China – stieß auf eine regulatorische Hürde. Im Mai 2025 schafften die Vereinigten Staaten ihre De-minimis-Ausnahme ab, die es Paketen unter 800 Dollar erlaubt hatte, zollfrei einzureisen. Waren, die auf Sheins Plattform verkauft werden, unterliegen nun Einfuhrzöllen zwischen 10 % und 87,5 %. Die Europäische Union zog am 1. Juli 2026 nach und hob ihre Schwelle von 150 € auf, wobei eine pauschale Gebühr von 3 € pro Artikel erhoben wird.
Shein beschrieb die Auswirkungen in deutlichen Worten. Das Unternehmen habe „eine breite Palette von Optionen verfolgt, darunter Preiserhöhungen in den USA“, um einen Teil der höheren Kosten auszugleichen, so der Prospekt. Das Unternehmen warnte, dass die Trends in der EU „im Allgemeinen mit den beobachteten Auswirkungen in den Vereinigten Staaten übereinstimmen oder diese übertreffen“ könnten, was signalisiert, dass der Margendruck noch lange nicht vorbei ist.
Neubewertung
Die Rechnung des Börsengangs verschiebt sich. 2022 wurde Shein nach einer Finanzierungsrunde mit 98,2 Milliarden Dollar bewertet; bis 2024 war dieser Wert auf 64 Milliarden Dollar gefallen. Das Unternehmen strebt nun eine Bewertung beim Börsengang in Hongkong von 40 bis 50 Milliarden Dollar an, doch Investoren drängen auf rund 30 Milliarden Dollar, wie Bloomberg im Februar berichtete.
„Anleger werden Shein von einer reinen Hyperwachstums-Technologieplattform zu einem physischen Einzelhandels- und Logistikunternehmen umbewerten, das sich durch den reibungsintensiven Welthandel navigiert.“
Shen Meng, Direktor der Pekinger Investmentbank Chanson & Co, sagte, Shein werde wahrscheinlich keine deutliche Steigerung gegenüber der letzten privaten Runde erzielen. Catherine Lim von Bloomberg Intelligence warnte, dass das Fehlen eines starken fundamentalen Wachstums „zwangsläufig auf den Bewertungen lasten“ werde. Der Prospekt selbst enthielt weder einen Preis, eine Aktienanzahl noch einen Zeitplan für die Notierung; frühere Berichte deuteten auf ein Debüt im August hin, das 2 bis 3 Milliarden Dollar einbringen soll.
Breiterer Druck
Weitere Zahlen in der Einreichung und ergänzende Daten unterstreichen den Gegenwind. Das globale Web-Traffic-Wachstum verlangsamte sich von über 60 % im Jahresvergleich in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf rund 30 % zu Beginn dieses Jahres und im Juni und Juli auf einstellige Werte, so Similarweb. Die weltweiten App-Downloads gingen in den meisten der zwölf Monate bis Mitte Juli zurück und fielen an ihrem steilsten Punkt um bis zu 30 % im Jahresvergleich, so Apptopia. Der Krieg im Nahen Osten habe zudem die Materialkosten in die Höhe getrieben, so das Unternehmen.
Unterdessen führt das Unternehmen einen separaten Rechtsstreit und verfolgt den Rivalen Temu vor dem Londoner High Court wegen eines von ihm als „industriellen Diebstahl von Urheberrechten“ bezeichneten Vorwurfs. Analysten von Citi sagten, Sheins europäische Schwierigkeiten könnten die Wettbewerbsintensität am unteren Ende des Marktes verringern, was möglicherweise Primark und H&M zugutekommt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Catherine Lim
- Senior-Konsumanalystin bei Bloomberg Intelligence
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